Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

trist

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Wortbildung  mit ›trist‹ als Erstglied: Tristheit  ·  mit ›trist‹ als Grundform: Tristesse
Herkunft aus gleichbedeutend tristefrz
eWDG

Bedeutung

völlig reizlos, öde, eintönig, verlassen
Beispiele:
eine triste Stadt, Landschaft, Gegend, Straße
ein trister Ort, Hof, Laden, Wartesaal, ein tristes Gebäude
dieses Industrieviertel ist besonders trist
freudlos, traurig, langweilig
Beispiele:
sie führten ein sehr tristes Leben, Dasein
er fand alles so trist
die Monate, Jahre verliefen trist
es wurde ein tristes Fest, ein trister Spaziergang
er las eine triste Geschichte vor
Fröhlicher Wetteifer beseelt die Arbeit und nimmt ihr das triste, stumpfsinnige Maschinenmäßige [ BredelFünfzig Tage46]
trübe, trübsinnig, bedrückt, niedergeschlagen
Beispiele:
sie hatten triste Mienen, waren in trister Stimmung
er war gestern ein trister Gesellschafter
er machte einen tristen Eindruck
ärmlich, dürftig
Beispiele:
es war ein tristes Begräbnis
sie lebten in tristen Umständen
dunstig, graufarben, regnerisch
Beispiele:
ein tristes Wetter, ein trister Tag, tristes Sonnenlicht, ein trister Himmel
triste Regenwolken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trist · Tristesse
trist Adj. ‘traurig, langweilig, öde, eintönig, trübe, trübsinnig, bedrückt’, entlehnt (2. Hälfte 18. Jh.) aus gleichbed. frz. triste, das auf lat. trīstis ‘traurig, trübe, finster gelaunt, von herbem, widerlichem Geschmack, Geruch’ zurückgeht. Der Ausdruck, im 19. Jh. in prädikativer und adverbieller Verwendung oft noch in der frz. Form triste, erlangt durch die Studentensprache allgemeine Geltung. Bereits im Mhd. (Anfang 13. Jh.) als Übernahme von afrz. trist(e) vorkommendes triste bleibt dagegen ohne Nachwirkung. Tristesse f. ‘Traurigkeit, Trübsinn, Schwermut’ (1. Hälfte 20. Jh.), nach gleichbed. frz. tristesse, afrz. tristece (lat. trīstitia).

Thesaurus

Synonymgruppe
blass · dröge · eintönig · fade · farblos · geisttötend · grau · grau in grau · kontrastarm · langatmig · langweilig · monoton · reizlos · schal · schnöde · spannungsarm · stupid · stupide · trist · trostlos · wenig aufregend · öd · öde  ●  fad  ugs., österr. · trocken  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›trist‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trist‹.

Verwendungsbeispiele für ›trist‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Später interessierte sie nur noch der, wie sie es nannte, Informationswert, trist. [Born, Nicolas: Die Fälschung, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1980 [1979], S. 255]
Über 100000 ausländische Gäste brachten internationales Flair in die sonst eher triste norddeutsche Stadt. [C't, 1995, Nr. 5]
Doch so trist wie heute war die Lage noch nie. [Die Zeit, 11.03.1988, Nr. 11]
Alle sind sie gekommen in den tristen Saal des Palastes. [Der Spiegel, 27.07.1987]
Sonst wäre diese Welt zu trist, zu traurig, zu grau, zu kalt. [Die Zeit, 30.12.2013, Nr. 52]
Zitationshilfe
„trist“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/trist>.

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