trivial

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungtri-vi-al (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›trivial‹ als Erstglied: ↗Trivialliteratur · ↗Trivialroman · ↗trivialerweise · ↗trivialisieren
eWDG, 1976

Bedeutung

alltäglich, durchschnittlich, gewöhnlich
a)
im Ideengehalt unbedeutend, keine neuen Erkenntnisse vermittelnd, platt, abgedroschen
Beispiele:
das sind triviale Gedanken, Bemerkungen, Redewendungen, Thesen
eine triviale Weisheit
etw. klingt trivial
der Sänger ... meinte banal und trivial, der sterbliche Mensch müsse lustig sein [G. Hauptm.4,531]
künstlerisch, ästhetisch niveaulos, oberflächlich
Beispiele:
ein trivialer Roman
er verspürte nicht die geringste Lust, triviales und verlogenes Zeug auf der Leinwand zu sehen [BredelEnkel194]
b)
üblich, gewohnt, im täglichen Leben immer wieder vorkommend
Beispiele:
Essen ist eine triviale Beschäftigung
daß aus trivialen Verrichtungen der Häuslichkeit Heiterkeit in die Seele strömen könne [A. ZweigClaudia232]
schlicht, einfach, nichts Besonderes aufweisend
Beispiele:
sie hat ein triviales Gesicht
meine dabei recht trivialen Geschenke – z. B. Briefbogen mit Namensaufdruck [KlepperSchatten930]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trivial · Trivialität
trivial Adj. ‘alltäglich, durchschnittlich, gewöhnlich’, meist abschätzig ‘platt, abgedroschen, simpel, banal’, entlehnt (2. Hälfte 17. Jh.) aus gleichbed. frz. trivial (so seit Ende 17. Jh., zuvor mfrz. frz. trivial ‘allen bekannt’ ohne negative Wertung), das lat. triviālis ‘jedermann zugänglich, allgemein bekannt, gewöhnlich, gemein’ (spätlat. ‘dreifältig, dreifach’) folgt, einer Bildung zu lat. trivium ‘Ort, wo drei Wege zusammenstoßen, Wegkreuzung, Scheideweg, öffentliche Straße’; vgl. lat. via ‘Weg, Straße’ und s. ↗tri-. Trivialität f. ‘triviale Beschaffenheit, Geistlosigkeit, Plattheit, Banalität’, auch (oft im Plur.) ‘alltägliche Erscheinung, leere, abgegriffene Redensart, Gemeinplatz’ (2. Hälfte 18. Jh.), latinisierend nach gleichbed. frz. trivialité (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abgedroschen · ↗abgeschmackt · ↗banal · ↗beliebig · ↗flau · ↗geistlos · ↗inhaltsleer · ↗leer · ↗nichts sagend · ↗nichtssagend · ↗oberflächlich · ohne Aussage · ↗schal · ↗seicht · trivial · ↗witzlos · ↗wohlfeil  ●  ↗billig  ugs. · ↗hohl  ugs. · ↗platt  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
auf der Hand liegend · ↗einleuchtend · keiner weiteren Erklärung bedürfen(d) · selbst erklärend · selbsterklärend · trivial · unmittelbar einleuchtend · unmittelbar verständlich  ●  selbstdokumentierend (Programmiertechnik)  fachspr., Jargon
Assoziationen
Synonymgruppe
einfach · ↗leicht · ↗simpel · trivial
Synonymgruppe
(sehr) einfach · ↗(sehr) leicht · ganz einfach · ganz leicht · jedes Kind kann das · keine Kunst (sein) · ↗simpel · so einfach wie eins und eins ist zwei · spielend einfach · supereinfach · trivial · ↗unschwer  ●  ↗kinderleicht  Hauptform · mit dem kleinen Finger  fig. · nichts leichter als das!  Spruch · (etwas) im Stehen auf der Treppe erledigen  ugs., selten · babyeinfach  ugs. · babyleicht  ugs. · ein Leichtes (sein)  geh. · ich bin jahrelang ... gewesen  ugs. · jeder Idiot kann das  derb · kein Hexenwerk  ugs., fig. · keine Hexerei  ugs., fig. · nicht allzu viel dazu gehören (zu)  ugs. · nichts dabei sein  ugs. · pille-palle  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) von selbst verstehen · ↗evident (sein) · ↗offensichtlich (sein) · ↗selbstverständlich (sein) · unmittelbar einleuchten  ●  auf der Hand liegen  fig. · ↗naheliegen  fig. · keines Beweises bedürfen  geh. · trivial  fachspr., mathematisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alltäglichkeit Begebenheit Bildwelt Einsicht Erzählmuster Fernsehserie Feststellung Genre Komödie Liebesgeschichte Liebesroman Massenkultur Mythe Mythus Schlager Story Sujet Unterhaltung banal belanglos erhaben erscheinend keineswegs kitschig plump scheinbar scheinend schwülstig sentimental trivial

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trivial‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An sich ist das trivial, nicht weiter ungewöhnlich, wenn auch ungewöhnlich gut ausgeführt.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 420
Doch trivial sind die Verfahren, etwa aus zweidimensionalen Fotos räumliche Portraits zu kreieren, nicht.
Süddeutsche Zeitung, 07.03.2000
In Wirklichkeit war der Abend nach der Show höchst trivial zu Ende gegangen.
Bild, 18.04.1998
Diese Erkenntnis ist eigentlich trivial, bleibt aber leider in wirtschaftspolitischen Beratungen, in denen es um wichtige Entscheidungen geht, allzu häufig unbeachtet.
Giersch, Herbert: Allgemeine Wirtschaftspolitik, Wiesbaden: Gabler 1960, S. 311
Er begann in der Not sehr rasch und äußerst trivial zu denken.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 284
Zitationshilfe
„trivial“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/trivial>, abgerufen am 22.02.2019.

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