tratschen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungtrat-schen
Wortbildung mit ›tratschen‹ als Erstglied: ↗Tratscherei · ↗Tratschgeschichte · ↗Tratschtante · ↗Tratschweib
 ·  mit ›tratschen‹ als Letztglied: ↗weitertratschen  ·  mit ›tratschen‹ als Grundform: ↗Getratsch · ↗Getratsche · ↗Tratsche · ↗betratschen · ↗tratschig
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich, abwertend über abwesende Personen Übles reden, klatschen
Beispiele:
über sie wurde viel getratscht
Der tratscht wie ein altes Weib [UhseSöhne10]
2.
salopp sich unterhalten, schwatzen
Beispiel:
Wenn die Schicht zu Ende war, strolchten die Arbeiter ins Dorf, oder sie tratschten zusammen auf den steinernen Stufen des ... Brückenkopfes [SeghersAusflug157]
3.
salopp jmdm. etw. hinterbringen, verraten, petzen
Beispiel:
Der horcht Sie bloß aus – und hinterher tratscht er alles dem Rittmeister [FalladaWolf1,269]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tratschen · Tratsch
tratschen Vb. ‘klatschen, schwatzen, über jmdn. herziehen’ (17. Jh.), wohl älter landschaftlich (auch trätschen) ‘hart, schwerfällig, geräuschvoll auftreten, im Schlamm, im Wasser patschen, spritzen’, vgl. mnd. trātsen ‘schwerfällig tanzen’; lautmalenden Ursprungs. Tratsch m. ‘üble Nachrede, Klatsch’ (19. Jh.), landschaftlich ‘Wasserguß, geräuschvolles Auffallen, Aufklatschen ausgegossenen Wassers, Geschwätz’, älter ‘laute Rede, Lärm, unruhiges geräuschvolles Tun’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
tratschen · über andere Leute reden
Synonymgruppe
(jemandem etwas) nachsagen · ↗(sich) zuflüstern · ↗(sich) zuraunen · ↗(über jemanden) herziehen · hinter jemandes Rücken reden · ↗klatschen · ↗munkeln · ratschen · schlecht reden (über) · tratschen · vom Leder ziehen  ●  ↗lästern  Hauptform · (sich) aufhalten über  ugs. · (sich) das Maul zerreißen (über)  ugs. · ↗ablästern (über jemanden)  ugs. · ↗bashen  ugs., engl.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

BILD-Reporterin Nachbar Rücken darüber diskutieren essen gern klatschen lachen lästern plaudern ratschen trinken tuscheln weitertratschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tratschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und die drei Frauen, die hier am Abend tanzen sollen, tratschen gelangweilt am Pool.
Die Zeit, 21.07.2005, Nr. 30
Dort tratschen sie dann lebhaft miteinander, über ihn, über Gott und die Welt.
Süddeutsche Zeitung, 13.02.1996
Alle setzten sich zusammen und tratschten und waren vergnügter als sonst.
Altenberg, Peter: Märchen des Lebens. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1908], S. 6348
Sie lehrten mich murmeln, quasseln und labern, tuscheln und grölen, plaudern, quatschen, parlieren, intrigieren und natürlich tratschen.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 51
Oder weil die Frau Professor ihren Stuhl wegruckelte und mit Hetzel tratschte?
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 214
Zitationshilfe
„tratschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tratschen>, abgerufen am 19.06.2019.

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