trommeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungtrom-meln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›trommeln‹ als Erstglied: ↗Trommler  ·  mit ›trommeln‹ als Letztglied: ↗austrommeln · ↗eintrommeln · ↗heraustrommeln · ↗zusammentrommeln
 ·  mit ›trommeln‹ als Grundform: ↗Getrommel · ↗Trommelei
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
die Trommel schlagen
Beispiele:
gedämpft, laut trommeln
zum Appell trommeln
bildlich rasch hintereinander auf, an etw. klopfen
Beispiele:
mit den Fingern auf die Tischplatte trommeln
der Regen, Hagel trommelt auf das Dach, gegen die Scheiben
umgangssprachlich jmdn. nachts aus dem Bett trommeln (= an jmds. Tür heftig, laut klopfen, damit er wach wird und öffnet)
übertragen
Beispiel:
salopp Gott sei's getrommelt und gepfiffen! (= Ausruf, der Erleichterung ausdrückt)
2.
Jägersprache von Hasen und Kaninchen
a)
schnell mit den Vorderläufen auf einen Feind oder Rivalen schlagen
Beispiel:
Er [ein Hase] kommandierte die Hunde, vertrieb sie durch Trommeln mit den Vorderfüßen von ihrem Lager [GrzimekWildes Tier234]
b)
bei vermuteter Gefahr im Sitzen schnell mit den Hinterläufen auf den Boden schlagen
Beispiel:
Aufgescheuchte Kaninchen trommeln mit den Hinterläufen, und diese im Erdreich hallende Telegraphie wird ... als Warnung verstanden [R. GerlachVierfüßler137]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trommel · trommeln · Trommler · Trommelschläger · Trommelfell · Trommelfeuer
Trommel f. zylindrisches, doppelseitig (oben und unten) mit Fell bespanntes Schlaginstrument, spätmhd. trümel, frühnhd. truml, (md.) trumpel, drompel (15. Jh.), trummel (16. Jh.), Drommel, Trommel (17. Jh.). Es handelt sich um eine l-Ableitung von einem schallnachahmenden, in seiner Entwicklung unterschiedliche Musikinstrumente bezeichnenden ahd. trumba ‘Trompete, Signalhorn’ (8. Jh.), mhd. trum(b)e, trumpe, trumme ‘Posaune, Trompete, Trommel’, frühnhd. trumpe, trumme, trompe, tromme ‘Trompete, Laute, Trommel’ (15. Jh.), auch ‘Maultrommel, Brummeisen’ (16. Jh.); vgl. auch mnd. trumme, mnl. tromme, nl. trom (woraus engl. drum). Im Dt. setzt sich die md. Form mit o im 17. Jh. durch, doch halten sich einzelne u-Formen bis ins 18. Jh. trommeln Vb. ‘die Trommel schlagen’, frühnhd. trummeln (um 1500); ‘erregt (mit den Fingern, Fäusten) klopfen’ (18. Jh., trumpeln 16. Jh.); in der Jägersprache (von Hasen und Kaninchen) ‘mit den Hinterläufen auf den Boden schlagen’ (18. Jh.). Trommler m. (um 1700), älter Trommelschläger m. (um 1600), frühnhd. trummenschleger (um 1500). Trommelfell n. ‘über die Trommel gespanntes (Kalb)fell’ (Anfang 17. Jh.), älter trummenfell (16. Jh.); vergleichend für das den Gehörgang des Ohres abschließende, als Membran dienende Häutchen (2. Hälfte 18. Jh.). Trommelfeuer n. ‘anhaltendes schnelles Artilleriefeuer’ (Ende 1915); vgl. gleichbed. engl. drumfire.

Thesaurus

Synonymgruppe
Pauke spielen · Schlagzeug spielen · die Trommel schlagen · ↗pauken · trommeln
Oberbegriffe
Synonymgruppe
klatschen · ↗patschen · ↗peitschen · ↗platschen · ↗prasseln (Regen) · trommeln  ●  ↗pladdern  norddeutsch
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blech Brust Faust Fensterscheibe Finger Fingern Lenkrad Regen Schlagzeug Schlagzeuger Schreibtischplatte Takt Tischplatte Trommler eintrommeln flöten heraustrommeln herbeitrommeln herumtrommeln herunter klatschen lauter lautstark pfeifen tanzen trompeten ungeduldig vortrommeln weitertrommeln zusammentrommeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trommeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Köche jedenfalls halten nicht so viel vom Kochen, sie trommeln lieber.
Der Tagesspiegel, 14.03.2002
Dann trommelt sie auf dem Herz des Mannes und singt sich ins Leben zurück.
Süddeutsche Zeitung, 22.07.1994
Die Finger der auf den Tisch gestützten Hand trommelten nicht.
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 392
Er stellt sich vor das Fenster und trommelt mit den Fingern gegen die Scheiben.
Jens, Walter: Nein, München: Piper 1968 [1950], S. 150
Sie trommelten auch nicht mehr und sangen auch nicht mehr.
Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 409
Zitationshilfe
„trommeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/trommeln>, abgerufen am 15.12.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Trommelklang
trommelförmig
Trommelfeuer
Trommelfellperforation
Trommelfell
Trommelofen
Trommelrevolver
Trommelruf
Trommelschlag
Trommelschläger