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trotzig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung trot-zig

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. besonders von Kindern: starrsinnig, eigensinnig, widerspenstig
    1. [bildlich] ...
  2. 2. [dichterisch] kühn
    1. [bildlich] ...
eWDG

Bedeutungen

1.
besonders von Kindern   starrsinnig, eigensinnig, widerspenstig
Beispiele:
ein trotziges, störrisches Kind
ein trotziges Gesicht machen
er zeigte ein trotziges Wesen, Verhalten
trotzig blicken
sich gegen jmdn. trotzig auflehnen
trotzig antworten, schweigen
bildlich
Beispiel:
Und dräut der Winter noch so sehr / Mit trotzigen Gebärden [ GeibelHoffnung]
2.
dichterisch kühn
Beispiel:
O wie liebte sie ihn, diesen rechten trotzigen Mann [ BrodTycho Brahe74]
bildlich
Beispiel:
eine trotzige (= uneinnehmbare) Burg
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trotz · trotzen · tratzen · trotzig · trotz · trotzdem · Trotzkopf
Trotz m. ‘Widersetzlichkeit, Eigensinn’, mhd. (vorwiegend) tra(t)z, (md.) trotz, (obd.) tru(t)z ‘Widersetzlichkeit, Feindseligkeit, Herausforderung’, frühnhd. auch ‘Unerschrockenheit, Mut’, mnd. trot (in der Fügung trot bēden ‘Trotz bieten’), seit dem 17. Jh. in der Literatursprache durch md. Trotz und in bestimmten Wendungen (vgl. Schutz und Trutz) durch obd. Trutz vertreten. Dazu trotzen, tratzen Vb. ‘Widerstand leisten, einer Herausforderung standhalten’, auch ‘verstockt, bockig sein’ sowie ‘reizen, ärgern, necken’, mhd. (vorwiegend) tratzen, (mit Umlaut) tretzen, (md.) trotzen, frühnhd. (obd.) trutzen ‘reizen, herausfordern zum Kampf, Widerstand leisten, Gehorsam verweigern, mutig, tapfer, hochmütig sein’. Herkunft ungeklärt. Die im Vokalismus unterschiedlichen Formen lassen lautmalenden Ursprung vermuten. de Vries Nl. 724 verbindet trotzen unter Annahme von Metathese mit mnl. tarten, terten, torten, nl. tarten ‘reizen, herausfordern, trotzen’; Pokorny 1, 207 erwägt Verbindung mit aengl. teart ‘streng, scharf, bitter’, vielleicht auch zart (s. d.) im Sinne von ‘zerfasert’, und knüpft an die unter zehren, zerren (s. d.) dargestellte Wurzel ie. *der(ə)-, *drē- ‘schinden, (ab)spalten’ an. trotzig Adj. ‘widersetzlich, eigensinnig, bockig’, mhd. tratzic, tretzig, (md.) trotzic, frühnhd. (obd.) trutzic. trotz Präp. ‘ungeachtet’, hervorgegangen (16./17. Jh.) aus Verbindungen des Substantivs mit nachfolgendem Dativ als eingeschobener Satz (vgl. Trutz meinem Feind), später (Mitte 18. Jh.) auch mit Genitiv. Der Dativ ist erhalten in trotzdem Konj. ‘dennoch’ (19. Jh.), aus trotz dem, daß … Trotzkopf m. ‘trotziger Mensch’ (18. Jh.), älter ‘eigensinnige, halsstarrige Haltung’ (17. Jh.).

Thesaurus

Assoziationen
Synonymgruppe
trotzig · unfreiwillig · ungern · widerwillig  ●  schweren Herzens  ugs.
Synonymgruppe
(ein) sturer Bock (sein) · bockbeinig · bockig · dickköpfig · dickschädelig · stur wie ein Bock · stur wie ein Esel · trotzig · unfügsam · widerborstig · widersetzlich · widerspenstig  ●  störrisch  Hauptform · unduldsam  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›trotzig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trotzig‹.

Verwendungsbeispiele für ›trotzig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Lied, das ich wurde, war trotzig, eine lächerliche Linie im Raum. [Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 103]
Als sie zwanzig war, hatte sie dann trotzig den Kopf geschüttelt. [Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 135]
Wenn es nicht so läuft, wie sie sich das vorstellt, wird sie trotzig. [Der Spiegel, 06.11.2000]
Darin wirkt Gates wie ein trotziges Kind, das sich gerade an entscheidende Dinge nicht mehr erinnern kann. [Die Zeit, 01.07.1999, Nr. 27]
Aber trotzig verbissenes Schweigen wird man das alles nicht nennen mögen. [Die Zeit, 28.03.1997, Nr. 14]
Zitationshilfe
„trotzig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/trotzig>.

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