trauen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung trau-en
Wortbildung  mit ›trauen‹ als Erstglied: Trauminet  ·  mit ›trauen‹ als Letztglied: heimtrauen · herantrauen · hertrauen · hervortrauen · hineintrauen · misstrauen · raustrauen · zurücktrauen · zutrauen
 ·  mit ›trauen‹ als Grundform: vertrauen
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdm., einer Sache Vertrauen, Glauben schenken
Beispiele:
sie traute ihm, seinen Worten, der Sache nicht recht
seit diesem Vorfall traut er niemandem mehr
du kannst ihm trauen
ich traute meinen Ohren nicht (= glaubte, ich hätte mich verhört)
umgangssprachlichich traute meinen Augen, Blicken nicht (= war höchst überrascht), als ich ihn sah
umgangssprachlichich traue dem (Land)frieden nicht (= habe Zweifel, Bedenken an der Sache)
umgangssprachlichdem Braten nicht recht trauen (= misstrauisch sein)
umgangssprachlichjmdm. nicht über den Weg trauen (= misstrauisch gegen jmdn. sein)
saloppjmdm. nicht um die Ecke (= nur sehr wenig) trauen
sprichwörtlich trau, schau wem
2.
sich (nicht) trauen
a)
trauen + zu + Infinitivsich wagen, etw. zu tun
Beispiele:
sie traut sich nicht, bis ans andere Ufer zu schwimmen
ich traue mich nicht, zu fragen
umgangssprachlichdu traust dich nur nicht (= du hast keinen Mut dazu)
sich viel, wenig trauen
b)
sich irgendwohin wagen
Beispiele:
ich traue mich nicht aus dem Haus
der Junge traut sich nicht ins Wasser
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trauen · Traute · Trauung · Trauring · Trauzeuge · betrauen · vertrauen · vertraut · Vertrauen · vertraulich · anvertrauen · zutrauen · Zutrauen · zutraulich
trauen Vb. ‘keine Vorbehalte, kein Mißtrauen haben, Glauben schenken, ehelich verbinden, verheiraten’, reflexiv ‘wagen, etw. zu tun, den Mut zu etw. haben’, ahd. trū(w)ēn ‘(ver)trauen, glauben, hoffen, zutrauen’ (um 900; vgl. fir-, gitrū(w)ēn, um 800), mhd. trūwen ‘Zuversicht haben, hoffen, glauben, trauen, sich getrauen, (an)vertrauen, ehelich verloben, (an)trauen’ (daneben mit ungeklärtem Umlaut mhd. triuwen, nhd. treuen bis 16./17. Jh.), asächs. trūon ‘vertrauen’, mnd. trūwen ‘(ver)trauen, ehelich verbinden’, mnl. betrūwen ‘vertrauen’, aengl. trūwian (daneben trēowian als Ableitung von trēow f.), engl. (älter) to trow, anord. trūa ‘vertrauen, glauben’, schwed. tro ‘glauben, trauen’, ablautend got. trauan ‘(ver)trauen’. Das gemeingerm., teilweise intervokalisches w aufweisende Verb ist gebildet zu den Ablautformen ie. *drū- bzw. (für das Got.) *drōu̯- der unter treu (s. d.) genannten Wurzel, zeigt also ähnliche Lautformen und Lautentwicklungen wie bauen (s. d.). Die Ausgangsbedeutung ist ‘fest, treu (in seinem Verhalten, seiner Meinung) sein’. Aus im Ahd. und Mhd. geläufigem ‘glauben, hoffen, zutrauen’ entwickelt sich ‘vertrauen, Glauben schenken’; ‘zuversichtlich hoffen’ geht bei reflexivem Gebrauch über zu ‘wagen, riskieren’ (16. Jh.). Seit dem 13. Jh. steht trauen für ‘ehelich verbinden’, d. h. ‘dem Manne zur Frau geben’, eigentlich ‘anvertrauen’. Zu sich trauen ‘den Mut zu etw. haben’ die umgangsprachliche Abstraktbildung Traute f. ‘Mut’ (berlin., Ende 19. Jh.). Trauung f. ‘Eheschließung’ (2. Hälfte 16. Jh.), mnd. trūwinge (um 1420); vgl. spätmhd. trūunge ‘Vertrauen’. Trauring m. (16. Jh.). Trauzeuge m. (Ende 18. Jh.). betrauen Vb. ‘jmdm. die Ausführung und Angelegenheit vertrauensvoll übertragen’ (17. Jh.), älter ‘vertrauen’, auch ‘sich verloben, heiraten’ (16. Jh.). vertrauen Vb. ‘sich worauf verlassen, fest glauben’, älter ‘anvertrauen’, ahd. firtrū(w)ēn (um 800), mhd. vertrūwen, vertriuwen ‘(ver)trauen, anvertrauen, versprechen, geloben, (sich) verloben oder vermählen, kirchlich trauen’; vertraut Part.adj. ‘beherzt, zuversichtlich, zuverlässig’ (16. Jh.), ‘eng befreundet, gut bekannt’ (17. Jh.); Vertrauen n. ‘fester Glaube an jmds. Zuverlässigkeit und Treue, Zuversicht’ (15. Jh.); vertraulich Adj. ‘nicht für die Allgemeinheit bestimmt, offenherzig, vertraut’ (16. Jh.). anvertrauen Vb. ‘vertrauensvoll übergeben, in Obhut geben, vertraulich, im geheimen mitteilen’, reflexiv ‘sich vertrauensvoll an jmdn. wenden’ (16. Jh.), zuerst im Sinne von ‘zutrauen, vertrauen’. zutrauen Vb. ‘von jmdm. glauben, daß er die Fähigkeiten, Eigenschaften für etw. besitzt’ (16. Jh.), früher auch ‘anvertrauen’; Zutrauen n. ‘Glaube an jmds. Fähigkeiten und Zuverlässigkeit’ (18. Jh.); zutraulich Adj. ‘voller Zutrauen, vertrauend’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›trauen‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trauen‹.

Verwendungsbeispiele für ›trauen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst als er das Amt los war, traute er sich was.
Die Zeit, 07.05.2013, Nr. 20
Ich hätte am liebsten ihre Hand genommen, aber ich traute mich nicht.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 42
Man tut also gut daran, seinen Augen nicht zu trauen!
Kracke, Helmut: Aus eins mach zehn und zehn ist keins, Tübingen: Wunderlich Verl. Leins 1968, S. 236
Oder meinst Du anders, später, nicht mehr kirchlich trauen lassen?
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 17.11.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Das ist richtig, aber unter welchem Namen haben Sie sich trauen lassen?
Friedländer, Hugo: Manolesco, der König der Diebe vor Gericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 20391
Zitationshilfe
„trauen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/trauen#1>, abgerufen am 25.01.2022.

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trauen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung trau-en (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›trauen‹ als Erstglied: Traualtar · Trauformel · Traupfennig · Trauring · Trauschein · Trauung · Trauzeuge
 ·  mit ›trauen‹ als Letztglied: antrauen · kriegstrauen
eWDG

Bedeutung

jmdn. trauenjmds. Ehe standesamtlich schließen oder kirchlich segnen
Beispiele:
sie sind gestern standesamtlich, kirchlich getraut worden
sie haben sich trauen lassen (= haben geheiratet)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trauen · Traute · Trauung · Trauring · Trauzeuge · betrauen · vertrauen · vertraut · Vertrauen · vertraulich · anvertrauen · zutrauen · Zutrauen · zutraulich
trauen Vb. ‘keine Vorbehalte, kein Mißtrauen haben, Glauben schenken, ehelich verbinden, verheiraten’, reflexiv ‘wagen, etw. zu tun, den Mut zu etw. haben’, ahd. trū(w)ēn ‘(ver)trauen, glauben, hoffen, zutrauen’ (um 900; vgl. fir-, gitrū(w)ēn, um 800), mhd. trūwen ‘Zuversicht haben, hoffen, glauben, trauen, sich getrauen, (an)vertrauen, ehelich verloben, (an)trauen’ (daneben mit ungeklärtem Umlaut mhd. triuwen, nhd. treuen bis 16./17. Jh.), asächs. trūon ‘vertrauen’, mnd. trūwen ‘(ver)trauen, ehelich verbinden’, mnl. betrūwen ‘vertrauen’, aengl. trūwian (daneben trēowian als Ableitung von trēow f.), engl. (älter) to trow, anord. trūa ‘vertrauen, glauben’, schwed. tro ‘glauben, trauen’, ablautend got. trauan ‘(ver)trauen’. Das gemeingerm., teilweise intervokalisches w aufweisende Verb ist gebildet zu den Ablautformen ie. *drū- bzw. (für das Got.) *drōu̯- der unter treu (s. d.) genannten Wurzel, zeigt also ähnliche Lautformen und Lautentwicklungen wie bauen (s. d.). Die Ausgangsbedeutung ist ‘fest, treu (in seinem Verhalten, seiner Meinung) sein’. Aus im Ahd. und Mhd. geläufigem ‘glauben, hoffen, zutrauen’ entwickelt sich ‘vertrauen, Glauben schenken’; ‘zuversichtlich hoffen’ geht bei reflexivem Gebrauch über zu ‘wagen, riskieren’ (16. Jh.). Seit dem 13. Jh. steht trauen für ‘ehelich verbinden’, d. h. ‘dem Manne zur Frau geben’, eigentlich ‘anvertrauen’. Zu sich trauen ‘den Mut zu etw. haben’ die umgangsprachliche Abstraktbildung Traute f. ‘Mut’ (berlin., Ende 19. Jh.). Trauung f. ‘Eheschließung’ (2. Hälfte 16. Jh.), mnd. trūwinge (um 1420); vgl. spätmhd. trūunge ‘Vertrauen’. Trauring m. (16. Jh.). Trauzeuge m. (Ende 18. Jh.). betrauen Vb. ‘jmdm. die Ausführung und Angelegenheit vertrauensvoll übertragen’ (17. Jh.), älter ‘vertrauen’, auch ‘sich verloben, heiraten’ (16. Jh.). vertrauen Vb. ‘sich worauf verlassen, fest glauben’, älter ‘anvertrauen’, ahd. firtrū(w)ēn (um 800), mhd. vertrūwen, vertriuwen ‘(ver)trauen, anvertrauen, versprechen, geloben, (sich) verloben oder vermählen, kirchlich trauen’; vertraut Part.adj. ‘beherzt, zuversichtlich, zuverlässig’ (16. Jh.), ‘eng befreundet, gut bekannt’ (17. Jh.); Vertrauen n. ‘fester Glaube an jmds. Zuverlässigkeit und Treue, Zuversicht’ (15. Jh.); vertraulich Adj. ‘nicht für die Allgemeinheit bestimmt, offenherzig, vertraut’ (16. Jh.). anvertrauen Vb. ‘vertrauensvoll übergeben, in Obhut geben, vertraulich, im geheimen mitteilen’, reflexiv ‘sich vertrauensvoll an jmdn. wenden’ (16. Jh.), zuerst im Sinne von ‘zutrauen, vertrauen’. zutrauen Vb. ‘von jmdm. glauben, daß er die Fähigkeiten, Eigenschaften für etw. besitzt’ (16. Jh.), früher auch ‘anvertrauen’; Zutrauen n. ‘Glaube an jmds. Fähigkeiten und Zuverlässigkeit’ (18. Jh.); zutraulich Adj. ‘voller Zutrauen, vertrauend’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›trauen‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trauen‹.

Verwendungsbeispiele für ›trauen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst als er das Amt los war, traute er sich was.
Die Zeit, 07.05.2013, Nr. 20
Ich hätte am liebsten ihre Hand genommen, aber ich traute mich nicht.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 42
Man tut also gut daran, seinen Augen nicht zu trauen!
Kracke, Helmut: Aus eins mach zehn und zehn ist keins, Tübingen: Wunderlich Verl. Leins 1968, S. 236
Oder meinst Du anders, später, nicht mehr kirchlich trauen lassen?
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 17.11.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Das ist richtig, aber unter welchem Namen haben Sie sich trauen lassen?
Friedländer, Hugo: Manolesco, der König der Diebe vor Gericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 20391
Zitationshilfe
„trauen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/trauen#2>, abgerufen am 25.01.2022.

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