Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

traben

Grammatik Verb · trabt, trabte, ist getrabt
Aussprache 
Worttrennung tra-ben
Wortbildung  mit ›traben‹ als Erstglied: Traber · Trabschritt  ·  mit ›traben‹ als Letztglied: abtraben · antraben · dahintraben · davontraben · herantraben · hinabtraben · hinaustraben · lostraben · mittraben · nachtraben · vorbeitraben · vortraben · weitertraben · zurücktraben
 ·  mit ›traben‹ als Binnenglied: hochtrabend
eWDG

Bedeutung

Beispiele:
das Pferd trabt (= bewegt sich im Trab)
den Gaul, Hengst traben lassen
Der Kutscher … fragte, ob er scharf traben solle [ St. ZweigAmok227]
umgangssprachlich, übertragen (eilig, im Laufschritt) gehen
Beispiele:
das Kind trabt zur Schule
nach Hause traben
Huber ging … stolperte und fing auf einmal an zu traben, und im Laufen drehte er sich noch mehrmals um [ R. BartschGeliebt64]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

traben · Trab · Traber
traben Vb. ‘(im) Trab laufen, reiten’, asächs. thraƀon, mnd. mnl. drāven, nl. draven. Aus der afläm. Rittersprache stammt mhd. draven (12. Jh.) und behält den nd. Lautstand auch im Obd.; doch begegnet daneben mhd. draben und (nach 1200) traben. Anlautendes d- hält sich im Md. bis ins 18. Jh. Vergleichbar ist aengl. þrafian ‘drücken, drängen, treiben, tadeln’ und außergerm. aind. tṛpráḥ ‘unstet, hastig, ängstlich(?)’, griech. trapé͞in (τραπεῖν) ‘die Trauben austreten, keltern’, lat. trepidāre ‘trippeln (aus Geschäftigkeit oder Furcht), hastig, geschäftig, ängstlich hin und her laufen’, trepidus ‘trippelnd, hastig, unruhig, ängstlich’, alit. trèpsti ‘mit den Füßen stampfen’, aslaw. trepetъ, russ. trépet (трепет) ‘Zittern, Beben’, lit. trỹpti ‘trampeln, treten, stampfen, trippeln, tanzen’, trapinė́ti ‘mit den Füßen stoßen’, russ. (landschaftlich) tropát’ (тропать) ‘stampfen, trampeln, klopfen’. Sie führen insgesamt auf ie. *trep- ‘trippeln, trampeln, treten’, auch ‘zittern’, eine sicher lautmalende Erweiterung der Wurzel ie. *ter- ‘zappeln, zittern’. – Trab m. ‘beschleunigte Gangart des Pferdes’, mhd. drap, Rückbildung aus mhd. draben. Traber m. ‘Pferd’ (zuerst Ende 14. Jh., geläufig seit 16. Jh.), im Pferdesport ‘für Trabrennen (bei dem die Pferde nur im Trab laufen dürfen) gezüchtetes Pferd’ (Ende 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
mühsam gehen · traben · trotten
Synonymgruppe
langsam laufen · schnüren (z.B. Füchse) · traben
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›traben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›traben‹.

Verwendungsbeispiele für ›traben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit einem Rest von sieben Mark fünfzig trabte sie davon. [Pausewang, Gudrun: Die Wolke, Ravensburg: Maier 1989 [1987], S. 109]
Bald trabten die klugen Tiere den Weg allein, kaum noch von den Treibern gebändigt. [Winckler, Josef: Der tolle Bomberg, Rudolstadt: Greifenverl. [1956] [1922], S. 323]
Mancherorts waren sie gar in der Mehrheit, und sie trabten keineswegs nur brav hintendrein. [Die Zeit, 06.07.2009, Nr. 27]
Da begreift man erst, wie schön es ist, durch deutsche Wälder zu traben. [Die Zeit, 31.10.1975, Nr. 45]
Als ich ihn am himmelnächsten sah, trabte ich unten davon. [Hartung, Hugo: Ich denke oft an Piroschka, Frankfurt a. M.: Büchergilde Gutenberg 1980 [1954], S. 3]
Zitationshilfe
„traben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/traben>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
toxogen
toxo-
toxisch
toxikologisch
toxiko-
tracheal
trachten
tracken
traden
tradieren