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transzendent

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungtran-szen-dent · trans-zen-dent
HerkunftLatein
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Philosophie Bewusstsein und Erfahrung überschreitend, übersinnlich, übernatürlich, jenseitig
Beispiel:
dieser mittelalterliche Predigtstil ... wendet sich an ein naives Publikum, das er unmittelbar aus der Enge geistiger Begrenztheit in transzendente Bezirke erheben will [KlempererLTI255]
2.
Mathematik über das Gebiet der Algebra hinausgehend
Beispiel:
eine transzendente Zahl, Gleichung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

transzendent · Transzendenz · transzendental
transzendent Adj. in der idealistischen Erkenntnistheorie ‘sinnliche Wahrnehmung, Erfahrung und Bewußtsein übersteigend, übernatürlich, metaphysisch’, entlehnt (Kant, 2. Hälfte 18. Jh.) aus mlat. transcendens ‘die aristotelischen Kategorien übersteigend, über die Natur oder die Vernunft hinausgehend’, daher auch ‘göttlich’, Part. Präs. (Genitiv transcendentis) von lat. trānscendere ‘hinübersteigen, übersteigen, -schreiten, -treten’; vgl. lat. scandere ‘steigen’. In der Mathematik ‘nicht durch algebraische Operationen darstellbar, nicht algebraisch’, vgl. transzendentische Gleichung (Wolff, Anfang 18. Jh.), nach quod vires Algebrae transcendit (Leibniz). Transzendenz f. ‘das Überschreiten der Grenze der Erfahrung, was jenseits der Erfahrung liegt, das Übernatürliche’ (Ende 18. Jh.), spätlat. trānscendentia ‘das Übersteigen, Überschreiten’. transzendental Adj. ‘vor jeder Erfahrung und Erkenntnis liegend und diese erst ermöglichend’ (Mitte 18. Jh.), mlat. transcendentalis ‘übersinnlich’.

Thesaurus

Synonymgruppe
esoterisch · ↗magisch · ↗metaphysisch · ↗parapsychisch · ↗parapsychologisch · ↗spirituell · transzendent · ↗übersinnlich · überwirklich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akt Bezug Bindung Charakter Dimension Eigenschaft Erlebnis Funktion Gott Gottheit Instanz Macht Ordnung Perspektive Prinzip Realität Sachlichkeit Sein Sphäre Ursprung Wahrheit Wesen Wesenheit Wirklichkeit Wurzel absolut geistig immanent transparent transzendental

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›transzendent‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wesentlich ist ihm die Wiederherstellung einer transzendenten Dimension menschlichen Daseins.
Die Zeit, 16.05.1980, Nr. 21
Aber trotz der ausgesprochen monistischen Tendenz seines Denkens hielt er den Glauben an den transzendenten Gott fest.
Klein, J.: Pantheismus. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 14557
Diesen Übergang in die neue Einstellung habe ich als transzendente Funktion bezeichnet.
Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 261
Wo alles äugt und spioniert, ist für das transzendente Auge des universalen Gesetzes kein Platz mehr.
Süddeutsche Zeitung, 23.03.2004
Denn Wahl ist natürlich und mag sogar den Elementen eignen; die Entscheidung ist transzendent.
Benjamin, Walter: Goethes Wahlverwandtschaften. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,2, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1925], S. 181
Zitationshilfe
„transzendent“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/transzendent>, abgerufen am 27.05.2019.

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