trauen
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungtrau-en (computergeneriert)
Wortbildung mit ›trauen‹ als Erstglied: ↗Trauminet  ·  mit ›trauen‹ als Letztglied: ↗heimtrauen · ↗herantrauen · ↗hertrauen · ↗hervortrauen · ↗hineintrauen · ↗misstrauen · ↗raustrauen · ↗zurücktrauen · ↗zutrauen
 ·  Ableitung von ›trauen‹: ↗vertrauen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
jmdm., einer Sache Vertrauen, Glauben schenken
Beispiele:
sie traute ihm, seinen Worten, der Sache nicht recht
seit diesem Vorfall traut er niemandem mehr
du kannst ihm trauen
ich traute meinen Ohren nicht (= glaubte, ich hätte mich verhört)
umgangssprachlich ich traute meinen Augen, Blicken nicht (= war höchst überrascht), als ich ihn sah
umgangssprachlich ich traue dem (Land)frieden nicht (= habe Zweifel, Bedenken an der Sache)
umgangssprachlich dem Braten nicht recht trauen (= misstrauisch sein)
umgangssprachlich jmdm. nicht über den Weg trauen (= misstrauisch gegen jmdn. sein)
salopp jmdm. nicht um die Ecke (= nur sehr wenig) trauen
sprichwörtlich trau, schau wem
2.
sich (nicht) trauen
a)
mit »zu« + Inf.
sich wagen, etw. zu tun
Beispiele:
sie traut sich nicht, bis ans andere Ufer zu schwimmen
ich traue mich nicht, zu fragen
umgangssprachlich du traust dich nur nicht (= du hast keinen Mut dazu)
sich viel, wenig trauen
b)
sich irgendwohin wagen
Beispiele:
ich traue mich nicht aus dem Haus
der Junge traut sich nicht ins Wasser
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trauen · Traute · Trauung · Trauring · Trauzeuge · betrauen · vertrauen · vertraut · Vertrauen · vertraulich · anvertrauen · zutrauen · Zutrauen · zutraulich
trauen Vb. ‘keine Vorbehalte, kein Mißtrauen haben, Glauben schenken, ehelich verbinden, verheiraten’, reflexiv ‘wagen, etw. zu tun, den Mut zu etw. haben’, ahd. trū(w)ēn ‘(ver)trauen, glauben, hoffen, zutrauen’ (um 900; vgl. fir-, gitrū(w)ēn, um 800), mhd. trūwen ‘Zuversicht haben, hoffen, glauben, trauen, sich getrauen, (an)vertrauen, ehelich verloben, (an)trauen’ (daneben mit ungeklärtem Umlaut mhd. triuwen, nhd. treuen bis 16./17. Jh.), asächs. trūon ‘vertrauen’, mnd. trūwen ‘(ver)trauen, ehelich verbinden’, mnl. betrūwen ‘vertrauen’, aengl. trūwian (daneben trēowian als Ableitung von trēow f.), engl. (älter) to trow, anord. trūa ‘vertrauen, glauben’, schwed. tro ‘glauben, trauen’, ablautend got. trauan ‘(ver)trauen’. Das gemeingerm., teilweise intervokalisches w aufweisende Verb ist gebildet zu den Ablautformen ie. *drū- bzw. (für das Got.) *drōu̯- der unter ↗treu (s. d.) genannten Wurzel, zeigt also ähnliche Lautformen und Lautentwicklungen wie ↗bauen (s. d.). Die Ausgangsbedeutung ist ‘fest, treu (in seinem Verhalten, seiner Meinung) sein’. Aus im Ahd. und Mhd. geläufigem ‘glauben, hoffen, zutrauen’ entwickelt sich ‘vertrauen, Glauben schenken’; ‘zuversichtlich hoffen’ geht bei reflexivem Gebrauch über zu ‘wagen, riskieren’ (16. Jh.). Seit dem 13. Jh. steht trauen für ‘ehelich verbinden’, d. h. ‘dem Manne zur Frau geben’, eigentlich ‘anvertrauen’. Zu sich trauen ‘den Mut zu etw. haben’ die umgangsprachliche Abstraktbildung Traute f. ‘Mut’ (berlin., Ende 19. Jh.). Trauung f. ‘Eheschließung’ (2. Hälfte 16. Jh.), mnd. trūwinge (um 1420); vgl. spätmhd. trūunge ‘Vertrauen’. Trauring m. (16. Jh.). Trauzeuge m. (Ende 18. Jh.). betrauen Vb. ‘jmdm. die Ausführung und Angelegenheit vertrauensvoll übertragen’ (17. Jh.), älter ‘vertrauen’, auch ‘sich verloben, heiraten’ (16. Jh.). vertrauen Vb. ‘sich worauf verlassen, fest glauben’, älter ‘anvertrauen’, ahd. firtrū(w)ēn (um 800), mhd. vertrūwen, vertriuwen ‘(ver)trauen, anvertrauen, versprechen, geloben, (sich) verloben oder vermählen, kirchlich trauen’; vertraut Part.adj. ‘beherzt, zuversichtlich, zuverlässig’ (16. Jh.), ‘eng befreundet, gut bekannt’ (17. Jh.); Vertrauen n. ‘fester Glaube an jmds. Zuverlässigkeit und Treue, Zuversicht’ (15. Jh.); vertraulich Adj. ‘nicht für die Allgemeinheit bestimmt, offenherzig, vertraut’ (16. Jh.). anvertrauen Vb. ‘vertrauensvoll übergeben, in Obhut geben, vertraulich, im geheimen mitteilen’, reflexiv ‘sich vertrauensvoll an jmdn. wenden’ (16. Jh.), zuerst im Sinne von ‘zutrauen, vertrauen’. zutrauen Vb. ‘von jmdm. glauben, daß er die Fähigkeiten, Eigenschaften für etw. besitzt’ (16. Jh.), früher auch ‘anvertrauen’; Zutrauen n. ‘Glaube an jmds. Fähigkeiten und Zuverlässigkeit’ (18. Jh.); zutraulich Adj. ‘voller Zutrauen, vertrauend’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(den) Mut haben (zu) · (sich) trauen · ↗(sich) zutrauen · (so) mutig sein (zu) · es wagen  ●  ↗(sich) getrauen  veraltet · (den) Arsch in der Hose haben (zu)  ugs. · ↗(etwas) bringen  ugs. · die Stirn haben (zu)  geh., veraltend
Assoziationen
  • (sich) anmaßen · ↗(sich) erdreisten · ↗(sich) erkühnen · ↗(sich) erlauben · ↗(sich) herausnehmen · (sich) nicht scheuen (zu) · die Unverfrorenheit haben  ●  (die) Nerven haben  ugs. · (frech) das Haupt erheben  geh., fig. · ↗(sich) erfrechen  geh., veraltet · ↗(sich) unterstehen  ugs. · die Chuzpe besitzen  geh. · die Chuzpe haben  geh. · die Frechheit haben  ugs. · die Stirn haben  ugs. · so frei sein (zu)  geh.
  • (all) seinen Mut zusammennehmen · ↗(es) schaffen (zu) · (es) über sich bringen · (etwas) übers Herz bringen · (seinem) Herzen einen Stoß geben · (sich) ein Herz fassen · (sich) ein Herz nehmen (und) · (sich) einen Ruck geben (und) · (sich) trauen · ↗(sich) überwinden · ↗wagen  ●  ↗(sich) ermannen  altertümelnd · über seinen (eigenen) Schatten springen  fig.
  • (sich) hinwegsetzen (über) · ↗missachten · ↗zuwiderhandeln  ●  (etwas) Verbotenes tun  Hauptform · (ein) böses Kind sein  ugs., Kindersprache, variabel · (eine Regel) mit den Füßen treten  ugs. · böse sein  ugs., Kindersprache · vom süßen Gift (des / der ...) naschen  geh., ironisierend, literarisch
Synonymgruppe
(ein) Risiko auf sich nehmen · ↗(etwas) riskieren · (sein) Schicksal herausfordern · (sich) trauen · ↗(sich) wagen (an) · Risiken eingehen · es auf einen Versuch ankommen lassen · es wissen wollen · mutig sein  ●  (ein) Risiko eingehen  Hauptform · (sich) auf dünnem Eis bewegen  fig. · auf schmalem Grat wandern  fig. · mit dem Feuer spielen  fig. · (sich) aus dem Fenster lehnen  ugs., fig. · es darauf ankommen lassen  ugs. · ganz schön mutig sein  ugs.
Assoziationen
  • Tollkühnheit · ↗Vabanquespiel · heller Wahnsinn
  • (sich) anmaßen · ↗(sich) erdreisten · ↗(sich) erkühnen · ↗(sich) erlauben · ↗(sich) herausnehmen · (sich) nicht scheuen (zu) · die Unverfrorenheit haben  ●  (die) Nerven haben  ugs. · (frech) das Haupt erheben  geh., fig. · ↗(sich) erfrechen  geh., veraltet · ↗(sich) unterstehen  ugs. · die Chuzpe besitzen  geh. · die Chuzpe haben  geh. · die Frechheit haben  ugs. · die Stirn haben  ugs. · so frei sein (zu)  geh.
  • (sehr) risikoreiches Verhalten  ●  (ein) riskantes Spiel  fig., variabel, Hauptform · (etwas) kann ins Auge gehen  fig. · ↗Drahtseilakt  fig. · ↗Gratwanderung  fig. · Spiel mit dem Feuer  fig. · ↗Vabanquespiel  fig. · (eine) riskante Sache  ugs., Hauptform, variabel · Ritt auf der Rasierklinge  ugs., fig. · ↗Seiltanz  ugs., fig. · Tanz auf Messers Schneide  ugs. · Tanz auf dem Vulkan  ugs., fig. · russisches Roulette  ugs., fig.
  • (ein) großes Risiko eingehen · (sich) in Gefahr begeben · alles aufs Spiel setzen · alles riskieren  ●  Kopf und Kragen riskieren  fig. · auf volles Risiko gehen  ugs. · volles Risiko fahren  ugs., Jargon
  • (es) darauf ankommen lassen · (sein/das) Schicksal herausfordern · Gott versuchen (relig.) · alles auf eine Karte setzen · alles aufs Spiel setzen · aufs Ganze gehen  ●  (es) wissen wollen  ugs. · alles riskieren  ugs. · alles verlieren können  ugs.
  • (sich) vorwagen  ●  (sich) aus dem Fenster hängen  fig. · ↗vorpreschen  fig.
  • (etwas) wagen · es wagen, zu  ●  (der) Gefahr (furchtlos) ins Auge sehen  Hauptform · (sich) in die Höhle des Löwen begeben  fig., variabel · (die) Gefahr nicht scheuen  geh., veraltend
Synonymgruppe
trauen · ↗verheiraten · ↗vermählen  ●  unter die Haube bringen  ugs.
Assoziationen
  • (den) Bund der Ehe eingehen · (den) Bund fürs Leben schließen · (die) Ehe mit jemandem eingehen · (eine) Familie gründen · (jemandem) die Hand fürs Leben reichen · (sich) trauen lassen · ↗(sich) vermählen · Hochzeit feiern · Hochzeit halten · Mann und Frau werden · in den (heiligen) Stand der Ehe (ein)treten · kirchlich heiraten · standesamtlich heiraten · zum Altar führen · zum Mann nehmen · zur Frau nehmen  ●  ↗(jemanden) ehelichen  Amtsdeutsch · ↗heiraten  Hauptform · in den Hafen der Ehe einlaufen  fig. · (den) Bund der Ehe schließen  geh. · (jemandem) das Ja-Wort geben  ugs. · (jemandem) das Jawort geben  ugs. · ↗(jemanden) freien  geh., veraltet · ↗(sich) (mit jemandem) verehelichen  geh. · (sich) das Ja-Wort geben  ugs. · (sich) das Jawort geben  ugs. · Hochzeit machen  ugs.
Synonymgruppe
(all) seinen Mut zusammennehmen · ↗(es) schaffen (zu) · (es) über sich bringen · (etwas) übers Herz bringen · (seinem) Herzen einen Stoß geben · (sich) ein Herz fassen · (sich) ein Herz nehmen (und) · (sich) einen Ruck geben (und) · (sich) trauen · ↗(sich) überwinden · ↗wagen  ●  ↗(sich) ermannen  altertümelnd · über seinen (eigenen) Schatten springen  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) für wahr halten · ↗(jemandem etwas) abnehmen · (jemandem) Glauben schenken · nichts Böses vermuten hinter  ●  (jemandem) trauen  Hauptform
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angst Augen Braten Deckung Frieden Ohren Paare Sinnen Straße Weg du endlich euch herantraut heraustraut hineintraut hintrauen ich kaum man mehr nicht offenbar rantraut raus recht was zu zutraut

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trauen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst als er das Amt los war, traute er sich was.
Die Zeit, 07.05.2013, Nr. 20
Ich hätte am liebsten ihre Hand genommen, aber ich traute mich nicht.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 42
Man tut also gut daran, seinen Augen nicht zu trauen!
Kracke, Helmut: Aus eins mach zehn und zehn ist keins, Tübingen: Wunderlich Verl. Leins 1968, S. 236
Oder meinst Du anders, später, nicht mehr kirchlich trauen lassen?
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 17.11.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Das ist richtig, aber unter welchem Namen haben Sie sich trauen lassen?
Friedländer, Hugo: Manolesco, der König der Diebe vor Gericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 20391
Zitationshilfe
„trauen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/trauen#1>, abgerufen am 20.02.2018.

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trauen
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungtrau-en (computergeneriert)
Wortbildung mit ›trauen‹ als Erstglied: ↗Traualtar · ↗Trauformel · ↗Trauring · ↗Trauschein · ↗Trauung · ↗Trauzeuge
 ·  mit ›trauen‹ als Letztglied: ↗antrauen · ↗kriegstrauen
eWDG, 1976

Bedeutung

jmdn. trauenjmds. Ehe standesamtlich schließen oder kirchlich segnen
Beispiele:
sie sind gestern standesamtlich, kirchlich getraut worden
sie haben sich trauen lassen (= haben geheiratet)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trauen · Traute · Trauung · Trauring · Trauzeuge · betrauen · vertrauen · vertraut · Vertrauen · vertraulich · anvertrauen · zutrauen · Zutrauen · zutraulich
trauen Vb. ‘keine Vorbehalte, kein Mißtrauen haben, Glauben schenken, ehelich verbinden, verheiraten’, reflexiv ‘wagen, etw. zu tun, den Mut zu etw. haben’, ahd. trū(w)ēn ‘(ver)trauen, glauben, hoffen, zutrauen’ (um 900; vgl. fir-, gitrū(w)ēn, um 800), mhd. trūwen ‘Zuversicht haben, hoffen, glauben, trauen, sich getrauen, (an)vertrauen, ehelich verloben, (an)trauen’ (daneben mit ungeklärtem Umlaut mhd. triuwen, nhd. treuen bis 16./17. Jh.), asächs. trūon ‘vertrauen’, mnd. trūwen ‘(ver)trauen, ehelich verbinden’, mnl. betrūwen ‘vertrauen’, aengl. trūwian (daneben trēowian als Ableitung von trēow f.), engl. (älter) to trow, anord. trūa ‘vertrauen, glauben’, schwed. tro ‘glauben, trauen’, ablautend got. trauan ‘(ver)trauen’. Das gemeingerm., teilweise intervokalisches w aufweisende Verb ist gebildet zu den Ablautformen ie. *drū- bzw. (für das Got.) *drōu̯- der unter ↗treu (s. d.) genannten Wurzel, zeigt also ähnliche Lautformen und Lautentwicklungen wie ↗bauen (s. d.). Die Ausgangsbedeutung ist ‘fest, treu (in seinem Verhalten, seiner Meinung) sein’. Aus im Ahd. und Mhd. geläufigem ‘glauben, hoffen, zutrauen’ entwickelt sich ‘vertrauen, Glauben schenken’; ‘zuversichtlich hoffen’ geht bei reflexivem Gebrauch über zu ‘wagen, riskieren’ (16. Jh.). Seit dem 13. Jh. steht trauen für ‘ehelich verbinden’, d. h. ‘dem Manne zur Frau geben’, eigentlich ‘anvertrauen’. Zu sich trauen ‘den Mut zu etw. haben’ die umgangsprachliche Abstraktbildung Traute f. ‘Mut’ (berlin., Ende 19. Jh.). Trauung f. ‘Eheschließung’ (2. Hälfte 16. Jh.), mnd. trūwinge (um 1420); vgl. spätmhd. trūunge ‘Vertrauen’. Trauring m. (16. Jh.). Trauzeuge m. (Ende 18. Jh.). betrauen Vb. ‘jmdm. die Ausführung und Angelegenheit vertrauensvoll übertragen’ (17. Jh.), älter ‘vertrauen’, auch ‘sich verloben, heiraten’ (16. Jh.). vertrauen Vb. ‘sich worauf verlassen, fest glauben’, älter ‘anvertrauen’, ahd. firtrū(w)ēn (um 800), mhd. vertrūwen, vertriuwen ‘(ver)trauen, anvertrauen, versprechen, geloben, (sich) verloben oder vermählen, kirchlich trauen’; vertraut Part.adj. ‘beherzt, zuversichtlich, zuverlässig’ (16. Jh.), ‘eng befreundet, gut bekannt’ (17. Jh.); Vertrauen n. ‘fester Glaube an jmds. Zuverlässigkeit und Treue, Zuversicht’ (15. Jh.); vertraulich Adj. ‘nicht für die Allgemeinheit bestimmt, offenherzig, vertraut’ (16. Jh.). anvertrauen Vb. ‘vertrauensvoll übergeben, in Obhut geben, vertraulich, im geheimen mitteilen’, reflexiv ‘sich vertrauensvoll an jmdn. wenden’ (16. Jh.), zuerst im Sinne von ‘zutrauen, vertrauen’. zutrauen Vb. ‘von jmdm. glauben, daß er die Fähigkeiten, Eigenschaften für etw. besitzt’ (16. Jh.), früher auch ‘anvertrauen’; Zutrauen n. ‘Glaube an jmds. Fähigkeiten und Zuverlässigkeit’ (18. Jh.); zutraulich Adj. ‘voller Zutrauen, vertrauend’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(den) Mut haben (zu) · (sich) trauen · ↗(sich) zutrauen · (so) mutig sein (zu) · es wagen  ●  ↗(sich) getrauen  veraltet · (den) Arsch in der Hose haben (zu)  ugs. · ↗(etwas) bringen  ugs. · die Stirn haben (zu)  geh., veraltend
Assoziationen
  • (sich) anmaßen · ↗(sich) erdreisten · ↗(sich) erkühnen · ↗(sich) erlauben · ↗(sich) herausnehmen · (sich) nicht scheuen (zu) · die Unverfrorenheit haben  ●  (die) Nerven haben  ugs. · (frech) das Haupt erheben  geh., fig. · ↗(sich) erfrechen  geh., veraltet · ↗(sich) unterstehen  ugs. · die Chuzpe besitzen  geh. · die Chuzpe haben  geh. · die Frechheit haben  ugs. · die Stirn haben  ugs. · so frei sein (zu)  geh.
  • (all) seinen Mut zusammennehmen · ↗(es) schaffen (zu) · (es) über sich bringen · (etwas) übers Herz bringen · (seinem) Herzen einen Stoß geben · (sich) ein Herz fassen · (sich) ein Herz nehmen (und) · (sich) einen Ruck geben (und) · (sich) trauen · ↗(sich) überwinden · ↗wagen  ●  ↗(sich) ermannen  altertümelnd · über seinen (eigenen) Schatten springen  fig.
  • (sich) hinwegsetzen (über) · ↗missachten · ↗zuwiderhandeln  ●  (etwas) Verbotenes tun  Hauptform · (ein) böses Kind sein  ugs., Kindersprache, variabel · (eine Regel) mit den Füßen treten  ugs. · böse sein  ugs., Kindersprache · vom süßen Gift (des / der ...) naschen  geh., ironisierend, literarisch
Synonymgruppe
(ein) Risiko auf sich nehmen · ↗(etwas) riskieren · (sein) Schicksal herausfordern · (sich) trauen · ↗(sich) wagen (an) · Risiken eingehen · es auf einen Versuch ankommen lassen · es wissen wollen · mutig sein  ●  (ein) Risiko eingehen  Hauptform · (sich) auf dünnem Eis bewegen  fig. · auf schmalem Grat wandern  fig. · mit dem Feuer spielen  fig. · (sich) aus dem Fenster lehnen  ugs., fig. · es darauf ankommen lassen  ugs. · ganz schön mutig sein  ugs.
Assoziationen
  • Tollkühnheit · ↗Vabanquespiel · heller Wahnsinn
  • (sich) anmaßen · ↗(sich) erdreisten · ↗(sich) erkühnen · ↗(sich) erlauben · ↗(sich) herausnehmen · (sich) nicht scheuen (zu) · die Unverfrorenheit haben  ●  (die) Nerven haben  ugs. · (frech) das Haupt erheben  geh., fig. · ↗(sich) erfrechen  geh., veraltet · ↗(sich) unterstehen  ugs. · die Chuzpe besitzen  geh. · die Chuzpe haben  geh. · die Frechheit haben  ugs. · die Stirn haben  ugs. · so frei sein (zu)  geh.
  • (sehr) risikoreiches Verhalten  ●  (ein) riskantes Spiel  fig., variabel, Hauptform · (etwas) kann ins Auge gehen  fig. · ↗Drahtseilakt  fig. · ↗Gratwanderung  fig. · Spiel mit dem Feuer  fig. · ↗Vabanquespiel  fig. · (eine) riskante Sache  ugs., Hauptform, variabel · Ritt auf der Rasierklinge  ugs., fig. · ↗Seiltanz  ugs., fig. · Tanz auf Messers Schneide  ugs. · Tanz auf dem Vulkan  ugs., fig. · russisches Roulette  ugs., fig.
  • (ein) großes Risiko eingehen · (sich) in Gefahr begeben · alles aufs Spiel setzen · alles riskieren  ●  Kopf und Kragen riskieren  fig. · auf volles Risiko gehen  ugs. · volles Risiko fahren  ugs., Jargon
  • (es) darauf ankommen lassen · (sein/das) Schicksal herausfordern · Gott versuchen (relig.) · alles auf eine Karte setzen · alles aufs Spiel setzen · aufs Ganze gehen  ●  (es) wissen wollen  ugs. · alles riskieren  ugs. · alles verlieren können  ugs.
  • (sich) vorwagen  ●  (sich) aus dem Fenster hängen  fig. · ↗vorpreschen  fig.
  • (etwas) wagen · es wagen, zu  ●  (der) Gefahr (furchtlos) ins Auge sehen  Hauptform · (sich) in die Höhle des Löwen begeben  fig., variabel · (die) Gefahr nicht scheuen  geh., veraltend
Synonymgruppe
trauen · ↗verheiraten · ↗vermählen  ●  unter die Haube bringen  ugs.
Assoziationen
  • (den) Bund der Ehe eingehen · (den) Bund fürs Leben schließen · (die) Ehe mit jemandem eingehen · (eine) Familie gründen · (jemandem) die Hand fürs Leben reichen · (sich) trauen lassen · ↗(sich) vermählen · Hochzeit feiern · Hochzeit halten · Mann und Frau werden · in den (heiligen) Stand der Ehe (ein)treten · kirchlich heiraten · standesamtlich heiraten · zum Altar führen · zum Mann nehmen · zur Frau nehmen  ●  ↗(jemanden) ehelichen  Amtsdeutsch · ↗heiraten  Hauptform · in den Hafen der Ehe einlaufen  fig. · (den) Bund der Ehe schließen  geh. · (jemandem) das Ja-Wort geben  ugs. · (jemandem) das Jawort geben  ugs. · ↗(jemanden) freien  geh., veraltet · ↗(sich) (mit jemandem) verehelichen  geh. · (sich) das Ja-Wort geben  ugs. · (sich) das Jawort geben  ugs. · Hochzeit machen  ugs.
Synonymgruppe
(all) seinen Mut zusammennehmen · ↗(es) schaffen (zu) · (es) über sich bringen · (etwas) übers Herz bringen · (seinem) Herzen einen Stoß geben · (sich) ein Herz fassen · (sich) ein Herz nehmen (und) · (sich) einen Ruck geben (und) · (sich) trauen · ↗(sich) überwinden · ↗wagen  ●  ↗(sich) ermannen  altertümelnd · über seinen (eigenen) Schatten springen  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) für wahr halten · ↗(jemandem etwas) abnehmen · (jemandem) Glauben schenken · nichts Böses vermuten hinter  ●  (jemandem) trauen  Hauptform
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angst Augen Braten Deckung Frieden Ohren Paare Sinnen Straße Weg du endlich euch herantraut heraustraut hineintraut hintrauen ich kaum man mehr nicht offenbar rantraut raus recht was zu zutraut

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trauen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst als er das Amt los war, traute er sich was.
Die Zeit, 07.05.2013, Nr. 20
Ich hätte am liebsten ihre Hand genommen, aber ich traute mich nicht.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 42
Man tut also gut daran, seinen Augen nicht zu trauen!
Kracke, Helmut: Aus eins mach zehn und zehn ist keins, Tübingen: Wunderlich Verl. Leins 1968, S. 236
Oder meinst Du anders, später, nicht mehr kirchlich trauen lassen?
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 17.11.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Das ist richtig, aber unter welchem Namen haben Sie sich trauen lassen?
Friedländer, Hugo: Manolesco, der König der Diebe vor Gericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 20391
Zitationshilfe
„trauen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/trauen#2>, abgerufen am 20.02.2018.

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