tragen

GrammatikVerb · trägt, trug, hat getragen
Aussprache
Worttrennungtra-gen
Wortbildung mit ›tragen‹ als Erstglied: ↗Traganker · ↗Tragbahre · ↗Trageeigenschaft · ↗Tragegestell · ↗Tragegriff · ↗Tragekiepe · ↗Tragekomfort · ↗Tragekonstruktion · ↗Tragekorb · ↗Tragelast · ↗Tragetasche · ↗Tragetier · ↗Tragezeit · ↗Tragfestigkeit · ↗Tragfläche · ↗Tragflügel · ↗Traggas · ↗Traggestell · ↗Traggriff · ↗Tragkiepe · ↗Tragkonstruktion · ↗Tragkorb · ↗Tragkraft · ↗Traglast · ↗Traglufthalle · ↗Tragluftzelt · ↗Tragriemen · ↗Tragrolle · ↗Tragtier · ↗Tragung · ↗Tragweite · ↗Tragwerk · ↗Tragzeit · ↗Träger · ↗tragbar · ↗tragfähig
 ·  mit ›tragen‹ als Letztglied: ↗abtragen · ↗antragen · ↗auftragen · ↗austragen · ↗beitragen · ↗davontragen · ↗durchtragen · ↗eintragen · ↗entgegentragen · ↗forttragen · ↗freitragen · ↗herantragen · ↗heraustragen · ↗hereintragen · ↗hertragen · ↗herumtragen · ↗heruntertragen · ↗herübertragen · ↗hinauftragen · ↗hinaustragen · ↗hineintragen · ↗hinterhertragen · ↗hinuntertragen · ↗hochtragen · ↗mittragen · ↗nachtragen · ↗rübertragen · ↗umtragen · ↗vorantragen · ↗vorbeitragen · ↗vortragen · ↗wegtragen · ↗weitertragen · ↗zurücktragen · ↗zusammentragen · ↗zutragen · ↗übertragen
 ·  mit ›tragen‹ als Binnenglied: ↗Armtragetuch · ↗Fackelträger  ·  mit ›tragen‹ als Grundform: ↗ertragen · ↗getragen · ↗vertragen
 ·  formal verwandt mit: ↗Leidtragende · ↗farbentragend · ↗selbsttragend · ↗weittragend · ↗zinstragend
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
eine Last unter Einsatz körperlicher Kräfte halten und fortbewegen, fortschaffen
Beispiele:
einen Koffer, eine Tasche in, mit der linken, rechten Hand tragen
den Hut, die Handschuhe in der Hand tragen
einen Rucksack, Säcke auf dem Rücken tragen
ein Kind auf dem Arm, in den Armen tragen
umgangssprachlich ein Kind huckepack tragen
er musste das schwere Paket den ganzen Weg tragen
jmdm. den Koffer tragen
jmdm. tragen helfen
das kann man bequem in der Tasche tragen
etw. ständig bei sich tragen
umgangssprachlich die große Tasche trägt sich gut, schlecht (= ist gut, schlecht zum Tragen geeignet)
schwer an etw. tragen
schwer zu tragen haben
das viele Tragen hat ihr geschadet
umgangssprachlich er trägt seine anderthalb Zentner (= ist imstande, sie zu tragen)
das Pferd trägt den Reiter
etw. aus dem Zimmer, auf die Straße, zur Post tragen
gehoben jmdn. zu Grabe tragen (= beerdigen)
Denn was man schwarz auf weiß besitzt, / Kann man getrost nach Hause tragen [GoetheFaustI 1967]
bildlich
Beispiele:
eine Hoffnung zu Grabe tragen (= aufgeben)
das Herz auf der Zunge tragen (= offenherzig sein)
jmdn. auf Händen tragen (= jmdn. mit viel Liebe und Fürsorge umgeben)
umgangssprachlich die Kirche ums Dorf tragen (= unnötige Umwege machen)
übertragen
Beispiele:
dafür trage ich meine Haut nicht zu Markte (= begebe ich mich nicht in Gefahr)
Eulen nach Athen tragen (= etw. Überflüssiges tun)
eine Neuigkeit von Haus zu Haus, durch die Stadt tragen (= verbreiten)
schwer an etw., an einer Verantwortung tragen
jeder hat sein Bündel, Päckchen zu tragen (= hat seine Sorgen, Lasten)
er hat die meiste, größte Last der Arbeit getragen
der Wind trug den Duft, den Ruf bis zu uns
der Wagen, das Motorrad wurde (bei zu hoher Geschwindigkeit) aus der Kurve, von der vereisten Brücke getragen (= kam von der Fahrbahn ab)
2.
eine Last aushalten können, von unten stützen
Beispiele:
das Eis trägt schon, noch nicht (= das Eis ist schon, noch nicht so fest, dass man darauf gehen kann)
ob mich der Ast trägt?
die Brücke trägt nur zehn Tonnen
das Dach, der Giebel wird von Säulen getragen
eine tragende Säule, Mauer, Wand, Konstruktion
ein tragender Pfeiler
tragende Stahlteile
die Füße wollten mich nicht mehr tragen, trugen mich kaum noch, trugen mich nicht mehr weiter
er lief so schnell, so weit ihn seine Füße trugen
das Holz, die Stämme werden vom Wasser getragen (= schwimmen oben, versinken nicht)
sich von den Wellen tragen lassen
übertragen
Beispiel:
Die Welle des Glücks trägt uns [FalladaWolf1,428]
von etw. getragen werdendurch etw. gestützt werden, etw. als Grundlage haben
Beispiele:
die Regierung wird vom Vertrauen des Volkes getragen
eine vom Bemühen um Verständigung getragene Diskussion
Die Sitzung war von Begeisterung getragen gewesen [L. Frank2,207]
oft im Part. Präs.
tragendgrundlegend
Beispiele:
das tragende Motiv, die tragende Idee eines Romans
die tragenden Gedanken des Referats
Haupt-
Beispiele:
die tragende Person, Figur eines Dramas
er hat in dem Stück eine tragende Rolle zu spielen
3.
ein bestimmtes Kleidungsstück anhaben
Beispiele:
er trug den guten, neuen Anzug, einen Trenchcoat, (eine) Uniform
er trägt diesen Anzug zum ersten Mal
er trägt nie einen Hut (= setzt nie einen Hut auf)
sie trägt gern helle Kleider
heute trägt sie ihr blaues Kostüm, einen Hosenanzug, Pelzmantel
Trauer (= Trauerkleidung) tragen
das kann man nicht mehr tragen, trägt man nicht mehr (= das ist unmodern)
diese Farbe kann ich nicht tragen (= sie steht mir nicht)
ich kann ihr doch keine getragenen (= gebrauchten) Sachen, Kleider schenken
die Qualität des Stoffs erweist sich, zeigt sich erst beim Tragen
umgangssprachlich der Anzug ist dankbar im Tragen
der Stoff, das Kleid, der Anzug hat sich gut getragen (= war von guter Qualität)
sie trägt sich (= kleidet sich) stets einfach, elegant, nach der letzten Mode
seit fünf Jahren habe ich nichts, als was ich auf dem Leibe trage [FalladaWolf1,196]
Aldingers Frau trug sich immer schwarz [SeghersSiebtes Kreuz4,193]
etw. an sich, an seiner Kleidung haben
Beispiele:
sie trug einen Ring, eine wertvolle Kette
sie trägt wenig, wertvollen Schmuck
einen Orden, eine Medaille, ein Abzeichen tragen
sie trug Blumen im Haar
er muss eine Brille tragen
er trägt (= hat) einen Bart
er trägt Einlagen (im Schuh)
4.
das Haar in bestimmter Weise tragendas Haar (ständig) in bestimmter Weise frisiert haben
Beispiele:
sie trägt die Haare kurz, lang, gelockt, in einem Knoten
sie trug ihr Haar offen
er trägt das Haar gescheitelt
sie trägt Zöpfe, einen Pferdeschwanz
5.
mit etw. versehen sein
Beispiele:
der Stein trägt eine Inschrift
das Paket trägt den Vermerk, Stempel des Zolls
übertragen
Beispiel:
Daher tragen jene Werke das Gepräge der Wahrhaftigkeit [E. T. A. Hoffm.Serapionsbrüder3,518]
6.
einen Namen trageneinen Namen führen
Beispiele:
er trägt einen weitverbreiteten, berühmten Namen
den Namen des Vaters, der Mutter tragen
seinen Namen mit Recht tragen
das Buch, der Film trägt (= hat) den Titel ...
7.
einen Körperteil in einer bestimmten Stellung halten
Beispiel:
den (gebrochenen) Arm in der Binde tragen
umgangssprachlich, abwertend, bildlich
Beispiel:
sie trägt die, ihre Nase hoch (= sie ist überheblich, eingebildet)
8.
etw. auf sich nehmen (müssen)
Beispiele:
die (Un)kosten, Spesen tragen
die Versicherung trägt den Verlust, Schaden
der Verurteilte trägt die Kosten des Verfahrens
er muss nun die Folgen seiner Handlung, seines Verhaltens tragen
9.
etw. erdulden, ertragen
Beispiele:
er trägt seine Krankheit, sein Unglück tapfer, mit Geduld, Fassung, Würde
er hat ein schweres Leid zu tragen
wie trägt sie es (= ihr Leid) denn?
sie trägt ihren Kummer schweigend
an etw. tragen
Beispiele:
er hat schwer daran zu tragen, trägt schwer daran (= leidet sehr darunter)
Mendel Singer indessen trug nicht leichter am Kummer als seine Frau [J. RothHiob44]
10.
Frucht, Ertrag bringen
Beispiele:
der Baum, Acker trägt gut, schlecht, wenig, trägt doppelt so viel wie im vorigen Jahr
der Baum trägt noch nicht
der Apfelbaum trägt in diesem Jahr zum ersten Mal
der Obstgarten, der schon das zehnte Jahr trägt [WaggerlJahr11]
übertragen
etw. einbringen
Beispiele:
die Spareinlagen tragen Zinsen
eine Arbeit trägt Nutzen
meine Mühe hat Frucht getragen
Sie [die Aktien] haben mir immer zweihundert Mark im Monat getragen [H. MannSchauspielerinI 9]
veraltend mein Vater hatte ... eine zwar nicht sehr ausgedehnte, aber außerordentlich gut tragende (= einträgliche) Praxis [E. WeißVerschwender117]
veraltend sich (selbst) tragenso viel Ertrag abwerfen, dass kein Zuschuss notwendig ist
Beispiele:
das Geschäft trägt sich nicht mehr
Aber noch heute, wo das Unternehmen sich kaufmännisch selbst zu tragen hat [Forschungen1959]
11.
a)
von Frauen
Beispiele:
gehoben sie trägt ein Kind unter dem Herzen (= ist schwanger)
Als ich dich trug all die Monate / Sprach ich mit deinem Vater über dich [BrechtGedichte45]
b)
meist im Part. Präs.
von weiblichen Tieren
Beispiele:
eine tragende (= trächtige) Färse, Kuh, Stute, Katze, Sau
ein tragendes Muttertier
Wie die Wisentkuh trägt das Elchtier neun Monate [R. GerlachVierfüßler86]
12.
bis zu einer bestimmten Entfernung reichen
a)
Beispiele:
ein Geschütz, Geschoss trägt weit
sie müssen sich mit Pistolen begnügen, die nicht weit tragen [A. ZweigDe Vriendt228]
b)
jmds. Stimme trägt (sehr) gutjmds. Stimme ist weithin hörbar
Beispiele:
seine Stimme trägt nicht genug, schlecht
sie hat eine tragende Stimme
13.
in abgeblaßter Bedeutung
a)
etw. haben
Beispiele:
er trägt die Schuld an dem Vorfall
sie trägt die Verantwortung für das Ganze
gehoben jmd. trägt Verlangen nach jmdm., etw.
gehoben er trägt Bedenken, das zu glauben
etw. trägt den Keim für etw. in sich
sich mit etw. tragen
Beispiele:
ich trage mich mit dem Gedanken, Plan, mit der Absicht, die Stellung zu wechseln, zu verreisen
sich mit Heiratsgedanken tragen
b)
für etw. Sorge tragenfür etw. sorgen
Beispiel:
ich werde (dafür) Sorge tragen, dass das (nicht) geschieht
abwertend etw. zur Schau tragenetw. (mit Vorbedacht, in aufdringlicher Weise) sehen lassen, zeigen
Beispiele:
einen kostbaren Schmuck, Verachtung, Gleichgültigkeit zur Schau tragen
Das muntere Wesen, das er immer zur Schau getragen hat [SteinbergUhren306]
einer Sache Rechnung tragenetw. berücksichtigen
Beispiel:
einer Tatsache, den Verhältnissen Rechnung tragen (müssen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tragen · Trage · Träger · tragbar · untragbar · abtragen · Abtrag · abträglich · antragen · Antrag · beantragen · auftragen · Auftrag · beauftragen · Beauftragter · betragen · Betrag · eintragen · Eintrag · ertragen · Ertrag · erträglich · unerträglich · vertragen · verträglich · Vertrag · vertraglich · vortragen · Vortrag · zutragen · Zuträger · zuträglich
tragen Vb. ‘eine Last halten und fortbewegen, mit etw. bekleidet sein, Früchte, Ertrag hervorbringen’, ahd. tragan (8. Jh.), mhd. tragen, asächs. dragan, mnd. drāgen, mnl. drāghen, nl. dragen, got. dragan ‘tragen’, semantisch abweichend aengl. dragan ‘ziehen, schleppen, in die Länge ziehen, gehen’, engl. to draw ‘ziehen’, anord. draga ‘ziehen, locken, fahren, Atem holen’, schwed. dra(ga) ‘ziehen’ (germ. *dragan). Außergerm. Anknüpfungen sind nicht gesichert. Aus dem Germ. zu erschließendem ie. *dherāgh-, *dhrā̌gh- ‘ziehen, am Boden schleifen’ stehen nahe ie. *trāgh- ‘ziehen, sich am Boden schleppen, sich bewegen, laufen’, wozu lat. trahere (tractum) ‘ziehen, schleppen’, sowie ie. *dereg-, wozu ↗trecken (s. d.), und ie. *dhreg̑- ‘ziehen, dahinziehen, gleiten, streifen’, wozu aind. dhrájati ‘gleitet dahin, bewegt sich, fliegt’ und (zweifelhaft) ↗trinken (s. d.); Anschluß dieser Varianten an Wurzeln wie ie. *der(ə)- ‘schinden, (ab)spalten’ (s. ↗trennen, ↗zerren) oder ie. *dher(ə)- ‘halten, festhalten, stützen’ ist möglich. Ausgangsbedeutung für tragen scheint ‘am Boden dahingleiten, schleppen, ziehen’ (von Lasten) zu sein, aus der sich ‘tragen’ (durch Lasttiere, Menschen) entwickelt. Trage f. ‘Gestell zum Tragen von Kranken, Lasten, Tragkorb’ (um 1400). Träger m. ‘wer Lasten trägt’, ahd. tragāri (8. Jh.), mhd. trager, treger, seit dem 14. Jh. mit Umlaut. tragbar Adj. ‘erträglich’, mhd. tragebære, ‘zu tragen, transportierbar, (von Kleidern) gut, bequem zu tragen, kleidsam, finanziell erschwinglich’ (18. Jh.), älter ‘trächtig, fruchtbar, gut tragend’ (17. bis 19. Jh.); untragbar Adj. ‘wirtschaftlich, finanziell nicht zumutbar, unerträglich’ (18. Jh.), älter ‘nicht tragend, unfruchtbar’ (16. bis 19. Jh.). abtragen Vb. ‘etw. wegschaffen, beseitigen, einebnen, niederreißen, (Kleidungsstücke) durch Tragen abnutzen, nach und nach bezahlen’, mhd. abetragen; davon rückgebildet Abtrag m. ‘Beeinträchtigung, Minderung, Abzahlung, Wiedergutmachung’, mhd. abetrac ‘Wegnahme, Betrug, Buße, Entschädigung’; abträglich Adj. ‘schädlich, nachteilig’ (Anfang 16. Jh.), mhd. (vereinzelt) abetragelich ‘entschädigend’. antragen Vb. ‘anbieten, vorschlagen’, ahd. anatragan (9. Jh.), mhd. anetragen ‘herantragen, an sich tragen, führen, anstellen, anstiften’; Antrag m. ‘Gesuch, schriftlich vorgebrachte Bitte, förmlicher Vorschlag, Heiratsantrag’, mhd. antrac ‘Anschlag’, rückgebildet aus dem Verb antragen im Sinne von ‘anstiften’; beantragen Vb. ‘einen Antrag stellen, um etw. ersuchen, vorschlagen’ (19. Jh.). auftragen Vb. ‘Speisen auf den Tisch tragen, servieren, aufstreichen, übertreiben, jmdn. verpflichten, etw. zu tun, Kleidungsstücke bis zur Abnutzung tragen, aufbauschen’, mhd. ūftragen ‘in die Höhe streben, reichen’, reflexiv ‘sich erheben, darlegen, opfern’; Auftrag m. ‘(An)weisung, Aufgabe, Verpflichtung’ (17. Jh.), Rückbildung aus dem Verb; davon abgeleitet beauftragen Vb. ‘jmdm. einen Auftrag erteilen’ und Beauftragter m. ‘wer einen Auftrag auszuführen hat’ (beide Ende 18. Jh.). betragen Vb. ‘eine bestimmte Summe, Höhe, ein bestimmtes Maß erreichen, ausmachen’ (17. Jh.), reflexiv ‘sich benehmen, sich aufführen, sich verhalten’ (18. Jh.), mhd. betragen ‘tragen, bringen, ertragen, aussöhnen, beilegen’, reflexiv ‘sich nähren, sich behelfen, sich begnügen, sich befassen, sich abgeben mit’; Betrag m. ‘bestimmte Menge, Geldsumme’ (18. Jh.); vgl. mhd. betrac ‘Vertrag, Vergleich, Erwägung, Sorge’. eintragen Vb. ‘an einen Ort tragen, an einer bestimmten Stelle zusammentragen’, sodann ‘Ertrag, Gewinn bringen, abwerfen’ (16. Jh.), ‘ein-, hineinschreiben, vermerken’ (17. Jh.), ahd. intragan ‘hineintragen’ (9. Jh.), mhd. īntragen, auch ‘einbringen, nutzen’; zu eintragen im Sinne von ‘hineinschreiben’ ist rückgebildet Eintrag m. ‘schriftlicher Vermerk, an bestimmter Stelle eingetragene Bemerkung, (Akten)notiz’ (17. Jh.); vgl. mhd. īntrac ‘Schaden, Nachteil, Einwand, Einrede’, dazu die Wendung einer Sache Eintrag tun ‘sie beeinträchtigen, ihr abträglich sein, sie schädigen’, mhd. īntrac tuon. ertragen Vb. ‘Unangenehmes hinnehmen, ohne sich aufzulehnen, erdulden’, mhd. ertragen ‘vertragen, ertragen’, im 16. Jh. in der heute veralteten Bedeutung ‘einbringen, Nutzen abwerfen’; dazu rückgebildet Ertrag m. ‘bestimmte Menge erzeugter Güter (besonders in der Landwirtschaft), Ausbeute, finanzieller Gewinn’ (16. Jh.); erträglich Adj. ‘so beschaffen, daß es sich ertragen läßt’, unerträglich Adj. (beide 16. Jh.). vertragen Vb. ‘(körperlich, psychisch) ohne Schaden aushalten’, reflexiv ‘gut zusammenpassen, miteinander auskommen’, ahd. firtragan (8. Jh.), mhd. vertragen ‘wegtragen, verleiten, ertragen, erdulden, sich gefallen lassen, verschonen, aussöhnen, einen Vertrag schließen’; verträglich Adj. ‘umgänglich, friedlich, bekömmlich’, mhd. vertregelich, vertragelich, eigentlich ‘erträglich’, vgl. ahd. unfirtragantlīh ‘unerträglich’ (11. Jh.), mhd. und frühnhd. vereinzelt noch vertragenlich. Vertrag m. ‘rechtsgültige Vereinbarung, Abmachung zwischen zwei oder mehreren Partnern, Kontrakt’, mhd. vertrac ‘Vereinbarung, Verträglichkeit, Dauer, Gewinn’; vertraglich Adj. ‘durch Vertrag festgelegt, gemäß dem Vertrag’ (Ende 19. Jh.), zuerst Adverb. vortragen Vb. ‘nach vorn tragen, (zum Essen) vorsetzen’, ahd. furitragan, mhd. vür-, vortragen, mnd. vordragen, -dregen, ‘in Worten vorbringen, darlegen’ (14. Jh.). Vortrag m. ‘mündliche Darlegung, Rede’ (um 1500). zutragen Vb. ‘etw. zu jmdm. hinbringen, (heimlich) hinterbringen, mitteilen’, reflexiv ‘sich ereignen, geschehen’ (15. Jh.), ahd. zuotragan ‘herbeibringen’ (um 1000); Zuträger m. ‘wer anderen (heimlich) Nachrichten zuträgt’ (15. Jh.); zuträglich Adj. ‘die Gesundheit fördernd, bekömmlich, förderlich, nützlich’ (16. Jh.), zum Verb zutragen in der veralteten Bedeutung ‘nützen’ bzw. zum heute unüblichen Substantiv Zutrag ‘Nutzen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abstützen · ↗katalysieren · ↗stützen · tragen · ↗unterstützen
Synonymgruppe
(Kleidung) tragen · ↗(sich) kleiden · ↗anhaben
Synonymgruppe
(sich) etwas aufladen · ↗schleppen · tragen · ↗transportieren
Unterbegriffe
Synonymgruppe
beherbergen · ↗beinhalten · ↗einbeziehen · ↗einschließen · ↗enthalten · in sich bergen · ↗inkludieren · ↗integrieren · ↗involvieren · tragen · ↗umfassen · ↗umschließen  ●  ↗bergen  geh. · ↗mitbringen  ugs.
Synonymgruppe
(die) Kosten decken · (sich) tragen · ↗kostendeckend (sein) · kostendeckend arbeiten
Assoziationen
  • wieder eingebracht werden · wieder eingefahren werden (Investitionskosten) · wieder eingespielt werden · wieder hereingeholt werden · wieder hereinkommen  ●  ↗(sich) amortisieren  geh., Hauptform · ↗(sich) rechnen  ugs. · wieder reinkommen  ugs.
Ökonomie
Synonymgruppe
(Schaden) regulieren · (die) Zeche zahlen (für) · Geld in die Hand nehmen (journal., polit.) · ↗abführen (Steuern) · ↗aufkommen (für) · ↗ausgeben · ↗begleichen (Rechnung) · ↗bestreiten (Geldbetrag) · ↗entrichten · ↗verausgaben (Verwaltungsdeutsch) · ↗zahlen  ●  ↗bezahlen  Hauptform · (die finanziellen Lasten) tragen  geh. · ↗(etwas) springen lassen  ugs. · ↗abdrücken  ugs. · ablatzen  ugs. · auf den Tisch blättern  ugs. · ↗berappen  ugs. · ↗blechen  ugs. · geben für  ugs. · ↗hinblättern  ugs. · in die Tasche greifen  ugs., fig. · latzen  ugs. · ↗lockermachen (Geldbetrag)  ugs. · ↗löhnen  ugs. · ↗prästieren  geh., lat. · ↗raushauen  ugs. · rauspfeifen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(der) tragende Grund  fig. · (die) tragenden Säulen  fig. · ↗Eckpfeiler  fig. · ↗Fundament  fig. · ↗Grundfeste  fig. · tragen(d sein)  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anzug Frucht Grab Hemd Hose Jeans Kleid Kopftuch Kosten Last Name Rechnung Risiko Schuld T-Shirt Titel Uniform Verantwortung Zug auftragen austragen beitragen davontragen eintragen er mittragen selbst sie vortragen zusammentragen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tragen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nie habe jemand etwas auf Kosten der anderen nach draußen getragen.
Die Zeit, 08.12.2013, Nr. 50
Es trägt aber auch als wichtiges ölproduzierendes Land eine besondere Verantwortung.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1982]
Ich habe dieses Kind unter meinem Herzen getragen neun Monate.
Klabund: Der Kreidekreis. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 15006
Sie trug also - erlauben Sie mir, das festzustellen - völlig unsozialen Charakter.
Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 599
Sie trug die Last, die man ihr aufbürdete, mit Seufzen.
Boy-Ed, Ida: Dorothea Schlözer. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2343
Zitationshilfe
„tragen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tragen>, abgerufen am 19.09.2019.

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