tuten

GrammatikVerb · tutet, tutete, hat getutet
Aussprache
Worttrennungtu-ten
Wortbildung mit ›tuten‹ als Grundform: ↗Getute
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
das Signalhorn tutetdas Signalhorn ertönt langgezogen, laut (und dumpf)
Beispiele:
die (Schiffs)sirene, Nebelhorn tutet
Dann tutet es auf der Fabrik [OelfkenTraum36]
2.
ein Signalhorn langgezogen, laut (und dumpf) ertönen lassen
Beispiele:
der Schlepper, die Lokomotive tutete
das langgezogene Tuten eines Dampfers
umgangssprachlichder Junge tutete auf seiner Spielzeugtrompete
umgangssprachlichGleich darauf hörte ich das Tuten (= Hupen) ausfahrender Autos [RinserGefängnistagebuch32]
umgangssprachlichunten tutete ungeduldig der Chauffeur [BronnenBarbara la Marr240]
übertragen
Beispiele:
mit jmdm. in das gleiche, dasselbe Horn tuten (= mit jmdm. von vornherein einer Meinung sein, jmdn. von vornherein in seiner Meinung unterstützen)
saloppvon Tuten und Blasen keine Ahnung haben (= überhaupt keine Ahnung von etw. haben, nichts von einer Sache verstehen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tuten Vb. ‘ein Signalhorn blasen, einen lauten, dunklen Ton hören lassen’. Lautnachahmendes (und daher unverschobenes) mhd. tūten (14. Jh., daneben auch intransitives mhd. ertiuten ‘erschallen’) stellt sich wie mnd. mnl. tūten ‘auf dem Horn blasen, hupen, sausen’, nl. tuiten zu der unter ↗Getöse (s. d.) dargestellten Schallwurzel ie. *tū̌, redupliziert *tū̌tū̌. Redensartlich weder tuten noch blasen können ‘völlig unfähig sein’ (Anfang 17. Jh.), heute meist keine Ahnung von Tuten und Blasen haben.

Typische Verbindungen zu ›tuten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tuten‹.

Verwendungsbeispiele für ›tuten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sobald man sich seinem Handy wieder nähert, verbindet es sich automatisch neu und tutet wieder kurz ins Ohr, diesmal fröhlicher.
Die Zeit, 05.10.2009, Nr. 40
Dreimal tutet die "Queen Mary 2" mit langem, tiefen Ton.
Bild, 10.11.2005
Kaum hat man sich daran gewöhnt, daß man sich nicht gewöhnt, tutet eines feinen Herrn helles Handy los.
Süddeutsche Zeitung, 30.07.1999
In diesem Augenblick tutete wieder ein Wagen und kam in voller Fahrt dahergerannt.
Hesse, Hermann: Der Steppenwolf, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1955 [1927], S. 183
Einmal klang die Schiffsglocke, dann tutete das Nebelhorn, lang und unheimlich.
Kreuder, Ernst: Die Gesellschaft vom Dachboden, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1978 [1946], S. 36
Zitationshilfe
„tuten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tuten>, abgerufen am 10.04.2020.

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