trampeln

GrammatikVerb · trampelt, trampelte, hat/ist getrampelt
Aussprache
Worttrennungtram-peln
Wortbildung mit ›trampeln‹ als Erstglied: ↗Trampelloge · ↗Trampelpfad · ↗Trampeltier
 ·  mit ›trampeln‹ als Letztglied: ↗austrampeln · ↗heraustrampeln · ↗hereintrampeln · ↗herumtrampeln · ↗niedertrampeln · ↗tottrampeln
 ·  mit ›trampeln‹ als Grundform: ↗Getrampel · ↗Trampel · ↗zertrampeln
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich, abwertend mit festen, schwerfälligen Schritten gehen (und dabei etw. zerstören)
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
bei der Flucht aus dem brennenden Gebäude wurden einige Menschen zu Boden, zu Tode getrampelt
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
er kam mit schmutzigen Stiefeln in das Zimmer getrampelt
durch die Beete trampeln
2.
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
a)
seiner Wut durch schnelles und wiederholtes Stampfen mit den Füßen Ausdruck geben
Beispiel:
das Kind trampelte (vor Wut) mit den Füßen
b)
Beispiele:
sich [Dativ] den Schnee von den Füßen, Schuhen trampeln (= durch festes und wiederholtes Auftreten versuchen, den anhaftenden Schnee zu entfernen)
sich [Dativ] die Füße warm trampeln (= durch festes und wiederholtes Auftreten versuchen, die kalten Füße zu erwärmen)
3.
(Beifall) trampelnmit den Füßen laut und wiederholt auf den Boden stampfen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
nach dem glanzvollen Konzert wurde lange getrampelt (= unter Studenten üblich gewesene und zum Teil noch übliche Sitte zur Begrüßung des Dozenten)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trampeln · trampen1 · Trampel · Trampeltier
trampeln Vb. ‘mit derben, schwerfälligen Schritten gehen, wiederholt mit den Füßen laut auf den Boden stampfen’ (15. Jh.), Iterativbildung zu seltenerem, auf Grund seines lautmalenden Charakters über das gesamte dt. Sprachgebiet in unverschobener Form bezeugtem trampen1 Vb. ‘mit den Füßen stampfen’ (15. Jh.), das ablautend neben einem in got. anatrimpan ‘bedrängen’ überlieferten starken Verbum steht. Vgl. auch mnd. nl. trampen, mnl. tramperen; zu Herkunft, Verwandtschaft und Bildungsweise s. ↗Treppe. Trampel m. n. ‘ungeschickter, schwerfälliger Mensch’ (17. Jh.), aus dem Verb rückgebildet. Trampeltier n. (umgangssprachlich) ‘plumper, schwerfälliger Mensch’, auch ‘Kamel’ (16. Jh.), danach in bewußter Unterscheidung zum einhöckrigen Dromedar ‘zweihöckriges Kamel’ (seit 1793, Nemnich); zur sprachlichen Entwicklung s. ↗Dromedar.

Thesaurus

Synonymgruppe
geräuschvoll gehen · ↗stapfen · ↗tapsen · trampeln · ↗trapsen
Oberbegriffe
  • einen Fuß vor den anderen setzen · ↗gehen · ↗laufen  ●  zu Fuß gehen  Hauptform · ↗latschen  ugs., salopp · zu Fuß laufen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dickhäuter Elefant Gedränge Herde Horde Massenpanik Panik Pilger Porzellanladen Stiefel Stier Tod WM-Qualifikationsspiel brüllen herum herumtrampeln hinwegtrampeln johlen klatschen kreischen nieder niedertrampeln platt rumtrampeln schreien stampfen tottrampeln trompeten zerquetschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trampeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die anderen über mir trampeln immer, das finde ich sehr blöd.
Süddeutsche Zeitung, 24.03.2003
Ein Jahr später wird er seine Frau zu Tode trampeln.
konkret, 1993
Über drei Meter hoch, trampelte es durch einen freundlichen Obstgarten.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 273
Von den vielen Schuhsohlen war es schon schwarz und platt getrampelt.
Matthiessen, Wilhelm: Das Mondschiff. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1949], S. 239
Zitationshilfe
„trampeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/trampeln>, abgerufen am 13.12.2019.

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