traut

GrammatikAdjektiv
Aussprache

Bedeutungsübersicht+

  1. [gehoben, spöttisch] anheimelnd, traulich
    1. vertraut
    2. [dichterisch] geliebt, teuer
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben, spöttisch anheimelnd, traulich
Beispiele:
er träumte von einem trauten Heim
das Zimmer ist heimelig und traut
Die trauten Abendstunden im Hause der Lindenthal [K. MannMephisto260]
Bald surrt ... / Beim trauten Kienspanschein das Spinnrad dumpf [WeinertRufe85]
vertraut
Beispiele:
im trauten Familienkreis, Gespräch sitzen
das Bild zeigt die beiden Staatsmänner in trauter Gemeinsamkeit
die Heimat, gestern noch die selbstverständliche Stätte des trauten Lebens, [war] zu einer fremden Hölle geworden [WerfelinÖsterr. Erzähler1,568]
dichterisch geliebt, teuer
Beispiele:
ein trauter Freund
Komm doch, mein Trauter [MozartFigaroIV 10]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

traut Adj. ‘anheimelnd, traulich, geliebt, teuer’, ahd. trūt (9. Jh.), mhd. trūt ‘lieb, geliebt’ und ahd. trūt m. (9. Jh.), mhd. trūt m. n. ‘Geliebte(r), Liebling, Gemahl’, mnl. druut m. ‘Freund, Geliebter’, aengl. drūt f. ‘Geliebte’ beruhen vielleicht auf einem alten to-Partizip. Alle weiteren Beziehungen sind ungeklärt.

Thesaurus

Synonymgruppe
bekannt · ↗familiär · traut · ↗vertraut

Typische Verbindungen zu ›traut‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›traut‹.

Verwendungsbeispiele für ›traut‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein trautes Heim hast du mir geschenkt und die Kinder geboren.
Sorge, Reinhard Johannes: Der Bettler. In: Bertram, Matthias (Hg.), Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 11142
Es geht nichts über ein gemütliches Beisammensein im trauten Heimatlande und unter gebildeten Persönlichkeiten.
Zuckmayer, Carl: Der fröhliche Weinberg. In: ders., Der fröhliche Weinberg, Frankfurt a. M.: Fischer 1995 [1925], S. 261
Aber zum Genießen, vor allem in trauter Runde, bevorzugt Schröder Wein.
Bild, 18.12.2003
Die trauten Zwiegespräche weichen längeren Pausen und längeren Vorträgen über abseitige Gegenstände.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 270
Ein Vierteljahr später präsentieren sich alle diese Kapazitäten nun in trauter Harmonie.
Süddeutsche Zeitung, 01.09.2001
Zitationshilfe
„traut“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/traut>, abgerufen am 02.04.2020.

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