tyrannisieren

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungty-ran-ni-sie-ren (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
WortzerlegungTyrann-isieren
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
jmdn. tyrannisierenherrschsüchtig, rücksichtslos und diktatorisch jmdm. seinen Willen aufzwingen und ihn dadurch quälen
Beispiele:
er tyrannisiert seine Umgebung, seine Frau
der Kranke tyrannisierte die ganze Familie
das Kind tyrannisiert seine Eltern
jmdn. mit etw. tyrannisieren
Beispiel:
Mit dieser Lebhaftigkeit ... tyrannisierte er mich (= wurde er mir lästig), ohne es zu ahnen [RennKindheit7]
2.
das Volk tyrannisierenGewalt und Zwang auf das Volk ausüben, das Volk unterdrücken
Beispiele:
Weil wir nicht frei sein und nicht frei leben können, solange der Diktator das Volk knebelt und tyrannisiert [TravenGeneral393]
Gestapo, SA und SS, die die Bevölkerung tyrannisiert hatten, waren hinweggefegt [Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung12,30]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tyrann · Tyrannei · tyrannisch · tyrannisieren
Tyrann m. ‘Gewaltherrscher, Despot’, spätmhd. tiranne, tyranne, entlehnt aus lat. tyrannus, griech. týrannos (τύραννος) ‘unumschränkter Herrscher, Allein-, Gewaltherrscher’, besonders ‘wer sich ungesetzlich die Herrschaft im Staate anmaßt’. Im Dt. zunächst im politischen Bereich ‘Usurpator, Diktator, Despot’, ohne pejorativen Nebensinn ‘Herrscher, König, Regent’, dann (1. Hälfte 16. Jh.) auch allgemein ‘wer anderen seinen Willen rücksichtslos aufzwingt, herrschsüchtiger Mensch’. Tyrannei f. ‘Gewaltherrschaft, despotische Unterdrückung’, frühnhd. tyranney (2. Hälfte 15. Jh.), mnd. tirannīe (2. Hälfte 14. Jh.), Bildung (unter Einfluß von afrz. tiranie, tyrannie?) zur voraufgehenden Personenbezeichnung; vgl. spätlat. tyrannia, griech. tyrannía (τυραννία) ‘Königsherrschaft, unumschränkte, angemaßte Herrschaft, Allein-, Gewaltherrschaft’. Im Dt. schon früh übertragen ‘herrschsüchtige Unterdrückung, Zwang, unduldsames Verhalten eines Menschen’ (1. Hälfte 16. Jh.). tyrannisch Adj. ‘(in einem Staatswesen) unumschränkt, despotisch herrschend, die Macht, Herrschaft gewaltsam an sich reißend’ (2. Hälfte 15. Jh.), ‘anderen seinen Willen rücksichtslos aufzwingend, herrschsüchtig, herrisch’ (1. Hälfte 16. Jh.); vgl. lat. tyrannicus, griech. tyrannikós (τυραννικός) ‘dem Alleinherrscher gehörig, ihm angemessen, königlich, gewalttätig, despotisch’. tyrannisieren Vb. ‘willkürlich, gewalttätig regieren, grausam herrschen, jmdm. seinen Willen aufzwingen’ (1. Hälfte 16. Jh.), mfrz. frz. tyranniser.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anwohner Bevölkerung Dorf Elter Familie Lehrer Mitmensch Mitschüler Nachbar Tochter Umgebung Umwelt Vater bedrohen quälen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tyrannisieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es stört auch keinen mehr, weil es längst aus der Mode gekommen ist, sich von saisongebunden Bräuchen tyrannisieren zu lassen.
Süddeutsche Zeitung, 30.03.1998
Er sei ihr einziger Halt in der Welt, sie aber tue alles, ihn zu verlieren, tyrannisiere ihn mit wütender Depression.
Die Zeit, 23.09.1988, Nr. 39
Seit zwei Monaten lebte er in der Pension und tyrannisierte die Schwestern.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 5
Es war schwer zu glauben, daß dieses winzige Wesen nichts anderes im Sinn haben sollte, als seine Eltern zu tyrannisieren.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 64
Man beobachte das oft an Witwen, die lange Zeit tyrannisiert wurden.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1931. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1931], S. 255
Zitationshilfe
„tyrannisieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tyrannisieren>, abgerufen am 26.03.2019.

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