trampen

GrammatikVerb · trampte, ist getrampt
Aussprache
Worttrennungtram-pen (computergeneriert)
HerkunftEnglisch
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich reisen, indem man auf Landstraßen Autos anhält und sich von ihnen mitnehmen lässt; per Anhalter reisen
Beispiel:
er ist in den Ferien bis nach Rostock, durch das ganze Land getrampt
2.
als Tramp umherziehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trampeln · trampen1 · Trampel · Trampeltier
trampeln Vb. ‘mit derben, schwerfälligen Schritten gehen, wiederholt mit den Füßen laut auf den Boden stampfen’ (15. Jh.), Iterativbildung zu seltenerem, auf Grund seines lautmalenden Charakters über das gesamte dt. Sprachgebiet in unverschobener Form bezeugtem trampen1 Vb. ‘mit den Füßen stampfen’ (15. Jh.), das ablautend neben einem in got. anatrimpan ‘bedrängen’ überlieferten starken Verbum steht. Vgl. auch mnd. nl. trampen, mnl. tramperen; zu Herkunft, Verwandtschaft und Bildungsweise s. ↗Treppe. Trampel m. n. ‘ungeschickter, schwerfälliger Mensch’ (17. Jh.), aus dem Verb rückgebildet. Trampeltier n. (umgangssprachlich) ‘plumper, schwerfälliger Mensch’, auch ‘Kamel’ (16. Jh.), danach in bewußter Unterscheidung zum einhöckrigen Dromedar ‘zweihöckriges Kamel’ (seit 1793, Nemnich); zur sprachlichen Entwicklung s. ↗Dromedar.

trampen2 · Tramper
trampen2 Vb. ‘wandern’, auch ‘beim Wandern ein Auto anhalten und um Mitfahrt bitten’ (1. Hälfte 20. Jh.), dann speziell ‘per Autostop, per Anhalter reisen’ (50er Jahre 20. Jh.), abgeleitet von Tramp m. (2. Hälfte 19. Jh.), engl. (besonders amerik.-engl.) tramp ‘Vagabund, Landstreicher, umherziehender Gelegenheitsarbeiter (der jede kostenlos sich anbietende Fahrgelegenheit nutzt)’. Zu engl. to tramp ‘trampeln, treten, zur Fuß reisen, wandern, vagabundieren’, wohl entlehnt aus mnl. tramperen bzw. mnd. trampen (s. ↗trampeln). Dazu in jüngster Zeit Tramper m. ‘wer per Anhalter reist’.

Thesaurus

Synonymgruppe
den Daumen heraushalten · ↗mitfahren · per Anhalter fahren · trampen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Freundin Rucksack Süden jahrelang quer zurück

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trampen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann stellt er sich wieder an die Straße und trampt weiter.
Süddeutsche Zeitung, 24.08.2002
Sie trampt nicht gern und lässt sich nur ungern von Katharina überreden.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 78
Birgit trampt zurück und fühlt sich wieder mal ein ganzes Stück besser.
Bravo, 25.08.1977
Man trampt sommers wie winters in Gummiweiß (mit aufgesteppten modischen Farbstreifen) durch die Gegend.
Schröter, Heinz: Ich, der Rentnerkönig, Genf: Ariston 1985, S. 88
Um die Liebeszeit der Pferde trampte ein Bauer mit seiner Kleinpferdstute auf unseren Hof.
Strittmatter, Erwin: Pony Pedro, Berlin: Kinderbuchverl. 1959, S. 108
Zitationshilfe
„trampen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/trampen>, abgerufen am 24.04.2019.

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