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umbringen

Grammatik Verb · bringt um, brachte um, hat umgebracht
Aussprache 
Worttrennung um-brin-gen
Wortzerlegung um- bringen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. jmdn., sich gewaltsam ums Leben bringen, töten
  2. 2. [übertragen] ...
    1. ⟨es bringt mich noch um, dass …⟩ es macht mich fast verrückt, dass …
    2. ⟨etw. ist nicht umzubringen⟩ etw. ist dauerhaft, unverwüstlich
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdn., sich gewaltsam ums Leben bringen, töten
Beispiele:
er hat ihn (mit Gift, einem Messer) umgebracht
jmdn. auf bestialische Weise, aus Eifersucht, Rache umbringen
es ist anzunehmen, dass er sich (selbst) umgebracht hat (= Selbstmord begangen hat)
2.
übertragen
Beispiele:
saloppdu bringst dich ja noch, bald um (= strengst dich zu sehr an)
salopper brachte sich (fast, beinahe) um vor Dienstfertigkeit, Eifer (= war übertrieben dienstfertig, eifrig)
spöttisch bring dich nur nicht um! (= mach nicht so viel Aufhebens!)
es bringt mich noch um, dass …es macht mich fast verrückt, dass …
Beispiel:
diese dauernde Nörgelei bringt mich noch um
etw. ist nicht umzubringenetw. ist dauerhaft, unverwüstlich
Beispiel:
der Stoff, Anzug ist nicht umzubringen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bringen · Mitbringsel · umbringen · unwiederbringlich
bringen Vb. ‘herbeischaffen’. Das ursprünglich starke Verb mit schwachen Präteritalformen ahd. bringan (8. Jh.), mhd. bringen, asächs. aengl. bringan, mnd. bringen, engl. to bring, got. briggan hat im Westgerm. ein (ohne Bedeutungsdifferenzierung) im Ablautverhältnis der Kausativa dazu gebildetes schwaches Verb ahd. brengen (9. Jh.), mhd. (md.) brengen, asächs. brengian, mnd. nl. brengen, aengl. brengan (germ. *brangjan) neben sich. Vertreter in den nord. Sprachen fehlen; dän. norw. bringe, schwed. bringa sind aus dem Mnd. entlehnt. Außergerm. Entsprechungen sieht man im Kelt., vgl. kymr. he-brwng ‘bringen, führen’, und in toch. B praṅk-, toch. AB präṅk- ‘entfernen’ und erschließt daraus ie. *bhrenk-, *bhronk- ‘bringen’. Die weitere Herkunft ist nicht geklärt; erwogen wird Zusammenhang mit der Wurzel ie. *bher(ə)- ‘tragen, bringen’. – Mitbringsel n. ‘kleines Reisegeschenk, Souvenir’ (2. Hälfte 19. Jh.), aus mitbringen abgeleitet. umbringen Vb. ‘töten, ermorden’, spätmhd. umbebringen ‘abwenden, abwehren, ums Leben bringen’ (um 1400). unwiederbringlich Adj. ‘unersetzlich, nicht wiederherstellbar’, spätmhd. unwiderbrinclich.

Thesaurus

Synonymgruppe
auslöschen · ermorden · killen · meucheln · tot... · umbringen · ums Leben bringen  ●  (jemandem) (den) Lebensfaden abschneiden  fig. · (jemandem) das Lebenslicht auslöschen  fig., variabel · ins Jenseits befördern  fig. · töten (absichtlich)  Hauptform · zum Schweigen bringen  fig. · zur Strecke bringen  fig. · (jemandem) den Garaus machen  ugs. · abmurksen  ugs. · abservieren  ugs., salopp, fig. · ausknipsen  ugs., fig., salopp · entleiben  geh. · in die ewigen Jagdgründe schicken  ugs., fig. · ins Gras beißen lassen  ugs., fig. · ins Nirwana befördern  ugs. · kaltmachen  ugs. · totmachen  ugs. · um die Ecke bringen  ugs., fig. · umlegen  ugs. · vom Leben zum Tode befördern  geh. · über die Klinge springen lassen  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(den) Freitod wählen · (die) (letzte) Konsequenz ziehen · (sein) Leben wegwerfen · (sich) (selbst) richten · (sich) (selbst) töten · (sich) (selbst) umbringen · (sich) das Leben nehmen · (sich) etwas antun · (sich) vom Leben zum Tode befördern · Hand an sich legen · Selbstmord begehen · Suizid begehen · durch eigene Hand sterben · seinem Leben ein Ende machen · seinem Leben ein Ende setzen  ●  (sich selbst) (den) Garaus machen  geh. · (sich) den Tod geben  geh. · (sich) ein Leid antun (lit.)  geh. · (sich) ein Leids antun (lit.)  geh., verhüllend · (sich) entleiben  geh. · (sich) wegschmeißen  derb
Synonymgruppe
töten · umbringen  ●  abkrageln (Huhn etc.)  ugs., österr. · den Hals umdrehen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›umbringen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›umbringen‹.

Verwendungsbeispiele für ›umbringen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Den ganzen Weg hat sie auf sich genommen, nur um dich umzubringen. [Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 175]
Wie dumm, hatte er gedacht, deswegen brachte man sich nicht um. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 351]
Er sagte, wenn sie in fünf Minuten nicht wieder da ist, dann bringen wir einen um. [Der Spiegel, 22.08.1988]
Doch sie bringt sich lieber um, als dieses Versprechen zu halten. [Fath, Rolf: Rollen – G. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 16068]
Da schrie sie mitten in der Nacht ein Mann an: Sie solle sofort verschwinden, sonst bringe er sie um, das sei seine Bank. [Die Zeit, 22.12.1999, Nr. 52]
Zitationshilfe
„umbringen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/umbringen>.

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