trauern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungtrau-ern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›trauern‹ als Erstglied: ↗trauervoll  ·  mit ›trauern‹ als Letztglied: ↗mittrauern · ↗nachtrauern  ·  mit ›trauern‹ als Grundform: ↗Trauer · ↗betrauern · ↗vertrauern
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Trauer empfinden, besonders um einen Verstorbenen
Beispiele:
sie trauert tief, aufrichtig um ihren Vater
die trauernden Hinterbliebenen
betrübt sein
Beispiel:
sie trauert über den Verlust ihres schönen Seidentuches
2.
Trauerkleidung tragen
Beispiel:
die Witwe hat ein volles Jahr getrauert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trauern · Trauer · traurig · Trauerspiel
trauern Vb. ‘seelischen Schmerz empfinden, betrübt, ernst sein, Trauerkleidung tragen’, ahd. trūrēn (9. Jh.), mhd. trūren ‘traurig, ernst, nachdenklich sein’, aus dem Hd. entlehnt mnd. trūren, trōren, mnl. trōren, treuren, nl. treuren; vgl. Frings/M. Germania Romana 1 (1966) 21. Geht man daher von anlautendem germ. dr- aus, können als Verwandte asächs. driosan ‘fallen’, aengl. drēosan ‘fallen, sinken’, got. driusan ‘fallen’ sowie aengl. drūsian ‘kraftlos herabsinken, langsam, träge werden’ und ahd. trōr ‘Blut, tropfende Flüssigkeit’, asächs. drōr ‘fließendes Blut’ angesehen werden. Das ermöglicht eine Rückführung auf ie. *dhreus-, dehnstufig *dhrēus-, wozu vielleicht griech. thrá͞uein (θραύειν) ‘zerbrechen, zermalmen, entkräften’, das als s-Erweiterung der unter ↗triefen (s. d.) genannten Wurzel ie. *dhreu- ‘zerbrechen, zerbröckeln’ gelten kann. Als Ausgangsbedeutung für trauern ergibt sich ‘den Kopf sinken lassen’ oder ‘die Augen niederschlagen’ als Trauergebärde (in diesem Sinne wohl ahd. trūrēn bei Otfrid). Bis ins 18. Jh. ist trauren die übliche Form, trauern entsteht unter Einfluß des Substantivs Trauer, zunächst in der 2. und 3. Pers. Präs. trauerst, trauert. Trauer f. ‘tiefer seelischer Schmerz, besonders um einen Verstorbenen, Trauerkleidung’, mhd. (selten) trūre, triure, Rückbildung aus dem Verb; erst seit dem 17. Jh. geläufig. traurig Adj. ‘von Trauer erfüllt, bekümmert, schmerzlich, beklagenswert, armselig, erbärmlich’, ahd. trūrag (um 1000), mhd. trūrec, trūric; vgl. ablautend aengl. drēorig ‘blutig, schmerzlich, traurig’, engl. dreary ‘traurig’. Trauerspiel n. ‘Theaterstück mit tragischem Ausgang’ (um 1630) für Tragödie, zuerst Trauerspielschreiber (Opitz), wohl gebildet nach älterem Lustspiel.

Thesaurus

Synonymgruppe
klagen · trauern (über, um)
Synonymgruppe
(den Verlust einer Person) beklagen · ↗(jemanden) beweinen · ↗bejammern · ↗betrauern · trauern (um) (über) · ↗weinen (um)
Assoziationen
Synonymgruppe
Trübsal blasen · ↗betrauern · den Kopf sinken lassen · deprimiert (sein) · durch nichts aufzuheitern sein · enttäuscht (sein) · ↗leiden · ↗mutlos (sein) · ↗resigniert (sein) · trauern · ↗traurig (sein)  ●  den Kopf hängen lassen  Redensart, fig. · (wie) ein Häufchen Elend  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angehörige Ermordete Freund Grab Herrchen Hinterbliebene Kamerad Musikwelt Nationalheld Opfer Sarg Sohn Tote Unfähigkeit Unglücksstelle Verwandter Weggefährte Witwe hinterher hinterhertrauern jubeln mit mittrauern nach nachtrauern still trauern um unfähig weinen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trauern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zur deutschen Unfähigkeit zu trauern gehört eben auch die Unfähigkeit zu rühmen.
Die Welt, 06.10.2000
Du trauerst nur darüber, dass man mit guten Büchern heute niemanden mehr beeindrucken kann.
Der Tagesspiegel, 30.06.2000
Da hat man schon getrauert, und jetzt soll man sich wieder freuen?
Schwaiger, Brigitte: Wie kommt das Salz ins Meer?, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1982 [1977], S. 17
Da gibt es eine durch die Massenhaftigkeit des Unrechts bedingte Unfähigkeit zu trauern.
Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1975 - 1995, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1999], S. 297
Er trauerte um das Geschlecht, um seinen Vater, seine Söhne.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 45
Zitationshilfe
„trauern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/trauern>, abgerufen am 16.02.2019.

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