tropfen

GrammatikVerb · tropfte, ist/hat getropft
Aussprache
Worttrennungtrop-fen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›tropfen‹ als Erstglied: ↗Tropfstein · ↗tropfbar · ↗tropfnass
 ·  mit ›tropfen‹ als Letztglied: ↗abtropfen · ↗eintropfen · ↗herabtropfen · ↗heraustropfen · ↗heruntertropfen
 ·  mit ›tropfen‹ als Grundform: ↗betropfen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹
in Tropfen herabfallen
Beispiele:
das Wasser tropfte von den Bäumen
aus ihren Augen tropften Tränen
das Blut ist auf die Erde getropft
übertragen
Beispiel:
Die Tage tropften wie Sirup in das große Faß Vergangenheit [StrittmatterWundertäter227]
mit Hilfsverb ›hat‹
einzelne Tropfen von sich geben
Beispiele:
die Nase tropft
die Dächer, Bäume tropfen
das abgewaschene Geschirr tropft
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
es tropftes regnet in vereinzelten Tropfen
Beispiel:
es begann zu tropfen
3.
selten
mit Hilfsverb ›hat‹
eine Flüssigkeit in einzelnen Tropfen irgendwohin fallen lassen, tröpfeln, träufeln
Beispiel:
Medizin auf ein Stück Zucker tropfen
bildlich
Beispiel:
während er vorgibt ... zu werben, tropft er den Leuten Gift ins Ohr [FontaneStechlinI 5,206]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tropfen · tropfen · tröpfeln
Tropfen m. ‘kleinste Menge Flüssigkeit’, ahd. tropho (8. Jh.), mhd. tropfe, trophe, (md.) troppe, frühnhd. (mit Endungs-n aus den obliquen Kasus) tropfen (16. Jh., vgl. md. droppen, 15. Jh.), mnl. droppe, druppe (vgl. nl. droppel, druppel) stehen als Neuerung mit Geminate (wohl unter Einfluß des nahestehenden Verbs, s. unten) gegenüber einfache Konsonanz aufweisendem asächs. drop, mnd. mnl. drope, aengl. dropa, engl. drop, anord. dropi. Alle Formen gehören ablautend zu dem unter ↗triefen (s. d.) behandelten Verb. Redensartlich steter Tropfen höhlt den Stein, älter ein weycher tropff hölet auch die steyn ausz (1541), vgl. lat. gutta cavat lapidem (Ovid); ein Tropfen auf dem, einem heißen Stein ‘viel zu wenig’ (1. Hälfte 19. Jh.). tropfen Vb. ‘in Tropfen herabfallen (lassen)’, ahd. trophōn (um 800), mhd. tropfen, mnd. drüppen, dröppen, mnl. droppen zeigt gegenüber ↗triefen (s. d.) intensivierende (bzw. lautsymbolische) Doppelkonsonanz. Vgl. (unpersönlich) es tropft ‘es regnet in vereinzelten Tropfen, es fängt an zu regnen’ (16. Jh.). tröpfeln Vb. ‘in einzelnen, wenigen Tropfen herabfallen, in kleinen Tropfen verabreichen’ (15. Jh.), Deminutiv- und Iterativbildung zu tropfen.

Thesaurus

Synonymgruppe
rieseln · ↗sickern · tropfen · ↗träufeln · ↗tröpfeln · ↗verrinnen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blut Dachrinne Decke Fett Flüssigkeit Geifer Glut Hahn Kinn Kondenswasser Regen Regenwasser Schmelzwasser Schweiß Schweißperle Speichel Stirn Träne Wachs Wasserhahn abtropfen austropfen durch herabtropfen heraustropfen heruntertropfen hinab hineintropfen rinnen tropfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tropfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun gleitet ihr alles aus der Hand, und ihr tropft der Zahn nach wahrem Leben.
Die Welt, 16.04.1999
Von Blättern, die so groß wie Dächer sind, tropfen ätzende Gifte.
Widmer, Urs: Im Kongo, Zürich: Diogenes 1996, S. 206
Von der Nase tropft Blut auf das Giftgrün der Hose.
Die Zeit, 11.09.1959, Nr. 37
Nahe aber tropfte die mütterliche Feuchtigkeit aus den geöffneten Äderchen des Berges.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 339
Dann fing er an, Speichel aus seinem Mund tropfen zu lassen.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 209
Zitationshilfe
„tropfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tropfen>, abgerufen am 18.07.2019.

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