trist

GrammatikAdjektiv
Aussprache
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›trist‹ als Grundform: ↗Tristesse · ↗Tristheit
eWDG, 1976

Bedeutung

völlig reizlos, öde, eintönig, verlassen
Beispiele:
eine triste Stadt, Landschaft, Gegend, Straße
ein trister Ort, Hof, Laden, Wartesaal, ein tristes Gebäude
dieses Industrieviertel ist besonders trist
freudlos, traurig, langweilig
Beispiele:
sie führten ein sehr tristes Leben, Dasein
er fand alles so trist
die Monate, Jahre verliefen trist
es wurde ein tristes Fest, ein trister Spaziergang
er las eine triste Geschichte vor
Fröhlicher Wetteifer beseelt die Arbeit und nimmt ihr das triste, stumpfsinnige Maschinenmäßige [BredelFünfzig Tage46]
trübe, trübsinnig, bedrückt, niedergeschlagen
Beispiele:
sie hatten triste Mienen, waren in trister Stimmung
er war gestern ein trister Gesellschafter
er machte einen tristen Eindruck
ärmlich, dürftig
Beispiele:
es war ein tristes Begräbnis
sie lebten in tristen Umständen
dunstig, graufarben, regnerisch
Beispiele:
ein tristes Wetter, ein trister Tag, tristes Sonnenlicht, ein trister Himmel
triste Regenwolken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trist · Tristesse
trist Adj. ‘traurig, langweilig, öde, eintönig, trübe, trübsinnig, bedrückt’, entlehnt (2. Hälfte 18. Jh.) aus gleichbed. frz. triste, das auf lat. trīstis ‘traurig, trübe, finster gelaunt, von herbem, widerlichem Geschmack, Geruch’ zurückgeht. Der Ausdruck, im 19. Jh. in prädikativer und adverbieller Verwendung oft noch in der frz. Form triste, erlangt durch die Studentensprache allgemeine Geltung. Bereits im Mhd. (Anfang 13. Jh.) als Übernahme von afrz. trist(e) vorkommendes triste bleibt dagegen ohne Nachwirkung. Tristesse f. ‘Traurigkeit, Trübsinn, Schwermut’ (1. Hälfte 20. Jh.), nach gleichbed. frz. tristesse, afrz. tristece (lat. trīstitia).

Thesaurus

Synonymgruppe
blass · ↗dröge · ↗eintönig · ↗fade · ↗farblos · ↗geisttötend · ↗grau · grau in grau · kontrastarm · ↗langatmig · ↗langweilig · ↗monoton · ↗reizlos · ↗schal · ↗schnöde · ↗spannungsarm · ↗stupid · ↗stupide · trist · ↗trostlos · wenig aufregend · ↗öd · ↗öde  ●  ↗fad  ugs. · ↗trocken  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alltag Ambiente Asphaltfläche Bundesliga-Alltag Dasein Einerlei Einheitsgrau Fußballabend Gegenwart Grau Hinterhof Hochhaussiedlung Industriegebiet Industriestadt Liga-Alltag Mietskaserne Mittelmaß Novembertag Nullnummer Plattenbau Plattenbausiedlung Realität Schulalltag Trabantenstadt Vorort Vorstadt Wintertag Wohnblock grau öde

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trist‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der zweite Moment holte ihn in seine triste Wirklichkeit zurück.
Süddeutsche Zeitung, 07.08.2003
Und das gilt im übertragenen Sinn auch in der tristen serbischen Schule.
Der Tagesspiegel, 06.08.2002
Später interessierte sie nur noch der, wie sie es nannte, Informationswert, trist.
Born, Nicolas: Die Fälschung, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1980 [1979], S. 255
Ungeachtet des tristen Äußeren wird da drinnen anständige Politik gemacht.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 383
Er sagt sich die Verse in tristen Stunden zu seiner Erbauung vor.
Ball, Hugo: Tenderenda der Phantast. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 5185
Zitationshilfe
„trist“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/trist>, abgerufen am 24.08.2019.

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