umsatteln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungum-sat-teln
Wortzerlegungum-satteln
Wortbildung mit ›umsatteln‹ als Erstglied: ↗Umsattelung
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
ein Pferd umsattelneinem Pferd einen anderen Sattel auflegen
Beispiel:
die Pferde wurden umgesattelt
2.
umgangssprachlich ein anderes Studium beginnen, einen anderen Beruf ergreifen
Beispiel:
Sie ... sattelte rasch entschlossen um, bildete sich unter seiner Leitung zur Schriftstellerin aus [Feuchtw.Oppermann15]
(von etw.) auf, zu etw. umsatteln
Beispiele:
der Student sattelte von Physik zu(r) Chemie um
sie hat auf Informatik umgesattelt
übertragen
Beispiel:
Tante Klaras Mann, der ... auf besseren Verdienst umsatteln wollte [MarchwitzaJugend43]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sattel1 · satteln · Sattler · absatteln · umsatteln · sattelfest
Sattel1 m. ‘Sitzvorrichtung auf Reittieren’, ahd. satul (8. Jh.), mhd. satel, (md.) sadel, mnd. mnl. sādel, nl. zadel, afries. sadel, sāl aengl. sadol, sadul, engl. saddle, anord. sǫðull, schwed. sadel (germ. *sadula-). Da ein unmittelbarer Anschluß der Formen an ie. *sed- ‘sitzen’ auf Schwierigkeiten stößt und die Germanen nach Caesar und Tacitus keinen Reitsattel kennen, nimmt man an, daß das germ. Wort aus einer anderen ie. Sprache entlehnt sein könnte. Vorauszusetzen wäre eine Ablautform zu urslaw. *sedьlo bzw. *sedъlo, aruss. sedьlo, russ. sedló (седло) ‘Sattel’ (zu der unter ↗sitzen, s. d., genannten Wurzel ie. *sed- und verwandt mit ↗Sessel, s. d.). Nach archäologischen Funden gelten die südöstlichen Reitervölker als Erfinder des Reitsattels. satteln Vb. ‘ein Pferd mit Sattel versehen’, ahd. satulōn (um 800), mhd. satel(e)n, satlen. Sattler m. ‘Hersteller von Sätteln, Reitzeug und groben Lederwaren’, ahd. satulāri (Hs. 12. Jh.), mhd. sateler, seteler, asächs. saduleri. absatteln Vb. ‘das Sattelzeug vom Pferd nehmen’ (15. Jh.), ‘absitzen’ (16. Jh.). umsatteln Vb. eigentlich ‘seinen Sattel auf ein anderes Reittier legen’ (17. Jh.), älter schon übertragen ‘(Beruf, Meinung u. ä.) wechseln’ (16. Jh.). sattelfest Adj. ‘sicher und fest im Sattel’ bzw. übertragen ‘gründliche Kenntnisse besitzend, beschlagen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) (beruflich) neu orientieren · ↗(sich) (beruflich) umorientieren · ↗(sich) verändern · ↗umschulen · ↗wechseln  ●  umsatteln  ugs. · ↗umsteigen  ugs.
Assoziationen
  • der Herkunft nach · ↗eigentlich · seinem Ursprung nach · ↗ursprünglich · vom Herkommen · von Haus(e) aus · von der Familie her
  • (eine) Umschulung absolvieren · (eine) Umschulung machen · (eine) Zweitausbildung machen · (eine) zweite Ausbildung machen · (sich) umschulen lassen · umgeschult werden · ↗umschulen (auf)

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauer Beruf Fach Fahrrad Landwirt Pferd Wende bald beruflich komplett kurzerhand lieber satteln spät studieren vielleicht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›umsatteln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe als Autor keinen Erfolg mehr, also sattle ich beruflich um.
Die Zeit, 06.06.2011, Nr. 23
Vor vier Jahren hat er auf einen Boxer aus bayerischer Produktion umgesattelt, "in klerikalem Schwarz".
Süddeutsche Zeitung, 05.05.1998
Es hat doch keinen Sinn, dauernd umzusatteln, denk doch an die Zukunft!
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 129
Sie begriff das, sattelte rasch entschlossen um, bildete sich unter seiner Leitung zur Schriftstellerin aus.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 13
Er soll im Kriege damit umgegangen sein, zur Germanistik umzusatteln!
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1920. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1920], S. 154
Zitationshilfe
„umsatteln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/umsatteln>, abgerufen am 12.11.2019.

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