traulich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungtrau-lich
Wortbildung mit ›traulich‹ als Erstglied: ↗Traulichkeit

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [gehoben] gemütlich, behaglich
  2. 2. [veraltet] freundschaftlich vertraulich
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
gehoben gemütlich, behaglich
Beispiele:
ein trauliches Zimmer
trauliche Stille
ein trauliches Beisammensein
wir saßen beim traulichen Kerzenschein
die Lampe gab ein trauliches Licht
traulich beisammensitzen, plaudern
es war so still und traulich
Väterliche Fürsorge und die Wohltat eines traulichen Heims habe ich nie gekannt [BrechtDreigroschenoperI 1]
2.
veraltet freundschaftlich vertraulich
Beispiele:
Joachim [wurde] weder von Elisabeth, noch von den künftigen Schwiegereltern das trauliche Du angeboten [BrochPasenow239]
Adam und Eva, die in traulicher Umarmung vor dem Baume stehen [WölfflinDürer178]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

traulich Adj. ‘anheimelnd, intim’ (2. Hälfte 18. Jh.), bis ins 19. Jh. auch ‘zutraulich, voll Vertrauen’; eine Wortschöpfung der Dichter des Hainbunds zu ↗traut (s. d.) in Anlehnung an (nicht verwandte) Wörter wie vertraut, vertraulich, zutraulich (s. ↗trauen).

Typische Verbindungen zu ›traulich‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›traulich‹.

Verwendungsbeispiele für ›traulich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit Gruseln sehe ich das von Ihnen so traulich kommentierte Foto.
Süddeutsche Zeitung, 03.01.2002
Traulich ranke die Reb empor an dem niedrigen Fenster sich.
konkret, 1991
Wir blieben in dem jetzt so traulichen Hause nur einen Monat.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8668
Was eng und traulich gewesen, jetzt war es weit und leer.
Hermann, Georg [d.i. Borchardt, Georg Hermann]: Jettchen Gebert, Berlin: Fleischel 1919 [1906], S. 422
Abends geht es traulich mit den drei Enten zu Bette.
Brief von Wilhelm Busch an Grete Meyer vom 20.10.1900. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1900], S. 8989
Zitationshilfe
„traulich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/traulich>, abgerufen am 10.04.2020.

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