treiben

GrammatikVerb · trieb, hat/ist getrieben
Aussprache
Worttrennungtrei-ben
Wortbildung mit ›treiben‹ als Erstglied: ↗Treibachse · ↗Treibanker · ↗Treibarbeit · ↗Treibball · ↗Treibballspiel · ↗Treibeis · ↗Treiber · ↗Treiberei · ↗Treibgas · ↗Treibgemüse · ↗Treibgut · ↗Treibhaus · ↗Treibholz · ↗Treibjagd · ↗Treibkraft · ↗Treibmine · ↗Treibmittel · ↗Treibnetz · ↗Treibrad · ↗Treibriemen · ↗Treibsand · ↗Treibsatz · ↗Treibstoff · ↗Treibwehe
 ·  mit ›treiben‹ als Letztglied: ↗abtreiben · ↗antreiben · ↗auftreiben · ↗auseinandertreiben · ↗austreiben · ↗beitreiben · ↗dahintreiben · ↗davontreiben · ↗durchtreiben · ↗eintreiben · ↗emportreiben · ↗entgegentreiben · ↗forttreiben · ↗heraustreiben · ↗hertreiben · ↗herumtreiben · ↗hervortreiben · ↗hinauftreiben · ↗hinaustreiben · ↗hindurchtreiben · ↗hineintreiben · ↗hintertreiben · ↗hintreiben · ↗hinuntertreiben · ↗hinübertreiben · ↗hochtreiben · ↗quertreiben · ↗rumtreiben · ↗umhertreiben · ↗umtreiben · ↗untertreiben · ↗vorantreiben · ↗vorbeitreiben · ↗vortreiben · ↗vorwärtstreiben · ↗vorübertreiben · ↗wegtreiben · ↗weitertreiben · ↗zurücktreiben · ↗zusammentreiben · ↗übertreiben
 ·  Ableitungen von ›treiben‹: ↗betreibenvertreiben  ·  mit ›treiben‹ als Grundform: ↗getrieben  ·  formal verwandt mit: ↗Schneetreibendurchtrieben
eWDG, 1976

Bedeutungen

I.
1.
mit Hilfsverb ›hat‹
jmdn., etw. durch Beeinflussung, durch eine bestimmte Handlung zur Fortbewegung bringen
a)
ein Tier, jmdn., etw. zum Fortbewegen in eine bestimmte Richtung, an einen bestimmten Ort veranlassen
Beispiele:
das Vieh, die Kühe, Pferde auf die Weide treiben
im Frühjahr werden die Herden auf die Almen getrieben
die Demonstranten wurden von der Straße getrieben
das Kind treibt einen Reifen (vor sich her)
der Stürmer hat den Ball bis vors Tor getrieben
sich mit der Strömung treiben lassen
Um den Räderbrunnen, mühsam aufgestellt / Trieb am Drehpfahl er ein ältliches Kamel im Kreise [BrechtHirse4]
bildlich
Beispiele:
jmdn. in den Tod treiben (= zum Selbstmord veranlassen)
etw. zu weit, auf die Spitze aufs Äußerste treiben (= mit etw. zu weit, bis zum Äußersten gehen)
übertragen
Beispiele:
jmdn. jmdm. in die Arme treiben (= jmdn. jmdm. ausliefern)
jmdn. in die Enge treiben (= jmdn. in Verlegenheit, Bedrängnis bringen)
sich treiben lassensich widerstandslos, willenlos dem Geschehen überlassen
Beispiele:
er ließ die Dinge treiben (= laufen)
ich hab mich treiben lassen und statt eines Weges Vergessen gesucht [NollHolt2,142]
b)
etw. treibt etw., jmdn. in eine bestimmte Richtung, an einen bestimmten Ortetw. veranlasst etw., jmdn., sich in eine bestimmte Richtung, an einen bestimmten Ort zu bewegen
Beispiele:
der Wind hat das Laub in den Garten getrieben, treibt große Staubwolken durch die Straßen
der Sturm trieb uns den Regen ins Gesicht
die Sehnsucht trieb ihn nach Hause
der Hunger trieb die Tiere bis in das Dorf
es treibt ihn immer wieder an diesen Ort, dorthin
die Schmerzen trieben ihr die Tränen in die Augen
diese Bemerkung trieb ihr Röte, das Blut ins Gesicht
Angst trieb ihm Schweiß auf die Stirn
Kienzel trug ein ... pelzgefüttertes Jackett, das ihm den Schweiß aus allen Poren trieb [HartungWunderkinder21]
c)
Jägersprache
Beispiel:
Wild, Hasen treiben (= auf Wild, Hasen eine Treibjagd veranstalten)
2.
jmdn. zu etw. treiben
mit Hilfsverb ›hat‹
a)
jmdn. zu einem bestimmten Handeln veranlassen, drängen, jmdn. zu etw. antreiben
Beispiele:
jmdn. zur Eile, Arbeit treiben
umgangssprachlich treib mich nicht ständig
jmdn. zur Verzweiflung, zum Äußersten treiben (= bringen)
wie sie ihn stets hatte stoßen und treiben müssen [Ric. HuchDreißigjähr. Krieg1,32]
b)
etw. treibt jmdn. zu etw.etw. veranlasst, drängt jmdn. zu etw., etw. treibt jmdn. zu etw. an
Beispiele:
Not, Angst, Verzweiflung hat ihn dazu getrieben
Eifersucht hatte ihn zu dieser Tat getrieben
von einer Vorstellung, einem Gedanken, dem Wunsch, von Unruhe getrieben
umgangssprachlich heute kann ich mitkommen, mich treibt (= drängt) nichts
immer wieder treibt es mich, Dinge zu tun ... von denen ich weiß, daß sie zu keinem Erfolg führen [BöllWort19]
gehoben Mich trieb mein Herz, die Stimme zu erheben für meinen Freund [L. FrankMännerquartett1,176]
3.
etw. treibt etw.
mit Hilfsverb ›hat‹
Technik etw. setzt etw. in Bewegung, treibt etw. an
Beispiele:
das Flugzeug wird von einem Turbinentriebwerk getrieben
Wasserkraft treibt die Turbinen des Kraftwerkes
die Mühle wird von Wasser, durch Wind, mit Dampf getrieben
die Ventilatoren werden von Elektromotoren getrieben
Als treibende Kraft [der Rotation der Atmosphäre] werden die Druckgefälle zwischen dem maximalen Luftdruck am Äquator bei Tag und den niedrigen Drücken in Gebieten mit schräg einfallender Sonnenstrahlung angesehen [Urania1971]
übertragen
Beispiele:
er war die treibende Kraft bei der Umgruppierung
die treibenden Faktoren waren ...
Marx [hatte] an der französischen Geschichte zuerst den Klassenkampf als treibendes Rad der historischen Entwicklung erkannt [MehringMarx201]
4.
etw. treibt
mit Hilfsverb ›ist‹, mit Hilfsverb ›hat‹
etw. wird von einer Strömung fortbewegt
Beispiele:
ein Boot treibt auf den Wellen
Holz treibt auf dem Wasser, Meer
die Wolken treiben am Himmel
vor dem Kap trieben dichte Eismassen
das Schiff treibt seit einigen Stunden steuerlos auf dem Meer
irgendwohin treiben
mit Hilfsverb ›ist‹
Beispiele:
der Ballon ist westwärts getrieben
treibende Eisschollen, Wolken
das Eis fängt an zu treiben, es treibt nach außen [H. W. RichterSpuren219]
die »Abtumist« sei ins Treiben gekommen [JahnnNiederschrift1,250]
übertragen
Beispiele:
er [Holt] hatte dabei deutlich das Empfinden, zu treiben [NollHolt2,46]
nachdem er das steuerlose Treiben seines Lebens eingesehen hatte [MusilMann155]
5.
etw. in, durch, zwischen etw. treiben
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. in, durch, zwischen etw. schlagen, bohren
Beispiele:
einen Keil in einen Holzklotz treiben
die Köpfe der Nägel waren tief in das Holz getrieben
Pflöcke in den Boden treiben
einen Stollen, Schacht in die Erde treiben
Bergmannssprache ein Querschlag muss getrieben werden, um an das Flöz zu gelangen
einen Tunnel durch den Fels, einen Berg treiben
Fleisch durch den Wolf treiben (= drehen)
den Brei durch ein Haarsieb treiben (= streichen)
Handwerk einen Reifen auf ein Fass treiben (= einen Reifen auf ein Faß auftreiben)
Er trieb den Korken mit der Faust in den Flaschenhals [NollHolt2,109]
bildlich
Beispiel:
[den Imperialisten] durfte keine Gelegenheit gegeben werden ... zwischen die Arbeiterklasse und die kleinbürgerlichen und bürgerlichen Schichten einen Keil zu treiben [Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung13,80]
6.
eine Pflanze treibt
mit Hilfsverb ›hat‹
eine Pflanze beginnt zu wachsen, sprießt
Beispiele:
die Rose treibt
die Christrose und die Schneeheide treiben oft auch im tiefen Schnee
Die Wurzeln [des Treibchicorées] bleiben bis zum Treiben in der Miete [Urania1963]
eine Pflanze treibt etw.etw. kommt an einer Pflanze hervor, etw. wächst an einer Pflanze
Beispiele:
der Baum, Strauch treibt Knospen, Blüten, Schößlinge
der Gummibaum hat ein neues Blatt getrieben
bildlich
Beispiele:
Wie immer in Zeiten der Not trieben Schieberunwesen, Spekulation und Schwarzer Markt üble Blüten [Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung12,68]
[die Sprache] wächst und treibt Sprosse, aber es sterben auch ganze Zweige ab [Muttersprache1957]
7.
Pflanzen treiben
mit Hilfsverb ›hat‹
Gartenbau Bedingungen schaffen, unter denen Pflanzen vorzeitig anfangen zu wachsen
Beispiele:
Flieder im Gewächshaus treiben
die Tulpen, Nelken sind im Treibhaus getrieben worden
Blumenzwiebeln treiben
im Frühbeet getriebene Tomatenpflanzen
8.
Metall treiben
mit Hilfsverb ›hat‹
fachsprachlich auf kaltes Metall mit einem besonders geformten Hammer punktförmig einwirken und es dadurch bearbeiten
Beispiele:
einen Armreif, eine Schale aus Kupfer treiben
Blech treiben
ein Muster in Silber treiben
eine getriebene Brosche, Goldarbeit, Silberarbeit
Leuchter aus getriebenem Metall
9.
mit Hilfsverb ›hat‹
Beispiele:
die Hefe, der Teig treibt (= geht auf)
die Hefe ist zu alt, sie treibt nicht mehr
Hefe treibt den Teig (= läßt ihn aufgehen)
der Teig muss erst noch treiben
10.
mit Hilfsverb ›hat‹
umgangssprachlich
Beispiel:
Kaffee, Tee, Bier treibt (= ist harntreibend)
11.
die Preise in die Höhe treiben
mit Hilfsverb ›hat‹
die Preise in die Höhe schrauben, hochtreiben
Beispiele:
jener Herr Zeidler, der Mietherr der Wohnung, trieb ... die Mieten unverschämt in die Höhe [GrassBlechtrommel475]
während er durch die Ausfertigung von Assignaten die Inflation in die Höhe treibt [P. WeissMarat100]
II.
1.
mit Hilfsverb ›hat‹
weist auf eine Beschäftigung hin
a)
sich mit etw. beschäftigen
Beispiele:
Sprachen, Mathematik, Musik, Philosophie treiben
er treibt wissenschaftliche Studien
die beiden treiben Konversation
das treibt er nur zu seinem Vergnügen
etw. beruflich ausüben
Beispiele:
ein Handwerk treiben
welches Gewerbe treibt er?
in dieser Gegend wird vorwiegend Ackerbau, Viehzucht, Handel getrieben
b)
umgangssprachlich mit etw. beschäftigt sein, etw. machen, tun
Beispiele:
was treibst du denn jetzt?
was treibst du hier, den ganzen Tag, in deiner Freizeit?
was wollt ihr heute abend, am Sonntag treiben?
dummes Zeug, unnütze Dinge, Unfug, Unsinn treiben
er treibt wieder seine Possen
c)
mit einem Akk.obj.
in abgeblasster Bedeutung; dient zur Umschreibung eines Verbalbegriffs
Beispiele:
mit etw. Missbrauch treiben (= etw. missbrauchen)
seinen Spott mit jmdm. treiben (= jmdn. verspotten)
seinen Scherz mit jmdm. treiben (= jmdn. necken, zum Narren halten)
damit treibt man keinen Scherz! (= damit scherzt man nicht!)
ein doppeltes, falsches Spiel mit jmdm. treiben (= jmdn. hintergehen)
Wucher treiben (= wuchern)
Schmuggel treiben (= schmuggeln)
Spionage treiben (= spionieren)
großen Luxus, Aufwand treiben (= luxuriös, aufwendig leben)
in der Laubenkolonie hat längere Zeit ein Einbrecher sein (Un)wesen getrieben (= trat ein Einbrecher auf)
salopp, abwertend mit jmdm., etw. Schindluder treiben (= jmdn., etw. schändlich, nichtswürdig behandeln)
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
bezeichnet ein bestimmtes Tun, Handeln
a)
es in einer bestimmten Art und Weise treiben umgangssprachlich, abwertend sich in einer bestimmten, nicht zu billigenden Art und Weise betätigen, verhalten
Beispiele:
es toll, arg, schlimm treiben
sie treibt es schon lange Zeit so
er treibt es zu bunt
er hat es so lange getrieben, bis es ihr zu bunt wurde
er wird es nicht mehr lange treiben (= man wird ihm das Handwerk legen, seine Machenschaften aufdecken)
verhüllend es geht ihm sehr schlecht, er wird es sicher nicht mehr lange treiben (= wird bald sterben)
Er muß es nämlich schon in der Jugend unheimlich getrieben haben [WelkGrambauer81]
b)
es mit jmdm. treiben
α)
umgangssprachlich mit jmdm. in einer bestimmten, nicht zu billigenden Art und Weise verfahren, umgehen
Beispiele:
sie haben es toll, schlimm mit ihm getrieben
Wirklich, ihr habt es mit uns nicht zum besten getrieben [BrechtGedichte195]
Vielleicht würde Marlen, vor seiner Leiche stehend, erkennen, wie sie es mit ihm getrieben hatte [StrittmatterWundertäter173]
β)
salopp mit jmdm. unerlaubte Beziehungen unterhalten
Beispiel:
Sie trieb es mit anderen Männern [BöllDie Spurlosen61]
c)
jmds. Treibenjmds. Tun, Betätigung
Beispiele:
er erzählte von seinem Leben und Treiben, seinem Tun und Treiben
Von zartem, kränklichem Körper ... nachdenklich und reif, liebte sie es, sich von dem Treiben der Schwester und Gespielen abzusondern [E. StraußNackter Mann58]
[er fand, daß er] sein gewohntes Treiben in Sonne und Sand wiederaufgenommen hatte [Th. MannTod in Venedig9,501]
abwertend nicht zu billigende Betätigung
Beispiele:
sein dunkles, schmutziges, schändliches, wüstes Treiben
man beobachtet sein Treiben schon längere Zeit
jmds. Treiben ein Ende machen
hinter jmds. Treiben kommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

treiben · Treiben · Treiber · Treibeis · Treibjagd · abtreiben · abgetrieben · Abtreibung · antreiben · Antreiber · Antrieb · auftreiben · Auftrieb · vertreiben · Vertrieb
treiben Vb. ‘vorwärtsbewegen, fortjagen, sich mit etw. beschäftigen’, ahd. trīban (8. Jh.), mhd. trīben, asächs. drīƀan, mnd. mnl. drīven, nl. drijven, aengl. drīfan, engl. to drive, anord. drīfa, schwed. driva, got. dreiban (germ. *dreiban) sowie die unter ↗Trieb und ↗Trift (s. d.) behandelten Substantive lassen sich lediglich vergleichen mit lit. drìbti ‘in Flocken niederfallen, schlaff, schlapp werden’ (vgl. anord. drif, drīfa, drīft, dript ‘Schneegestöber’). Ob ein daraufhin angenommenes ie. *dhreibh- ‘treiben, stoßen’ an die unter ↗Treber, ↗Trester, ↗trübe (s. d.) genannte Wurzel ie. *dher(ə)- ‘trüber Bodensatz einer Flüssigkeit, Schmutz’, auch ‘matschiges Wetter’, angeschlossen werden kann, ist ungewiß. Treiben n. ‘geschäftiges Tun, Treibjagd’ (18. Jh.). Treiber m. ‘wer bei der Treibjagd den Schützen das Wild zutreibt, wer ein (Arbeits-, Last)tier führt, Vieh (auf die Weide) treibt, Antreiber’, ahd. trībāri (11. Jh.), mhd. trīber, mnd. drīver; als Jagdausdruck seit dem 17. Jh. Treibeis n. ‘auf Gewässern treibende Eisschollen’ (Anfang 18. Jh.). Treibjagd f. (18. Jh.). abtreiben Vb. ‘in eine andere (nicht gewünschte) Richtung bringen, vom Kurs abkommen, eine Schwangerschaft abbrechen, Vieh mit sich forttreiben’, ahd. abatrīban (Hs. 12. Jh.), mhd. abetrīben ‘ver-, forttreiben’; veraltet ist heute die Bedeutung ‘abhetzen, durch Treiben erschöpfen’ (seit Anfang 16. Jh.), erhalten in abgetrieben Part.adj. ‘abgehetzt, erschöpft, kraftlos’, häufig von Zug-, Reittieren (16. Jh.); Abtreibung f. ‘Schwangerschaftsabbruch’ (Anfang 16. Jh.). antreiben Vb. ‘(ein Tier) vorwärtstreiben, jmdn. zu größeren Leistungen, zur Eile drängen, anschwemmen, künstlich zum Treiben bringen’, mhd. anetrīben ‘tun, anstiften, ausüben, fortsetzen’; Antreiber m. ‘wer andere (zur Arbeit) antreibt’ (15. Jh.); Antrieb m. ‘Anstoß, Anreiz, Beweggrund’, in der Technik ‘die einer technischen Vorrichtung zugeführte Bewegungsenergie, Teil einer Maschine, die diese Energie liefert oder überträgt’ (16. Jh.). auftreiben Vb. ‘in die Höhe treiben, aus der Ruhe aufscheuchen, aufblähen, Vieh zum Verkauf auf den Markt bringen, ausfindig machen’, ahd. ūftrīban ‘erhöhen, (eine Fähre) stromaufwärts treiben’ (11. Jh.), mhd. ūftrīben ‘emportreiben, errichten, erbauen, beunruhigen, auferlegen, sich erheben’; Auftrieb m. in der Physik ‘der Schwerkraft entgegengesetzte Kraft, Aufwärtsdruck’, übertragen ‘(Auf)schwung, Elan, Schaffenskraft’ (19. Jh.). vertreiben Vb. ‘verjagen, (Zeit) verkürzen, kurzweilig gestalten, Waren (im großen) verkaufen’, ahd. firtrīban ‘vertreiben, verstoßen, entfernen’ (8. Jh.), mhd. vertrīben; Vertrieb m. ‘Verkauf von Waren’ (16. Jh.), ‘Abteilung eines Betriebes, die die Bestellung und Auslieferung der Waren besorgt’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
antreiben · ↗aufstacheln · ↗hetzen · ↗jagen · ↗scheuchen · treiben · ↗voranbringen · ↗vorantreiben · ↗vorwärtstreiben · zur Eile treiben  ●  (jemandem) Dampf machen  Redensart · (jemandem) Beine machen  ugs. · (jemandem) Feuer unter dem Hintern machen  ugs., fig. · (jemandem) Feuer unterm Arsch machen  derb, fig. · (jemandem) auf die Füße treten  ugs., fig. · Zunder geben  ugs., fig. · auf Touren bringen  ugs. · auf Trab bringen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (dazu) bringen (zu) · (jemandem) Anlass geben · ↗(jemanden) animieren · ↗(jemanden) motivieren · ↗(jemanden) veranlassen
  • Druck ausüben · Druck machen · ↗dringen · dringend bitten · ↗drängen  ●  ↗urgieren  österr. · Dampf machen  ugs. · die Daumenschrauben anziehen  ugs. · ↗quengeln  ugs.
  • (es) eilig haben · (jemandem) nicht schnell genug gehen können · Druck machen  ●  aufs Tempo drücken  ugs., fig. · zur Eile drängen  geh.
  • (jemandem) Mut machen · ↗(jemanden) animieren (zu) · ↗(jemanden) aufrufen (zu) · ↗(jemanden) bestärken (in) · ↗(jemanden) bringen (zu) · ↗(jemanden) stimulieren (zu) · ↗anregen · ↗anspornen · ↗ermuntern · ↗ermutigen · ↗stärken
  • beschleunigen · ↗vorantreiben  ●  ↗akzelerieren  fachspr.
  • (sich) beeilen · ↗eilen  ●  (sich) abhasten  veraltet · ↗(sich) abjagen  veraltet · ↗(sich) tummeln  österr. · (die) Beine in die Hand nehmen  ugs., fig. · (die) Hufe schwingen  ugs., fig. · ↗(sich) abhetzen  ugs. · ↗(sich) ranhalten  ugs. · ↗(sich) sputen  ugs. · ↗(sich) überschlagen  ugs. · Dampf machen  ugs., fig. · fix machen  ugs. · hinnemachen  ugs. · ↗reinhauen  ugs., salopp · schnell machen  ugs. · ↗voranmachen  ugs., ruhrdt.
  • (ein) bisschen dalli!  ugs. · (na los) Bewegung!  ugs. · (na) wird's bald?  ugs., Hauptform · (und zwar) ein bisschen plötzlich!  ugs. · Aber zackig jetzt!  ugs. · Beeilung!  ugs. · Beweg deinen Arsch!  derb · Brauchst du 'ne Einladung?  ugs., variabel · Brauchst du (erst noch) ne Zeichnung?  ugs. · Dann mal ran!  ugs. · Drück auf die Tube!  ugs., veraltet · Geht das (eventuell) auch ein bisschen schneller?  ugs., variabel · Gib Gummi!  ugs., salopp · Gib ihm!  ugs. · Hau rein!  ugs., salopp · Heute noch?  ugs., ironisch · Jetzt aber dalli!  ugs., variabel · Jib Jas Justav, 's jeht uffs Janze!  ugs., Spruch, berlinerisch · Komm in die Gänge!  ugs. · Kutscher, fahr er zu! (pseudo-altertümelnd)  ugs., ironisch · Lass gehen!  ugs. · Lass jucken, Kumpel!  ugs., veraltet · Lass schnacken!  ugs. · Lass was passieren!  ugs. · Leg ma ne Schüppe Kohlen drauf!  ugs., Spruch, ruhrdt., veraltet · Leg mal 'nen Zahn zu!  ugs. · Mach fix!  ugs. · Mach hin!  ugs. · Mach hinne!  ugs., regional · Mach voran! (Betonung auf 1. Silbe, norddt.)  ugs. · Mach zu!  ugs., norddeutsch · Nicht einschlafen!  ugs. · Nichts wie ran!  ugs. · Noch einen Schritt langsamer, und du gehst rückwärts.  ugs., ironisch · Pass auf, dass du nicht Wurzeln schlägst.  ugs., übertreibend · Pass auf, dass du nicht einschläfst!  ugs., übertreibend, variabel · Schlaf nicht ein!  ugs., variabel · Wat stehst'n hier noch rum!  ugs., norddeutsch · Wie wär's mit ein bisschen Beeilung?  ugs. · Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!  ugs., Spruch · Wird das heut(e) noch was?  ugs., ironisch · worauf wartest du?  ugs.
Biologie
Synonymgruppe
(seinen) ehelichen Pflichten nachkommen · ↗(sich) lieben · Geschlechtsverkehr haben · Verkehr haben · intim werden (mit) · ↗verkehren  ●  Sex haben  Hauptform · den Beischlaf vollführen  Amtsdeutsch · ↗erkennen  biblisch · es kommt zum Geschlechtsverkehr  Amtsdeutsch · mit jemandem schlafen  verhüllend · (den) Lachs buttern  derb · (ein) Rohr verlegen  derb · (eine) Nummer schieben  ugs. · (es) treiben (mit)  ugs. · ↗(jemanden) flachlegen  ugs. · ↗(jemanden) vernaschen  ugs. · Liebe machen  ugs. · Sex machen  ugs. · ↗begatten  fachspr. · ↗bimsen  derb · ↗bumsen  ugs. · einen wegstecken  ugs. · ↗ficken  vulg. · ↗kohabitieren  geh. · ↗koitieren  geh. · ↗kopulieren  fachspr. · ↗nageln  derb · ↗pimpern  derb · ↗poppen  ugs. · ↗pudern  ugs., österr. · ↗rammeln  ugs. · schnackseln  ugs. · ↗vögeln  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • nehmen, was übrig bleibt (für Sex)  ●  Reste ficken  vulg., abwertend
Assoziationen
Synonymgruppe
Triebe ansetzen · Triebe bilden · ↗ausschlagen · ↗austreiben · ↗hervorsprießen · ↗sprießen · treiben
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arme Aufwand Blüten Enge Handel Höhe Keil Kurse Preise Rand Ruin Spitze Sport Unwesen Verzweiflung Wahnsinn abtreiben antreibt auftrieb austreibt eintreibt herumtreibt hochtreibt oben umtreibt vorantreibt weiter weitertreibt zutreibt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›treiben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Deswegen haben sie es hier nicht bis zum Äußersten treiben können.
Die Zeit, 10.10.2011, Nr. 41
Sturm trieb schräge Tropfen wie ein fremdes Heer gegen die verschlossenen Läden.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 167
Vieles wird von unserer Fähigkeit abhängen, mit den anderen Ländern Handel zu treiben.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1942]
Aber was hatte ihn eigentlich getrieben, diese Sätze so plötzlich hinzuschreiben?
Flake, Otto: Scherzo. In: ders., Lichtenthaler Allee, Gütersloh: Mohn 1965 [1935], S. 393
Auch was du mit Lachen triebst, war mehr als Spiel.
Flex, Walter: Der Wanderer zwischen beiden Welten, München: C.H. Beck [1933] [1917], S. 24
Zitationshilfe
„treiben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/treiben>, abgerufen am 23.05.2018.

Weitere Informationen …