triezen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung trie-zen
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend jmdn. (mit etw.) plagen, quälen, jmdn. mit Neckereien peinigen, ärgern
Beispiele:
er triezt oft seine Freunde
die Kinder reizten und triezten den Jungen, bis er wütend wurde
euretwillen muß ich Soldat spielen, mich triezen und schinden und womöglich noch totschießen lassen [ BredelSöhne103]
Weit mehr triezt einen die Frage: Wozu? [ A. ZweigErziehung115]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

triezen Vb. ‘quälen, peinigen, schikanieren, foppen’, nach nd. tritzen, trissen ‘mit der Trieze auf-, hochziehen’ (16. Jh.), zu mnd. tritze, trisse, triste f., literatursprachlich (19. Jh.) Trieze ‘Taurolle, Winde’; Herkunft unbekannt. Die heutige Bedeutung des Verbs (nordd. und md.) nach dem Brauch, Matrosen zur Strafe an einem Tau hochzuziehen. Im Obsächs. neben triezen auch striezen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) zusetzen · ↗hänseln · ↗necken · ↗plagen · ↗quälen · ↗sticheln · ↗traktieren · zu schaffen machen  ●  zwicken und zwacken  fig. · auf die Schippe nehmen  ugs. · ↗aufziehen  ugs. · ↗piesacken  ugs. · triezen  ugs. · utzen  ugs. · ↗uzen  ugs. · ↗vexieren  geh., veraltet · ↗ärgern  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
mobben · ↗piesacken · triezen  ●  ↗schikanieren  Hauptform · aufs Korn nehmen  ugs. · ↗fertigmachen  ugs. · ↗kujonieren  geh. · ↗schurigeln  ugs. · zur Sau machen  derb, fig.
Assoziationen
  • (auf einmal) nicht mehr kennen · (jemandem) keinen Blick gönnen · (jemanden) aggressiv nicht beachten · ↗(jemanden) missachten · ↗(jemanden) nicht (mehr) grüßen · ↗(jemanden) schneiden · (jemanden) wie Luft behandeln · absichtlich übersehen · gezielt nicht beachten · keine Beachtung schenken · keine Notiz nehmen (von) · mit Verachtung strafen · so tun als ob jemand Luft wäre  ●  ↗(jemanden) ignorieren  Hauptform · keines Blickes würdigen  geh. · mit dem Arsch nicht angucken  derb
  • (auf jemanden) eindringen · ↗(jemandem) zusetzen · (jemanden) drängen (zu) · (jemanden) in Bedrängnis bringen · ↗bedrängen · ↗befallen · ↗beknien · ↗drangsalieren · im Nacken sitzen · ↗löchern · ↗traktieren · unter Druck setzen  ●  ↗(in jemanden) dringen  geh., veraltet · (jemandem) auf den Pelz rücken  ugs. · (jemandem) auf die Pelle rücken  ugs. · (jemandem) die Hölle heiß machen  ugs. · ↗belagern  ugs. · bitteln und betteln  ugs. · keine Ruhe geben  ugs. · nicht in Ruhe lassen (mit)  ugs.
  • (Leute) gegeneinander aufbringen · (Leute) gegeneinander aufhetzen · (Leute) gegeneinander ausspielen · ↗intrigieren (gegen) · ↗mobben · seine Fäden spinnen  ●  Ränke schmieden  geh., veraltet
  • (jemandem) das Leben sauer machen  ugs. · (jemandem) das Leben schwer machen  ugs. · (jemandem) das Leben zur Hölle machen  ugs.
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · nicht ernst nehmen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · ↗witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · ↗durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
  • Intriganz · intrigantes Verhalten
  • hinausekeln · ↗vergraulen · wegekeln · ↗wegmobben  ●  ↗wegbeißen  fig. · ↗rausekeln  ugs. · rausmobben  ugs.
  • (jemandem) zusetzen · ↗hänseln · ↗necken · ↗plagen · ↗quälen · ↗sticheln · ↗traktieren · zu schaffen machen  ●  zwicken und zwacken  fig. · auf die Schippe nehmen  ugs. · ↗aufziehen  ugs. · ↗piesacken  ugs. · triezen  ugs. · utzen  ugs. · ↗uzen  ugs. · ↗vexieren  geh., veraltet · ↗ärgern  ugs.
  • (jemandem) schaden · ↗(jemanden) schädigen · Leid antun · Leid zufügen · Schaden zufügen  ●  (jemandem) eins auswischen  ugs. · ↗(jemanden) in die Pfanne hauen  ugs.
  • (etwas) in böser Absicht tun · (etwas) in böswilliger Absicht tun · (etwas) mit böser Absicht tun · (jemandem) Böses wollen · Böses im Schilde führen · nichts Gutes im Schilde führen
  • (jemanden) schinden · ↗drillen · ↗trimmen  ●  ↗(jemanden) schleifen  Hauptform, militärisch
  • (jemandem) bitter Unrecht tun · (jemanden) unfair behandeln · (jemanden) ungerecht behandeln

Verwendungsbeispiele für ›triezen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie heulen, sie jauchzen, sie triezen, sie sind überspannt, dreist, penetrant, sie schwärmen, betteln, beschwören.
Die Zeit, 05.12.1997, Nr. 50
Irgendwann kommt er, mein Quälgeist, und beginnt mich zu triezen.
Süddeutsche Zeitung, 29.09.2001
Er triezt Sie dann noch mehr, das Klima im Büro wird schlimmer als vorher.
Bild, 25.09.2000
Da hebt es die gute Laune allenfalls, wenn man den anderen tüchtig triezen kann.
Die Welt, 14.10.2000
Dafür triezen mir im Schlaf Beamte den kalten Schweiß aus den Poren.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 918
Zitationshilfe
„triezen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/triezen>, abgerufen am 20.09.2020.

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