unantastbar

Grammatik Adjektiv
Worttrennung un-an-tast-bar
Wortzerlegung un-antastbar
Wortbildung  mit ›unantastbar‹ als Erstglied: ↗Unantastbarkeit
eWDG

Bedeutungen

1.
vollkommen gesichert und nicht anfechtbar, nicht verletzbar
a)
Beispiele:
die unantastbare Unabhängigkeit, Selbständigkeit eines Staates
unantastbare Rechte
Die Würde des Menschen ist unantastbar [ GrundgesetzArt. 1]
Die Persönlichkeit und Freiheit jedes Bürgers der Deutschen Demokratischen Republik sind unantastbar [ Verfassung DDR27]
die sozialistischen Errungenschaften der Werktätigen der DDR [sind] unantastbar [ Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung14,76]
b)
unbestreitbar
Beispiele:
eine unantastbare Wahrheit
die unantastbaren Grundlagen einer Theorie
wie [dem Kind] ... alles unantastbar war, was der Vater sagte oder tat [ WiechertErzählungen105]
c)
moralisch einwandfrei, integer
Beispiele:
seine Ehre war unantastbar
jmd. ist unantastbar
ein unantastbarer Zeuge
einen unantastbaren Ruf, Leumund haben
[er war bereit] mit seinem unantastbaren Namen ihre Ehre vor der Welt zu schützen [ G. KellerKleider machen Leute6,338]
2.
stark und wehrhaft, unbesiegbar
Beispiel:
[riesige Schiffe, Luxusdampfer lagen] schimmernd aus dem Qualm der Barkassen aufragend, Festungen, unantastbar [ Borchert121]

Thesaurus

Synonymgruppe
unantastbar · ↗unerreichbar · ↗unnahbar · ↗unzugänglich
Synonymgruppe
heilig · ↗sakrosankt · ↗tabu · unantastbar · ↗unverletzlich · über alle Zweifel erhaben · über jede Kritik erhaben
Assoziationen
Synonymgruppe
besonders geschützt · unantastbar  ●  heilige Kuh  fig.

Typische Verbindungen zu ›unantastbar‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unantastbar‹.

Verwendungsbeispiele für ›unantastbar‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Je diktatorischer ein Land regiert wird, desto unantastbarer sind seine Politiker.
Der Tagesspiegel, 05.08.2002
Die unantastbare Überlegenheit seines Spiels gewann ihm sehr schnell einen glänzenden Ruhm.
Borrel, Eugène: Franchomme. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 14004
Die Rechte der fremden Mächte blieben aber nach wie vor unantastbar.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1938]
In einer guten Ehe wollen Frau und Mann eine unantastbare Einheit bilden.
Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 101
Trotz mancher Bedenken älterer Fachgenossen hat er sich in kaum einem Jahrzehnt eine nicht nur unantastbare, sondern geradezu ungewöhnliche Stellung geschaffen.
Schulze, Friedrich: Der Deutsche Buchhandel und die geistigen Strömungen der letzten hundert Jahre. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 8698
Zitationshilfe
„unantastbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unantastbar>, abgerufen am 04.05.2021.

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