trocken

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungtro-cken
Wortbildung mit ›trocken‹ als Erstglied: ↗Trocken-Shampoo · ↗Trockenbatterie · ↗Trockenbau · ↗Trockenbeere · ↗Trockenbeize · ↗Trockenbett · ↗Trockenblume · ↗Trockenboden · ↗Trockenbrache · ↗Trockendiät · ↗Trockendock · ↗Trockenei · ↗Trockeneis · ↗Trockenelement · ↗Trockenfarbe · ↗Trockenfeige · ↗Trockenfirnis · ↗Trockenfisch · ↗Trockenfleisch · ↗Trockenfrucht · ↗Trockenfutter · ↗Trockenfäule · ↗Trockenfütterung · ↗Trockengebiet · ↗Trockengemüse · ↗Trockengesteck · ↗Trockengewicht · ↗Trockengrenze · ↗Trockenhaube · ↗Trockenhefe · ↗Trockenheit · ↗Trockenhürde · ↗Trockenkammer · ↗Trockenkartoffel · ↗Trockenklosett · ↗Trockenkost · ↗Trockenkurs · ↗Trockenkursus · ↗Trockenleine · ↗Trockenmasse · ↗Trockenmauer · ↗Trockenmauerwerk · ↗Trockenmilch · ↗Trockenmittel · ↗Trockenobst · ↗Trockenofen · ↗Trockenpackung · ↗Trockenperiode · ↗Trockenplasma · ↗Trockenplatz · ↗Trockenpresse · ↗Trockenpräparat · ↗Trockenpulver · ↗Trockenrasen · ↗Trockenrasierapparat · ↗Trockenrasierer · ↗Trockenrasur · ↗Trockenraum · ↗Trockenreinigung · ↗Trockenschleuder · ↗Trockenschuppen · ↗Trockenschwimmen · ↗Trockenshampoo · ↗Trockenspiritus · ↗Trockenstarre · ↗Trockenstempel · ↗Trockenständer · ↗Trockensubstanz · ↗Trockental · ↗Trockentreber · ↗Trockenverfahren · ↗Trockenwald · ↗Trockenwolle · ↗Trockenwäsche · ↗Trockenzeit · ↗Trockenübung · ↗trockenbügeln · ↗trockenfallen · ↗trockenheiß · ↗trockenlegen · ↗trockenpusten · ↗trockenreiben · ↗trockenschleudern · ↗trockenstehen · ↗trockentupfen · ↗trockenwischen · ↗trockenwohnen
 ·  mit ›trocken‹ als Letztglied: ↗furztrocken · ↗halbtrocken · ↗knochentrocken · ↗staubtrocken · ↗zundertrocken
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
ohne Feuchtigkeit
Gegenwort zu nass
Beispiele:
trockener Sand, trockenes Holz
trockene Wäsche, Schuhe, Strümpfe anziehen
wir sind trockenen Fußes nach Hause gekommen
die Farbe, Wand ist noch nicht trocken
rasierst du dich trocken? (= mit dem Trockenrasierer?)
sind deine Haare schon trocken?
sie fuhr sich mit der Zunge über die trockenen Lippen
einen trockenen Hals (= eine ausgetrocknete Kehle) haben
umgangssprachlichkeinen trockenen Faden auf dem Leib haben (= völlig durchnässt sein)
saloppda blieb kein Auge trocken (= alle waren gerührt)
es regnet, aber wir sitzen im Trockenen (= an einem Platz, wo wir nicht nass werden)
es herrschte trockenes (= niederschlagsfreies) Wetter
ein trockener Sommer
die Luft ist kalt und trocken
das Brot ist trocken (= hart)
ein trockener Husten (= Husten ohne Auswurf)
jmd. hat trockene (= nicht fettige) Haut
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlichsein Schäfchen ins Trockene bringen (= sich Gewinn, einen Vorteil sichern)
umgangssprachlichauf dem Trockenen sitzen (= finanziell in Verlegenheit sein)
umgangssprachlich, abwertendnoch nicht trocken hinter den Ohren sein (= noch unerfahren, unreif sein)
umgangssprachlicheine trockene Leber haben (= gern Alkohol trinken)
ohne Bier, Alkohol
Beispiele:
das trockene Gedeck kostet 8 Euro
»Das war eine trockene Hochzeit«, lachte Julian Furrer [ZahnFrau Sixta131]
2.
verdorrt, welk
Beispiele:
trockene Äste, Zweige
trockenes Laub, Kraut
übertragen
Beispiel:
Martin, ein langer, trockener Bursche, der nur aus Knochen und Sehnen und Muskeln zu bestehen schien [L. FrankMathilde5,47]
3.
trockenes Brot (= Brot ohne Aufstrich)
Beispiele:
er aß das Brot trocken
trockener Kuchen (= Kuchen ohne Füllung, Obst, Belag)
4.
Beispiel:
der Sekt ist trocken (= der Sekt ist herb)
5.
allzu nüchtern und etwas langweilig, phantasielos
Beispiele:
ein schwerfälliger, trockener Mensch
das trockene Berufsleben
die trockenen Zahlen der Statistik
Wenn Heinz an diesen Mann dachte, dann stellte er ihn sich selbstgerecht, trocken vor [SeghersMann95]
Er gab ... das trockene Studium zugunsten der Musik auf [H. FranckJ. S. Bach526]
allzu sachlich, nur das Notwendigste an Information enthaltend
Beispiele:
eine trockene Abhandlung
ein trockenes Schreiben
er gab trockene Antworten
schlicht und unumwunden, ohne schöne Redensart
Beispiele:
jmdm. die Wahrheit trocken ins Gesicht sagen
er erklärte, erwiderte trocken, dass ...
sie sprach gelassen und trocken
Wollen Sie mir auch ohne Wendung, ohne Winkelzug, antworten? Mit nichts, als einem trockenen Ja, oder Nein? [LessingMinnaII 9]
trockener Humor (= treffender, aber mit einer gewissen Sachlichkeit, Ernsthaftigkeit sich äußernder Humor)
Beispiele:
er ist von einer trockenen Komik
Witze trocken erzählen
6.
von der Stimme, von Klängen   scharf (und kurz)
Beispiele:
ein trockenes Lachen
das trockene Knattern der Flaggen, Maschinengewehre
das Gewehr knallte kurz und trocken
niemand vergaß je wieder diese metallene, harte, trockene Stimme [BrechtSchriften z. Theater1,8]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trocken · dröge · trocknen · austrocknen · vertrocknen
trocken Adj. ‘frei von Feuchtigkeit, dürr, sachlich, langweilig’, ahd. truckan (8. Jh.), mhd. trucken, asächs. drokno führen auf einen alten (mit nu-Suffix gebildeten) u-Stamm (germ. *druknu-, mit aus g verschärftem k vor n). Daneben stehen ablautend die ja-Stämme nd. dröge Adj. mnd. drȫge, mnl. drōghe, dröghe, nl. droog (germ. *draugja-) und mnd. drǖge, drȳge, mnl. drūghe, aengl. drȳge, engl. dry (germ. *drūgja-). Verwandt ist vielleicht anord. draugr ‘(Baum)stamm’, falls eigentlich ‘trockener Stamm’. Außergerm. Beziehungen gelten als ungesichert, so daß de Vries Nl. 139 Herkunft aus einer Substratsprache vermutet. Im Nhd. stehen bis ins 18. Jh. trucken und trocken nebeneinander; die sich durchsetzende o-Form entspricht md. westobd. Gebrauch. trocknen Vb. ‘trocken machen, trocken werden’, hervorgegangen aus zwei ursprünglich verschiedenen Verben, und zwar aus intransitivem ahd. irtruckanēn (8. Jh.), mhd. truck(en)en ‘trocken werden’ und faktitivem transitivem ahd. truckanen (um 1000), mhd. trück(en)en ‘trocken machen’. Im Nhd. entsteht in Anlehnung an das Adjektiv sowohl intransitives wie transitives trucknen und trocknen, bis auch hier die o-Form allgemein wird. austrocknen Vb. ‘völlig trocken werden, völlig trocken machen’ (2. Hälfte 15. Jh.). vertrocknen Vb. ‘trocken werden, durch Trockenheit absterben’, mhd. vertruckenen, bis ins 19. Jh. gelegentlich auch transitiv.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alkoholiker Brot Fahrbahn Flußbett Fuß Gras Haut Humor Husten Kehle Klima Luft Riesling Sommer Tinte Tuch Wein Weißwein Wetter Witterung Witz heiter heiß kalt kühl meist nass sonnig warm wolkig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trocken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Heute Nachmittag ist es zunächst meist stark bewölkt, aber bereits weitgehend trocken.
Die Zeit, 06.04.2011 (online)
Während er also zecht, sitzt sie zu Hause auf dem trockenen.
Bild, 29.09.2005
Dabei mußt du schnell arbeiten, mit einem trockenen Lappen nachreiben und die Schuhe mit Papier ausstopfen.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 57
Er pries sich nicht überschwenglich an, dazu waren seine Sätze viel zu trocken, vor allem viel zu kurz.
Walser, Martin: Ehen in Philippsburg, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1957], S. 49
Da setzte er ihr seinen Plan mit der trockensten Genauigkeit auseinander.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 29
Zitationshilfe
„trocken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/trocken>, abgerufen am 22.11.2019.

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