trachten

Grammatik Verb · trachtet, trachtete, hat getrachtet
Aussprache 
Worttrennung trach-ten
Wortbildung  mit ›trachten‹ als Letztglied: zueinandertrachten · zurücktrachten
eWDG

Bedeutung

gehoben nach etw. trachtenseine Bemühungen, Anstrengungen darauf richten, etw. zu erlangen, ein bestimmtes Ziel zu erreichen
Beispiele:
er trachtete nach Anerkennung, Besitz, Abwechslung
er musste danach trachten, diese Wissenslücke so schnell wie möglich zu schließen
jmdm. nach dem Leben trachten (= bestrebt sein, jmdn. zu töten)
all sein Sinnen und Trachten (= sein Denken und Streben) auf etw. richten
jmds. Trachten geht nach etw.
Sich bei Kraft halten, essen, essen, – darauf zielte in der damaligen Zeit das ganze Sinnen und Trachten vom Schuster Kraus [ O. M. GrafUnruhe25]
trachten + Infinitiv mit »zu«bestrebt sein, etw. zu tun, etw. zu erreichen
Beispiele:
wir müssen trachten, hier fortzukommen, herauszukommen, durchzukommen
sie trachteten, ins Freie zu gelangen
jmdn. einzuholen trachten
er trachtete, für seine Schulden aufzukommen
etw. zu erfahren trachten
Man wird inzwischen trachten, einander ab und zu unauffällig zu begegnen [ St. ZweigBalzac287]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trachten Vb. ‘bestrebt sein, beabsichtigen, etw. Bestimmtes zu erreichen, zu erlangen suchen’, ahd. trahtōn (8. Jh.), trahten (9. Jh.), mhd. trahten ‘betrachten, woran denken, worüber nachdenken, worauf achten, erwägen, überlegen, bedenken, nach etw. streben’, asächs. gitrahton, mnd. trachten ‘betrachten, bedenken’, mnl. nl. trachten ‘streben, suchen, versuchen’, aengl. trahtian ‘erklären, erörtern, betrachten’ sind entlehnt aus lat. tractāre ‘behandeln, betreiben, sich mit etw. beschäftigen, bearbeiten, untersuchen, überdenken’, eigentlich ‘(herum)schleppen, -ziehen’, einem Intensivum zu lat. trahere (tractum) ‘ziehen, schleppen’. S. hierzu Traktat.

Thesaurus

Synonymgruppe
absehen auf · im Auge haben · trachten (nach)
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(auf etwas) aus sein · (etwas) in den Blick nehmen · (sich etwas) fest vornehmen · (sich etwas) in den Kopf setzen · (sich etwas) zum Programm gemacht haben · (sich etwas) zum Ziel setzen · (sich) konzentrieren (auf) · abzielen (auf) · anpeilen · anstreben · anvisieren · bezwecken · darauf aus sein (zu + Infinitiv) · erstreben · es abgesehen haben auf · es anlegen auf · im Sinn(e) haben · ringen um · streben nach · vorhaben  ●  (erreichen) wollen  Hauptform · (etwas) im Schilde führen  negativ · (sich etwas) auf die Fahnen geschrieben haben  fig. · abstellen (auf)  geh. · hinter etwas her sein  ugs. · sinnen (auf)  geh., veraltend · trachten (nach)  geh., veraltend · willens sein  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (einen) Plan fassen · (sich etwas) vornehmen · (sich) Ziele setzen · (sich) Ziele stecken · (sich) anschicken · (sich) daranmachen · festlegen · planen · vormerken  ●  (sich etwas) auf die Fahnen schreiben  fig. · in den Blick nehmen  fig. · Pläne schmieden  ugs. · ins Auge fassen  ugs.
  • (ein) gutes Wort einlegen (für) · (etwas) tun für · (sich) bemühen (um) · (sich) engagieren · (sich) starkmachen (für) · Partei ergreifen (für, gegen) · agitieren (für, gegen) · eintreten für · kämpfen (für, um) · propagieren · streiten (für) · werben (für)  ●  (eine) Lanze brechen für  fig. · (sich) einsetzen (für)  Hauptform · (sich) aus dem Fenster hängen (für)  ugs., fig.
  • (es sich) zur Aufgabe machen · (für etwas) Sorge tragen · (seine) Aufgabe darin sehen · (sich) (alle) Mühe geben · (sich) bemühen (um) · (sich) kümmern · (sich) mühen · bestrebt sein · darauf aus sein (zu) · sich ins Zeug legen  ●  (einer Sache) Sorge tragen  geh. · (jemandem) wichtig sein  ugs. · (jemandes ganzes) Dichten und Trachten  geh., veraltet · (sich) (einer Sache) befleißigen  geh. · (sich) (etwas) angelegen sein lassen  geh.
  • (etwas) mit allen Fasern seines Herzens (wollen) · alles einem Ziel unterordnen · nur noch ein (einziges) Ziel kennen · nur noch ein Ziel haben · nur noch ein(e)s im Sinn haben  ●  (jemandes) ganzes Sinnen und Trachten (ist)  variabel · nur noch für (ein Ziel) leben  variabel

Typische Verbindungen zu ›trachten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trachten‹.

Verwendungsbeispiele für ›trachten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man trachtete danach, es zu vermeiden, ohne daß man deswegen schon gewagt hätte, wieder Muster zu sagen. [Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 13]
Wir wollen nun trachten, möglichst viel in die Hände zu bekommen. [Kolbenheyer, Erwin Guido: Das dritte Reich des Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1925], S. 786]
Solange ihr das nicht tut, wird die Kirche danach trachten, den Islam in diesen Ländern zu bekämpfen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1985]]
Sie verstehen dich alle nicht und manche trachten zusätzlich noch nach deinem Leben. [Der Spiegel, 11.03.1985]
Er müsse trachten, rasch zu einem großen Einkommen zu gelangen. [Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9398]
Zitationshilfe
„trachten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/trachten>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
tracheal
traben
toxogen
toxo-
toxisch
tracken
traden
tradieren
traditional
traditionalistisch