typisch

GrammatikAdjektiv · Komparativ: typischer · Superlativ: am typischsten
Aussprache
Worttrennungty-pisch
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›typisch‹ als Erstglied: ↗Typik · ↗typischerweise  ·  mit ›typisch‹ als Letztglied: ↗atypisch · ↗branchentypisch · ↗geschlechtstypisch · ↗idealtypisch · ↗paratypisch · ↗untypisch · ↗zeittypisch
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
von bestimmten charakteristischen (wesentlichen) Eigenschaften, die jmd., etw. mit anderen, anderem dieser Art gemeinsam hat, einem Typ entsprechend
Beispiele:
er ist ein typischer Berliner, Mecklenburger, Künstler
ein typisches Krankheitsbild
die Krankheit nahm einen typischen Verlauf
hier handelt es sich nicht um eine Ausnahme, sondern um einen typisch Fall, eine typische Erscheinung
er ist ein typischer Vertreter dieser Richtung
ein typisches Beispiel, Merkmal
weil mir das eigene Schicksal in mancher Hinsicht typisch für viele meiner Generation und Klasse ... zu sein scheint [JohoinHammer u. Feder216]
kennzeichnend, bezeichnend für das Wesen, die Art von jmdm., etw., charakteristisch
Beispiele:
das für den Positivismus Typische besteht darin, dass ...
die für das 18. Jahrhundert typischen Stilformen
das ist ein typischer Zug seines Charakters
diese Handlungsweise, Bemerkung ist typisch für ihn
umgangssprachlich(das ist) typisch Klaus (= das ist kennzeichnend für Klaus)
umgangssprachlichdas war typisch Frau
umgangssprachlich, abwertend»er hat es sich anders überlegt.« »Typisch
die typische rehbraune Färbung des Isolierteiles [BaierlFlinz11]
Eine typisch weibliche Frage! [NossackSpirale48]
2.
Kunst von literarisch, künstlerisch Gestaltetem   mit individuellen Wesenszügen und Eigenschaften, die zugleich historisch und sozial bestimmte überindividuelle, für ganze Klassen, soziale Schichten und Gruppen repräsentative Wesenszüge und Eigenschaften sind
Beispiele:
das Typische in der Kunst
In der Gestaltung muß das Individuum, das individuelle Schicksal als solches typisch erscheinen, d. h. die klassenmäßigen Züge als individuelle enthalten [LukácsinTradition443]
Die Forderung Friedrich Engels' nach getreuer Wiedergabe typischer Charaktere unter typischen Umständen bei Treue des Details [Heute u. Morgen1954]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Typ · Typus · Type · typisch · Typologie · typologisch
Typ m. (Anfang 20. Jh.), älter und heute (besonders bildungssprachlich und terminologisch) daneben fortlebend Typus m. ‘durch die einer bestimmten Gruppe von Personen oder Dingen gemeinsamen, für diese Gruppe charakteristischen wesentlichen Merkmale gekennzeichnete Erscheinungsform einer Person, eines Einzeldinges, Grundform, Urgestalt’, auch ‘die gemeinsamen Merkmale besonders ausgeprägt aufweisender Vertreter einer bestimmten Gattung, Idealbild, Inbegriff’ (18. Jh.), zuvor (abgesehen von vereinzeltem Gebrauch in der Grammatik für ‘Muster, Paradigma’, 17. Jh.) bei Theologen ‘Vorbild, alttestamentlicher Bericht mit auf das Neue Testament vorausdeutendem Sinn’, Entlehnung (Ende 16. Jh.) von lat. typus ‘Figur, Bild’ (spätlat. auch ‘periodische Zu- und Abnahme einer Krankheit, regelmäßige Wiederkehr’), griech. týpos (τύπος) ‘Schlag, Stoß, Abdruck, Gepräge, erhabene Arbeit, Bildwerk, Schriftduktus, Abbild, Vorbild, Gestalt, Umriß, Entwurf, Regel’, zu griech. týptein (τύπτειν) ‘schlagen, stoßen, prügeln, mit einer Waffe treffen’. In dt. Texten folgt Typus noch bis ins 18. Jh. öfters der lat. Flexion. Zu der seit dem 18. Jh. verwendeten Pluralform Typen stellt sich im frühen 20. Jh. der eindeutschende Sing. Typ, der für die jungen Bedeutungen ‘besondere, von anderen Produkten derselben Funktion abweichende Bauart eines in Serie gefertigten Erzeugnisses, Modell, Sorte, verbindliche Norm’ (in Technik und Wirtschaft, Anfang 20. Jh.) und ‘seltsamer Kerl, Sonderling’ (1. Hälfte 20. Jh., älter Type, s. unten), dann (meist schwach flektiert) überhaupt ‘männliche Person, junger Mann’ (in der Ausdrucksweise Jugendlicher, 2. Hälfte 20. Jh., vielleicht nach gleichbed. frz. type, vgl. das ist nicht mein Typ ‘er, sie entspricht nicht meinem Idealbild’, Anfang 20. Jh., frz. ce n’est pas mon type) ausschließlich gilt. Type f. ‘rechteckiger Metallkörper mit dem erhabenen, seitenverkehrten Bild eines Schriftzeichens, Letter’, auch ‘gedruckter Buchstabe’, als Fachwort des Buchdrucks um 1800 rückgebildet aus dem Plur. Typen ‘gegossene Lettern’ (Anfang 18. Jh., vgl. mfrz. frz. type m. ‘Druckstock’); im 18. Jh. findet sich gelegentlich der Sing. Typus m. (entsprechend nlat. typus, 16. Jh.) in dieser Bedeutung. Type steht anstelle von Typ(us) (s. oben) auch für ‘Mensch mit auffallenden Besonderheiten, Sonderling’ (Ende 19. Jh., frz. type) und für ‘Sorte, Qualität’ (zur Klassifizierung von Müllereiprodukten, 1. Hälfte 20. Jh.). typisch Adj. ‘die wesentlichen gemeinsamen Merkmale einer Gruppe aufweisend, einem Typ entsprechend’, auch ‘für jmdn., etw. kennzeichnend, charakteristisch’ (Anfang 19. Jh.), zuvor in der Theologie ‘vorbildhaft, vorgebildet’ (2. Hälfte 18. Jh., schon Anfang 17. Jh. in der Adverbform typice, vgl. spätlat. typicē), nach spätlat. typicus ‘bildlich, regelmäßig wiederkehrend’, griech. typikós (τυπικός) ‘bildend, figürlich, bildlich’, zu griech. týpos (s. oben). Typologie f. ‘Lehre von den Typen, systematische Einteilung nach Typen’ (1. Hälfte 20. Jh.), älter ‘Lehre von der Vorgebildetheit neutestamentlicher Ereignisse im Alten Testament’ (1. Hälfte 19. Jh.), Bildung der Wissenschaftssprache (s. ↗-logie) zu griech. týpos (s. oben); dazu typologisch Adj. (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
typisch · ↗typischerweise
Synonymgruppe
beispielgebend · ↗beispielhaft · ↗paradigmatisch · typisch · ↗vorbildhaft · ↗waschecht  ●  ↗exemplarisch  Hauptform · wie es (er/sie) im Buche steht  fig. · (ein ...) vor dem Herrn  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
durchschnittlich · im Durchschnitt · im Mittel · ↗klassisch · so wie man ihn kennt (generalisierend) · typisch  ●  im Schnitt  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(das) sieht ihm ähnlich · (jemanden) so kennen · kann nur ihm passieren · kann nur ihr passieren · typisch (...) · typisch (für jemanden)  ●  ein typischer (Adenauer)  variabel · ↗ganz (der) (Onkel Karl)  variabel · typisch (Onkel Karl)  variabel · (...) wie er leibt und lebt  ugs., männl. · (...) wie sie leibt und lebt  ugs., weibl. · (mal wieder) typisch (sein)  ugs. · ↗echt (Nico)  ugs., variabel · ein echter (Klaus)  ugs., variabel
Assoziationen
Synonymgruppe
bezeichnend · charakterisiert (durch) · ↗charakteristisch (für) · gekennzeichnet (durch) · ↗kennzeichnend · ↗spezifisch (für) · ↗symptomatisch (für) · typisch (für)  ●  ↗(jemandem/einer Sache) eigen  geh. · ↗(jemandem/einer Sache) eigentümlich  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aroma Beispiel Eigenschaft Erscheinung Fall Fehler Frauenberuf Geruch Handbewegung Kennzeichen Manier Merkmal Mischung Muster Männerberuf Phänomen Produkt Reaktion Repräsentant Sound Symptom Szene Verhaltensmuster Verhaltensweise Vertreter Vertreterin durchaus englisch männlich weiblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›typisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist alles andere als schön, aber leider typisch für konfliktreiche Zeiten.
Süddeutsche Zeitung, 12.07.2004
Mit dieser für ihn typischen Malweise ist der Künstler international bekannt geworden.
Der Tagesspiegel, 10.06.2003
Typisch für seine Kunst ist eine sich ständig steigernde Stilisierung.
o. A.: Lexikon der Kunst - S. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 40809
Aber natürlich hat man auch mich als typische Frau erzogen.
Der Spiegel, 03.11.1986
Es handelt sich also bei seinen Lehren keineswegs um typisch nordisches Geistesgut.
Florin, Wilhelm: Rosenbergs Mythus und evangelischer Glaube, Gütersloh: Bertelsmann 1934, S. 16
Zitationshilfe
„typisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/typisch>, abgerufen am 16.12.2019.

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