trotten

GrammatikVerb · trottete, ist getrottet
Aussprache
Worttrennungtrot-ten
Wortbildung mit ›trotten‹ als Letztglied: ↗abtrotten · ↗dahertrotten · ↗dahintrotten · ↗davontrotten · ↗hinabtrotten · ↗hinterhertrotten · ↗hintrotten · ↗vorbeitrotten · ↗weitertrotten
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich sich gemächlich, müde, schwerfällig fortbewegen
Beispiele:
Rinder trotten durch das Dorf
die Pferde trotten langsam mit gesenkten, nickenden Köpfen
der Junge trottete schlaftrunken nach Hause
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trotten · Trott · Trotte · trotteln
trotten Vb. ‘gewohnheitsmäßig und beharrlich dahinschreiten’ (18. Jh.), ‘lustlos, plump, schwerfällig gehen’ (15. Jh.), ‘sich mit kurzen Schritten gleichmäßig fortbewegen, traben’ (besonders von Pferden), spätmhd. trotten ‘traben, reiten’ (oder ‘dahinschreiten’?), zuo trotten ‘hinzutreten, herbeikommen’ (Oswald v. Wolkenstein, Anfang 15. Jh.), ūʒ trotten ‘hinausreiten, ausziehen’ (um 1400). Die Herleitung des Verbs ist ebenso wie die von Trott m. ‘mittlere Gangart der Pferde zwischen Schritt und Galopp, Trab’ (16. Jh.), übertragen ‘gewohnheitsmäßiger, eingefahrener Ablauf ohne neue Impulse, Schlendrian’ (um 1800) nicht sicher geklärt. Das Fehlen älterer Belege deutet auf Entlehnung aus dem Roman., wohl aus afrz. troter, mfrz. frz. trotter ‘traben, schnell gehen, umherstreifen’ und afrz. frz. trot ‘Trab’ (doch vgl. auch gleichbed. ital. trottare, trotto sowie mlat. trot(t)are ‘traben’). Die roman. Wörter werden aber ihrerseits auf eine germ. Form mit hd. Lautstand zurückgeführt, auf ein ahd. (frk.?, langobard.?) *trottōn ‘laufen’ (FEW 17, 371 ff.), das sich nicht nachweisen läßt. Naheliegender wäre es daher vielleicht, für afrz. troter, ital. trottare, mlat. trot(t)are von ahd. trotōn (um 1000), spätmhd. frühnhd. trotten ‘keltern, pressen’ auszugehen, einer verbalen Ableitung von ahd. trota (9. Jh.), spätmhd. frühnhd. trotte ‘Kelter, Presse’ (mit tt-Schreibung wegen landschaftlich bedinger Vokalkürze), nhd. (südwestd.) Trotte f. ‘Kelter’, das als ablautende Bildung (vgl. got. trudan, anord. troða ‘treten’) zu der unter ↗treten (s. d.) dargestellten Wortgruppe gehört. Da die Trauben ursprünglich durch Treten mit den Füßen ausgedrückt wurden, läßt sich ein enger Zusammenhang zwischen den Bedeutungen ‘keltern’ und ‘treten, kleine Schritte machen’ erkennen. trotteln Vb. ‘langsam, schleppend, zögernd gehen’ (17. Jh.), zuvor ‘heftig schütteln’ (bei trottender Bewegung, 16. Jh.), Iterativbildung zu nhd. trotten (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
mühsam gehen · ↗traben · trotten
Synonymgruppe
(sich) dahinschleppen · (sich) mit schleppendem Gang fortbewegen · ↗(sich) schleppen · schleppend gehen · ↗schlurfen · schlurfend gehen · trotten  ●  ↗kriechen  fig. · ↗latschen  ugs. · ↗schlappen  ugs. · ↗trödeln  ugs. · ↗zockeln  ugs. · ↗zuckeln  ugs.
Oberbegriffe
  • einen Fuß vor den anderen setzen · ↗gehen · ↗laufen  ●  zu Fuß gehen  Hauptform · ↗latschen  ugs., salopp · zu Fuß laufen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
bummeln · gemütlich gehen · langsam gehen · ↗schlendern · ↗trollen · trotten · ↗zotteln
Assoziationen
  • (gemütlich) hinterhergeschlendert kommen · (in aller Ruhe) hinterhertrollen · hinterhergeschlichen kommen · ↗hinterhertrotten · langsam hinterherkommen  ●  hinterhergezottelt kommen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Esel Gänsemarsch Herde Kabine Kamel Tränke dahintrotten davontrotten entgegen entlang entlangtrotten gemächlich heran herbei herein hertrotten herumtrotten hinterdrein hinterher hinterhertrotten los mißmutig nachtrotten nebenher umher vorbei vorbeitrotten vorüber zurücktrotten zutrotten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trotten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Darum hat er alle Angebote dankend abgelehnt und trottet jetzt durch die Große Freiheit.
Bild, 01.08.2001
Erst als unser Führer mehrmals in die Hände klatschte, trotteten sie widerwillig zu uns herüber.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 279
Die Wirtschaft geht zunehmend ihren eigenen Weg und die Politik trottet sehr viel langsamer hinterher.
Der Tagesspiegel, 27.07.1998
Wieder zurück auf der Erde, trottet jeder noch einmal über das unermeßliche Rund des Alex.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 260
Erst nach einer Stunde, als es satt zu sein schien, trottete es wieder davon.
Krüss, James: Mein Urgroßvater und ich, Hamburg: Oetinger 1959, S. 71
Zitationshilfe
„trotten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/trotten>, abgerufen am 18.08.2019.

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