umstimmen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungum-stim-men (computergeneriert)
Wortzerlegungum-stimmen
Wortbildung mit ›umstimmen‹ als Erstglied: ↗Umstimmung
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Beispiel:
ein Instrument umstimmen (= die Stimmung eines Saiteninstruments ändern)
2.
jmdn. umstimmenbewirken, dass jmd. seine Meinung ändert, jmdn. in eine andere, günstigere Stimmung bringen
Beispiele:
sie versuchte, ihn (durch ein Lächeln) umzustimmen
trotz aller Bemühungen, Versprechen konnte er seine Freunde nicht umstimmen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stimme · Stimmrecht · Stimmvieh · Stimmenmehrheit · stimmen · anstimmen · abstimmen · beistimmen · umstimmen · zustimmen · übereinstimmen · Stimmung · stimmungsvoll · stimmig · einstimmig · mehrstimmig
Stimme f. ‘mit Hilfe der Stimmbänder erzeugte Laute, Fähigkeit zur Erzeugung solcher Laute, Meinung, Urteil’, ahd. stimna, stimma (8. Jh.), stemna, stemma (9. Jh.), mhd. stimme, asächs. stemna, mnd. stemne, stem(me), stimme, mnl. stemme, stēvene, nl. stem, aengl. stefn, stemn, engl. (mundartlich) steven, afries. stifne, stemme, got. stibna, mit sekundärem Labial mnd. stempne, frühnhd. stimb, aus germ. *stemnō (mit aus ƀn entstandenem mn), ohne gesicherte außergerm. Entsprechungen. Verwandtschaft mit griech. stóma (στόμα) ‘Mund, Maul, Mündung, Front, Spitze, Schneide’ (ie. *stomen- ‘Mund, Spalte’, zu einer Wurzel ie. *(s)tem- ‘schneiden’) ist möglich; vgl. Wennerberg in: Die Sprache 18 (1972) 24 ff. Stimme in der Sprache der Musik im Sinne von ‘Singstimme, Singbegabung’ ist bereits ahd., dazu vgl. Fügungen wie hohe, tiefe Stimme (vor allem seit dem 18. Jh. geläufig); auch ‘Teil einer mehrstimmigen (Vokal)komposition’ (16. Jh.). Stimme für ‘Entscheidung für jmdn., etw., Votum’ bei einer Abstimmung, Beratung ist seit dem 14. Jh. bezeugt, vgl. Sitz und Stimme (‘das Recht, ein Votum in einem bestimmten Kreis abgeben zu können’) haben (18. Jh.), Stimmen haben ‘das Votum anderer zugunsten der eigenen Wahl haben’ (16. Jh.), eine Stimme (‘das Recht zu urteilen’) haben (18. Jh.), jmdm. die, seine Stimme geben ‘sich für ihn entscheiden’ (16. Jh.). Stimmrecht n. ‘Recht, an Abstimmungen und Wahlen teilzunehmen’ (18. Jh.). Stimmvieh n. ‘politisch unentschiedene, unkritische und abhängige Wähler, die bei Wahlen zu erwünschten Entscheidungen veranlaßt werden können’ (2. Hälfte 19. Jh.), nach amerik.-engl. voting cattle, zuerst auf amerikanische Verhältnisse bezogen. Stimmenmehrheit f. (18. Jh.). stimmen Vb. ‘zusammenpassen, richtig sein, übereinstimmen, seine Stimme für jmdn., etw. abgeben’, mhd. stimmen ‘eine Stimme hören lassen, rufen, mit einer Stimme versehen, erfüllen, anstimmen, nennen, festsetzen, abschätzen’ und ahd. gistimnen ‘zusammen-, anstimmen’ (8. Jh.); in der Musik ‘die Höhe der einzelnen Töne kontrollieren’ (16. Jh.), ‘jmdn. in eine bestimmte Gemütslage versetzen’ (18. Jh.). anstimmen Vb. ‘zu singen beginnen, einen Termin festsetzen’ (16. Jh.). abstimmen Vb. ‘in Einklang bringen, harmonisch, passend machen’ (17. Jh.), ‘die Stimme, das Votum abgeben’ (18. Jh.), älter ‘Münzen abwerten’ (schweiz., 15. Jh.), ‘nicht übereinstimmen mit etw. oder jmdm.’ (16. Jh.), ‘überstimmen’ (18. Jh.). beistimmen Vb. ‘recht geben, beipflichten’ (17. Jh.). umstimmen Vb. ‘anders stimmen, die Meinung ändern’ (17. Jh.). zustimmen Vb. ‘übereinstimmen, beipflichten’ (16. Jh.). übereinstimmen Vb. ‘den gleichen Klang haben, zusammenpassen, einer Meinung sein’ (16. Jh.). Stimmung f. ‘Gemütslage, -zustand, innere Disposition’ (18. Jh.), ‘Kolorit, Milieu’, besonders auf Ausstrahlung von Kunstwerken, Landschaften u. dgl. bezogen (19. Jh.); dazu stimmungsvoll Adj. (19. Jh.). stimmig Adj. ‘übereinstimmend, zusammenpassend, richtig’ (18. Jh.), zuerst ‘was Stimme hat, zur Stimme gehört’ (17. Jh.). einstimmig Adj. musikalisch ‘aus nur einer Stimme bestehend’ (17. Jh.), ‘ohne Gegenstimme’ (18. Jh.); vgl. ahd. einstimmi ‘einmütig’ (9. Jh.). mehrstimmig Adj. ‘aus mehreren Stimmen bestehend’ (beim Gesang, 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden) umstimmen · (jemanden) zum Einlenken bewegen · ↗erweichen · zum Nachgeben bewegen  ●  ↗(jemanden) bekehren  fig. · (jemanden) bringen zu  ugs. · weichklopfen  ugs. · weichkochen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abweichler Appell Argument Bemühung Brite Bundestrainer Charme Delegierte Gegner Intervention Kanzler Kartellamt Koalitionspartner Kommissar Kritiker Länder Papst Parteifreund Schiedsrichter Senator Skeptiker Teamchef Wähler Zugeständnis Zusage Zweifler diesmal letztlich noch stimmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›umstimmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und ich versuchte sogar noch auf Bitten von ihr, ihn umzustimmen.
Bild, 04.09.2001
Doch dann versuchen die Mädchen ihn mit betörend schönem Gesang umzustimmen.
Der Tagesspiegel, 23.01.1999
Als sie es hörten, zeigten sie sich weder besonders überrascht noch versuchten sie, mich umzustimmen.
Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 276
Ich behaupte, unbedingt chinesisch essen zu müssen, und stimme sie um.
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 332
Als er aber vom Führer herauskam, war er doch umgestimmt und hatte das Amt angenommen.
o. A.: Einhundertzweiter Tag. Montag, 8. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 17240
Zitationshilfe
„umstimmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/umstimmen>, abgerufen am 21.04.2019.

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