Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

trotz

Grammatik Präposition (mit Genitiv)
Nebenform selten trotz · Präposition (mit Dativ)
Aussprache 
Wortbildung  mit ›trotz‹ als Letztglied: nichtsdestotrotz
eWDG

Bedeutung

ungeachtet, ohne Rücksicht auf
Beispiele:
trotz allen Fleißes, aller Versuche
trotz aller Aufregung, heftiger Anstrengungen
trotz des schlechten Wetters gingen wir spazieren
besonders österreichisch, schweizerisch
Grammatik: mit Dativ
Beispiele:
trotz dem schlechten Wetter, gewissen Beobachtungen, allen Erfahrungen, allen Zweifeln
trotz dem Verbot des Vaters ging der Junge auf das Eis
trotz allem, trotz alledem
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trotz · trotzen · tratzen · trotzig · trotz · trotzdem · Trotzkopf
Trotz m. ‘Widersetzlichkeit, Eigensinn’, mhd. (vorwiegend) tra(t)z, (md.) trotz, (obd.) tru(t)z ‘Widersetzlichkeit, Feindseligkeit, Herausforderung’, frühnhd. auch ‘Unerschrockenheit, Mut’, mnd. trot (in der Fügung trot bēden ‘Trotz bieten’), seit dem 17. Jh. in der Literatursprache durch md. Trotz und in bestimmten Wendungen (vgl. Schutz und Trutz) durch obd. Trutz vertreten. Dazu trotzen, tratzen Vb. ‘Widerstand leisten, einer Herausforderung standhalten’, auch ‘verstockt, bockig sein’ sowie ‘reizen, ärgern, necken’, mhd. (vorwiegend) tratzen, (mit Umlaut) tretzen, (md.) trotzen, frühnhd. (obd.) trutzen ‘reizen, herausfordern zum Kampf, Widerstand leisten, Gehorsam verweigern, mutig, tapfer, hochmütig sein’. Herkunft ungeklärt. Die im Vokalismus unterschiedlichen Formen lassen lautmalenden Ursprung vermuten. de Vries Nl. 724 verbindet trotzen unter Annahme von Metathese mit mnl. tarten, terten, torten, nl. tarten ‘reizen, herausfordern, trotzen’; Pokorny 1, 207 erwägt Verbindung mit aengl. teart ‘streng, scharf, bitter’, vielleicht auch zart (s. d.) im Sinne von ‘zerfasert’, und knüpft an die unter zehren, zerren (s. d.) dargestellte Wurzel ie. *der(ə)-, *drē- ‘schinden, (ab)spalten’ an. – trotzig Adj. ‘widersetzlich, eigensinnig, bockig’, mhd. tratzic, tretzig, (md.) trotzic, frühnhd. (obd.) trutzic. trotz Präp. ‘ungeachtet’, hervorgegangen (16./17. Jh.) aus Verbindungen des Substantivs mit nachfolgendem Dativ als eingeschobener Satz (vgl. Trutz meinem Feind), später (Mitte 18. Jh.) auch mit Genitiv. Der Dativ ist erhalten in trotzdem Konj. ‘dennoch’ (19. Jh.), aus trotz dem, daß … Trotzkopf m. ‘trotziger Mensch’ (18. Jh.), älter ‘eigensinnige, halsstarrige Haltung’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
entgegen · trotz · unbenommen · ungeachtet · zum Trotz(e)  ●  unbeschadet  Amtsdeutsch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›trotz‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trotz‹.

Zitationshilfe
„trotz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/trotz>.

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