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unantastbar

GrammatikAdjektiv
Worttrennungun-an-tast-bar (computergeneriert)
Wortzerlegungun-antastbar
Wortbildung mit ›unantastbar‹ als Erstglied: ↗Unantastbarkeit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
vollkommen gesichert und nicht anfechtbar, nicht verletzbar
a)
Beispiele:
die unantastbare Unabhängigkeit, Selbständigkeit eines Staates
unantastbare Rechte
Die Würde des Menschen ist unantastbar [GrundgesetzArt. 1]
Die Persönlichkeit und Freiheit jedes Bürgers der Deutschen Demokratischen Republik sind unantastbar [Verfassung DDR27]
die sozialistischen Errungenschaften der Werktätigen der DDR [sind] unantastbar [Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung14,76]
b)
unbestreitbar
Beispiele:
eine unantastbare Wahrheit
die unantastbaren Grundlagen einer Theorie
wie [dem Kind] ... alles unantastbar war, was der Vater sagte oder tat [WiechertErzählungen105]
c)
moralisch einwandfrei, integer
Beispiele:
seine Ehre war unantastbar
jmd. ist unantastbar
ein unantastbarer Zeuge
einen unantastbaren Ruf, Leumund haben
[er war bereit] mit seinem unantastbaren Namen ihre Ehre vor der Welt zu schützen [G. KellerKleider machen Leute6,338]
2.
stark und wehrhaft, unbesiegbar
Beispiel:
[riesige Schiffe, Luxusdampfer lagen] schimmernd aus dem Qualm der Barkassen aufragend, Festungen, unantastbar [Borchert121]

Thesaurus

Synonymgruppe
unantastbar · ↗unerreichbar · ↗unnahbar · ↗unzugänglich
Synonymgruppe
heilig · ↗sakrosankt · ↗tabu · unantastbar · ↗unaussprechlich · ↗unverletzlich · über alle Zweifel erhaben · über jede Kritik erhaben
Assoziationen
Synonymgruppe
besonders geschützt · unantastbar  ●  heilige Kuh  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aura Autorität Besitzstand Bodenreform Dogma Eigentumsverhältnis Existenzrecht Grundrecht Heiligtum Ikon Ikone Kernbereich Lebensrecht Menschenwürde Privateigentum Privatsphäre Reinheit Tabu Würde gehalten gewissermaßen heilig nahezu scheinbar schier unbestreitbar unfehlbar unveränderbar unveränderlich unveräußerlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unantastbar‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Je diktatorischer ein Land regiert wird, desto unantastbarer sind seine Politiker.
Der Tagesspiegel, 05.08.2002
Die unantastbare Überlegenheit seines Spiels gewann ihm sehr schnell einen glänzenden Ruhm.
Borrel, Eugène: Franchomme. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 14004
Die Rechte der fremden Mächte blieben aber nach wie vor unantastbar.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1938]
In einer guten Ehe wollen Frau und Mann eine unantastbare Einheit bilden.
Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 101
Trotz mancher Bedenken älterer Fachgenossen hat er sich in kaum einem Jahrzehnt eine nicht nur unantastbare, sondern geradezu ungewöhnliche Stellung geschaffen.
Schulze, Friedrich: Der Deutsche Buchhandel und die geistigen Strömungen der letzten hundert Jahre. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 8698
Zitationshilfe
„unantastbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unantastbar>, abgerufen am 10.12.2019.

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