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tugendhaft

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung tu-gend-haft
Wortzerlegung Tugend -haft
Wortbildung  mit ›tugendhaft‹ als Erstglied: Tugendhaftigkeit
eWDG

Bedeutung

gehoben, veraltend in der sittlichen Haltung vorbildlich
Beispiele:
ein tugendhafter Mensch
eine tugendhafte Lebensführung
tugendhaft leben
es wurde sein Vergnügen, tugendhafte Frauen … zu verführen [ Hesse3,274]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tugend · tugendhaft
Tugend f. älter (bis 17. Jh.) auch Tugent, ‘sittlich hervorragende Eigenschaft, einwandfreie, vorbildliche Haltung’. Als Verbalabstrakta zu dem unter taugen (s. d.) behandelten Verb sind gebildet mit dem Suffix germ. -unþi- ahd. tugund ‘Tüchtigkeit, Kraft, Brauchbarkeit’ (um 1000), mhd. tugent, tugende ‘Brauchbarkeit, Tauglichkeit, männliche Tüchtigkeit, Kraft, Heldentat, Vorzüglichkeit, feine Sitte’, mnd. dȫget, dȫgent, dȫgede, mnl. dōghet, deoghet, nl. deugd, afries. dugethe, aengl. duguþ, anord. dygð ‘Tugend, Kraft’, schwed. dygd (germ. *dugunþi-); vgl. noch ahd. tugid (9. Jh.) als Mischform beider Bildungsweisen. Aus der alten Bedeutung ‘Tauglichkeit, Brauchbarkeit, Tüchtigsein’ entwickelt sich unter Einfluß von kirchenlat. virtūs (mōrālis) der Sinn ‘sittliche(religiöse) Vollkommenheit’ als Gegensatz zu Laster und Sünde (seit Notker); später wird Tugend veräußerlicht zu ‘Enthaltsamkeit, moralisches Verhalten, sittliche Reinheit, Keuschheit’. tugendhaft Adj. ‘ehrbar, keusch’, mhd. tugenthaft ‘gewaltig, mächtig, edel, fein gesittet’; im heutigen Sinne seit frühnhd. Zeit (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anständig · gesittet · moralisch · rein · sittsam · standhaft · tugendhaft · tugendsam · züchtig  ●  moralinsauer  geh., abwertend · moralistisch (oft abwertend)  geh. · ordentlich  ugs. · vernünftig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
puritanisch · sittenstreng  ●  tugendhaft  geh. · züchtig  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›tugendhaft‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tugendhaft‹.

Verwendungsbeispiele für ›tugendhaft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit der Mehrheit ihres tugendhaften Volkes war sie sich darin auch immer schon stillschweigend einig. [o. A.: WAFFEN UND MORAL. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1985]]
Die Welt soll wieder tugendhaft, das Mädchen wieder "anständig" werden. [Süddeutsche Zeitung, 04.11.1998]
Sie alle wurden glücklich gemacht, indem man sie zwang, tugendhaft zu werden. [Süddeutsche Zeitung, 20.08.1994]
Doch als tugendhafte Deutsche geben wir nicht viel auf Äußerlichkeiten. [Die Welt, 17.05.2004]
Diese ästhetische Stimmung gibt uns auch die Kraft, tugendhaft zu handeln. [Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie. In: Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 7583]
Zitationshilfe
„tugendhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tugendhaft>.

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