turnen

Grammatik Verb · turnt, turnte, hat/ist geturnt
Aussprache 
Worttrennung tur-nen
Wortbildung  mit ›turnen‹ als Erstglied: ↗Turnanzug · ↗Turnbeutel · ↗Turner · ↗Turnerei · ↗Turnfest · ↗Turngerät · ↗Turnhalle · ↗Turnhemd · ↗Turnhose · ↗Turnkleidung · ↗Turnlehrer · ↗Turnmatte · ↗Turnplatz · ↗Turnriege · ↗Turnsaal · ↗Turnsachen · ↗Turnschuh · ↗Turnsprache · ↗Turnstunde · ↗Turnunterricht · ↗Turnverband · ↗Turnverein · ↗Turnzeug · ↗Turnübung
 ·  mit ›turnen‹ als Letztglied: ↗abturnen · ↗austurnen · ↗durchturnen · ↗einturnen · ↗herumturnen · ↗hochturnen · ↗rumturnen · ↗vorturnen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Turnübungen machen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
am Barren, Reck, an den Ringen, auf der Matte turnen
die Mannschaft hat bei dem letzten Wettkampf sehr schlecht geturnt
bei den Massenübungen turnten Männer und Frauen gemeinsam
umgangssprachlichwir turnen heute in der Turnhalle (= haben heute in der Turnhalle Sportunterricht)
eine Übung turnen
Beispiele:
eine Übung an einem Gerät, eine Freiübung turnen (= ausführen)
die Riesenfelge turnen
die Massenübungen turnten Männer und Frauen gemeinsam
2.
umgangssprachlich sich gewandt (mit den Füßen und Händen) über ein, auf einem Hindernis bewegen, klettern
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
irgendwohin turnen
Beispiele:
die Kinder turnten über Tische und Bänke (nach vorn), über die Betten, von Stein zu Stein
sie [die Kinder] turnen auf die Waggons, klimmen und klettern [ SteinbergEinzug425]
irgendwo turnen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
die Kinder turnten auf dem Garagendach, am Geländer
von bestimmten Tieren
Beispiel:
in den Lärchen vor ihrer Veranda turnte ein neckisches Eichhörnchen [ FrischStiller148]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

turnen Vb. ‘sich durch gymnastische Bewegungen oder Übungen an Geräten sportlich betätigen’, 1811 von F. L. Jahn als vermeintlich altes dt. Wort im Hinblick auf ahd. turnen und nhd. (älter) Turner in die Sportsprache eingeführt. In Wirklichkeit ist ahd. turnen ‘bewegen, drehen, lenken’ (um 1000) entlehnt aus lat. tornāre ‘mit dem Drechseleisen runden, drechseln’, und Turner ‘junger Soldat, frischer, munterer Gesell’ von Moscherosch (1650) aus ↗Turnier ‘ritterliches Kampfspiel’ (s. d.) gebildet. Ebenfalls von Jahn stammen Turner, Vorturner, Turnkunst, -lehrer, -platz, -stunde.

Thesaurus

Sport
Synonymgruppe
turnen [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›turnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›turnen‹.

Verwendungsbeispiele für ›turnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Wende links wird also nach links, die Wende rechts nach rechts hin geturnt.
Borrmann, Günter u. Mügge, Hans: Gerätturnen in der Schule, Berlin: Volk u. Wissen 1957, S. 264
Von morgen ab fange ich wieder an, regelmäßig jeden Morgen zu turnen.
Tucholsky, Kurt: Neues Leben. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1926], S. 4035
Ich konnte nimmer turnen, alles am Leibe war mir wie tot.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 14585
Es war rotwangig, lieblich, turnte auf schwankendem Roller, hielt sich an der Hausmauer fest.
Böll, Heinrich: Billard um halb zehn, Leipzig: Insel-Verl. 1961 [1959], S. 238
Im Schützengraben, der zur Übung angelegt war, turnte eine Katze.
Klabund: Der Marketenderwagen. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2324
Zitationshilfe
„turnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/turnen>, abgerufen am 23.09.2020.

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