transzendental

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungtran-szen-den-tal · trans-zen-den-tal
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›transzendental‹ als Erstglied: ↗Transzendentalphilosophie  ·  mit ›transzendental‹ als Grundform: ↗Transzendentalien
eWDG, 1976

Bedeutung

Philosophie nach Kant vor aller Erfahrung, Erkenntnis liegend und diese erst ermöglichend
Beispiel:
der transzendentale Idealismus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

transzendent · Transzendenz · transzendental
transzendent Adj. in der idealistischen Erkenntnistheorie ‘sinnliche Wahrnehmung, Erfahrung und Bewußtsein übersteigend, übernatürlich, metaphysisch’, entlehnt (Kant, 2. Hälfte 18. Jh.) aus mlat. transcendens ‘die aristotelischen Kategorien übersteigend, über die Natur oder die Vernunft hinausgehend’, daher auch ‘göttlich’, Part. Präs. (Genitiv transcendentis) von lat. trānscendere ‘hinübersteigen, übersteigen, -schreiten, -treten’; vgl. lat. scandere ‘steigen’. In der Mathematik ‘nicht durch algebraische Operationen darstellbar, nicht algebraisch’, vgl. transzendentische Gleichung (Wolff, Anfang 18. Jh.), nach quod vires Algebrae transcendit (Leibniz). Transzendenz f. ‘das Überschreiten der Grenze der Erfahrung, was jenseits der Erfahrung liegt, das Übernatürliche’ (Ende 18. Jh.), spätlat. trānscendentia ‘das Übersteigen, Überschreiten’. transzendental Adj. ‘vor jeder Erfahrung und Erkenntnis liegend und diese erst ermöglichend’ (Mitte 18. Jh.), mlat. transcendentalis ‘übersinnlich’.

Typische Verbindungen zu ›transzendental‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›transzendental‹.

Verwendungsbeispiele für ›transzendental‹

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Wir haben aber kein transzendentales System, aus dem wir Kraft schöpfen können.
Die Zeit, 05.04.2010, Nr. 14
Ein Mädchen war mal ganz interessiert an Transzendentaler Meditation (TM).
Süddeutsche Zeitung, 06.05.1995
Mit der transzendentalen Ästhetik allein ist es aber nicht getan.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 1620
Das Interesse der Analytischen Psychologie richtet sich daher vornehmlich auf »visionäre« Dichtungen mit symbolträchtigem und transzendentalem Inhalt.
Langner, Ralph: Literaturpsychologie. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 22503
Für die Vorstellung transzendental hat Kant das Bild, das Wort nicht gefunden.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 5442
Zitationshilfe
„transzendental“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/transzendental>, abgerufen am 04.04.2020.

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