trivial

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [tʀiˈvi̯aːl]
Worttrennung tri-vi-al
Wortbildung  mit ›trivial‹ als Erstglied: Trivialautor · Trivialliteratur · Trivialroman · Trivialschule · trivialerweise · trivialisieren
 ·  mit ›trivial‹ als Grundform: Trivialität
Herkunft aus gleichbedeutend trivialfrz
eWDG

Bedeutung

alltäglich, durchschnittlich, gewöhnlich
a)
im Ideengehalt unbedeutend, keine neuen Erkenntnisse vermittelnd, platt, abgedroschen
Beispiele:
das sind triviale Gedanken, Bemerkungen, Redewendungen, Thesen
eine triviale Weisheit
etw. klingt trivial
der Sänger … meinte banal und trivial, der sterbliche Mensch müsse lustig sein [ G. Hauptm.4,531]
künstlerisch, ästhetisch niveaulos, oberflächlich
Beispiele:
ein trivialer Roman
er verspürte nicht die geringste Lust, triviales und verlogenes Zeug auf der Leinwand zu sehen [ BredelEnkel194]
b)
üblich, gewohnt, im täglichen Leben immer wieder vorkommend
Beispiele:
Essen ist eine triviale Beschäftigung
daß aus trivialen Verrichtungen der Häuslichkeit Heiterkeit in die Seele strömen könne [ A. ZweigClaudia232]
schlicht, einfach, nichts Besonderes aufweisend
Beispiele:
sie hat ein triviales Gesicht
meine dabei recht trivialen Geschenke – z. B. Briefbogen mit Namensaufdruck [ KlepperSchatten930]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trivial · Trivialität
trivial Adj. ‘alltäglich, durchschnittlich, gewöhnlich’, meist abschätzig ‘platt, abgedroschen, simpel, banal’, entlehnt (2. Hälfte 17. Jh.) aus gleichbed. frz. trivial (so seit Ende 17. Jh., zuvor mfrz. frz. trivial ‘allen bekannt’ ohne negative Wertung), das lat. triviālis ‘jedermann zugänglich, allgemein bekannt, gewöhnlich, gemein’ (spätlat. ‘dreifältig, dreifach’) folgt, einer Bildung zu lat. trivium ‘Ort, wo drei Wege zusammenstoßen, Wegkreuzung, Scheideweg, öffentliche Straße’; vgl. lat. via ‘Weg, Straße’ und s. tri-. Trivialität f. ‘triviale Beschaffenheit, Geistlosigkeit, Plattheit, Banalität’, auch (oft im Plur.) ‘alltägliche Erscheinung, leere, abgegriffene Redensart, Gemeinplatz’ (2. Hälfte 18. Jh.), latinisierend nach gleichbed. frz. trivialité (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abgedroschen · abgeschmackt · banal · beliebig · flau · geistlos · inhaltsleer · leer · nichts sagend · nichtssagend · oberflächlich · ohne Aussage · schal · seicht · trivial · witzlos · wohlfeil  ●  billig  ugs. · hohl  ugs. · platt  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
auf der Hand liegend · direkt erkennbar · einleuchtend · keiner weiteren Erklärung bedürfen(d) · selbst erklärend · selbsterklärend · trivial · unmittelbar einleuchtend · unmittelbar verständlich  ●  selbstdokumentierend (Programmiertechnik)  fachspr., Jargon
Assoziationen
Synonymgruppe
einfach · leicht · simpel · trivial
Synonymgruppe
(etwas) kann jeder · (sehr) einfach · (sehr) leicht · ganz einfach · ganz leicht · jedes Kind kann das · keine Kunst (sein) · läppisch · simpel · so einfach wie eins und eins ist zwei · spielend einfach · supereinfach · trivial · unschwer  ●  kinderleicht  Hauptform · mit dem kleinen Finger  fig. · nichts leichter als das!  Spruch · (etwas) im Stehen auf der Treppe erledigen  ugs., selten · babyeinfach  ugs. · babyleicht  ugs. · ein Leichtes (sein)  geh. · ich bin jahrelang ... gewesen  ugs. · jeder Idiot kann das  derb · kein Hexenwerk  ugs., fig. · keine Hexerei  ugs., fig. · nicht allzu viel dazu gehören (zu)  ugs. · nichts dabei sein  ugs. · pille-palle  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) von selbst verstehen · evident (sein) · offensichtlich (sein) · selbstverständlich (sein) · unmittelbar einleuchten(d)  ●  auf der Hand liegen  fig. · naheliegen(d)  fig. · keines Beweises bedürfen  geh. · trivial  fachspr., mathematisch
Assoziationen
  • (da) passt eins zum anderen  ugs., fig. · nicht lange (zu) überlegen (brauchen)  ugs. · nur eins und eins zusammenzählen (brauchen)  ugs., fig. · versteht jedes Kind (sofort)  ugs., fig.
  • (das) sieht ein Blinder mit dem Krückstock · (völlig) klarliegen (Fall) · eindeutig · evident · glasklar · klar zutage liegen · mit den Händen zu greifen · offen zutage liegen · offenkundig · offensichtlich · ohne jeden Zweifel · völlig klar  ●  (klar) auf der Hand liegen  fig. · (ein) (ganz) klarer Fall  ugs. · (eine) (ganz) klare Kiste  ugs. · (es gibt) nichts zu diskutieren  ugs. · (so) klar wie eins und eins ist zwei  ugs. · klar wie Kloßbrühe  ugs. · klar wie Klärchen  ugs. · manifest  geh., bildungssprachlich · sonnenklar  ugs.
  • (ganz) normal · alltäglich · banal · einfach · gewöhnlich · kunstlos · schlicht · simpel · unspektakulär

Typische Verbindungen zu ›trivial‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trivial‹.

Verwendungsbeispiele für ›trivial‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An sich ist das trivial, nicht weiter ungewöhnlich, wenn auch ungewöhnlich gut ausgeführt. [Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 420]
Die Entwicklung angemessener Software ist nicht trivial, und wenn man es richtig machen will, ein völlig neues Feld. [C't, 2001, Nr. 15]
Eine Lösung dafür ist vielleicht nicht trivial, aber grundsätzlich natürlich möglich. [C't, 2000, Nr. 23]
Die Installation einer solchen Anlage ist zudem nicht gerade trivial. [C't, 1999, Nr. 6]
Sie bedienen das Genre Fantasy, und das gilt als trivial. [Die Zeit, 16.12.1998, Nr. 52]
Zitationshilfe
„trivial“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/trivial>.

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