tuschen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung tu-schen
Wortbildung  mit ›tuschen‹ als Erstglied: ↗Tuschfarbe · ↗Tuschkasten · ↗Tuschmalerei · ↗Tuschnäpfchen · ↗Tuschpatrone · ↗Tuschzeichnung
 ·  mit ›tuschen‹ als Letztglied: ↗austuschen · ↗hintuschen  ·  mit ›tuschen‹ als Grundform: ↗Tusche

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [landschaftlich] etw. mit Wasserfarben malen
  2. 2. ...
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
landschaftlich etw. mit Wasserfarben malen
Beispiel:
ein Bild tuschen
2.
Beispiel:
die Wimpern, Augenbrauen tuschen (= mit Tusche schminken)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tuschen · Tusche
tuschen Vb. ‘mit Wasserfarbe malen, eine Zeichnung farbig ausgestalten, kolorieren’ (2. Hälfte 18. Jh.), zuvor ‘etw. einfarbig darstellen, eine Zeichnung einfarbig ausgestalten, mit dunkler Farbe schattieren’, entlehnt (vereinzelt getuscht, getouscht, 16. Jh., geläufig seit Anfang 17. Jh.) aus mfrz. frz. toucher, afrz. tochier ‘berühren, anrühren, treffen, schlagen, antreiben, betreffen, zu Herzen gehen’, frz. auch ‘ein Bild ausführen’ und ‘Farbe, Druckerschwärze auftragen’. Dem frz. Wort liegt vlat. *tōccāre ‘schlagen, treffen’ (vgl. ital. toccare ‘berühren, anfühlen, anstoßen’) zugrunde, eine lautnachahmende Bildung, die von dem beim Auftreffen auf einen Gegenstand entstehenden dumpfen Ton (tok) ausgeht. Tusche f. ‘zum Zeichnen, Beschriften verwendete, tintenähnliche schwarze Flüssigkeit’ (2. Hälfte 18. Jh.), älter überhaupt ‘zum Schreiben, Zeichnen, Schattieren, Kolorieren verwendete Farbe’, auch ‘Wasserfarbe’ (Anfang 18. Jh.), wohl gekürzt aus gleichzeitig bezeugtem Tuschfarbe, vielleicht unter Einwirkung von ebenfalls in der Malerei (für ‘Pinselstrich, Malweise’) üblichem deverbativem frz. touche, eigentlich ‘Berührung’ (afrz. toche).

Typische Verbindungen zu ›tuschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tuschen‹.

Verwendungsbeispiele für ›tuschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eva, 20, biegt sich die Wimpern in Form und tuscht sie schwarz.
Süddeutsche Zeitung, 10.01.2000
Die lieben Kleinen malen, kritzeln und tuschen für ihr Leben gern.
Bild, 01.11.2000
Auf ein solches Treffen, erzählte sie, bereitet sie sich sorgfältig vor: Sie zieht sich um, tuscht die Wimpern nach, macht sich die Haare zurecht.
Die Zeit, 08.06.2009, Nr. 23
Wir machten da prachtvolle Konstruktionen, tuschten nach Kartonmodellen und zeichneten nach Gipsköpfen.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18261
Balla sah ihr Profil, ihre Augenbrauen waren nicht getuscht, ihre Lippen nicht geschminkt.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 394
Zitationshilfe
„tuschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tuschen>, abgerufen am 29.11.2020.

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