unbändig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung un-bän-dig
Wortbildung  mit ›unbändig‹ als Erstglied: Unbändigkeit
eWDG

Bedeutung

nicht zu bändigen, ohne Maß und Beschränkung
a)
ungebärdig, wild
Beispiele:
ein unbändiger Junge
jmd. hat ein unbändiges Temperament
ein unbändiges Pferd
unbändig umhertollen
Ferdinand, feurig, unbändig … vor Leidenschaft blind [ Erh. KästnerZeltbuch141]
b)
überaus stark, jedes Maß übersteigend
Beispiele:
mit unbändiger Kraft, Macht brach das Unwetter herein
einen unbändigen Hunger haben
jmdn. erfasst ein unbändiges Verlangen, eine unbändige Sehnsucht, Freude, Heiterkeit
etw. bereitet jmdm. ein unbändiges Vergnügen
in jmdm. steigt ein unbändiger Hass, Zorn auf
jmdn. packt eine unbändige Wut
sehr
Grammatik: adverbiell
Beispiele:
unbändig jubeln, jauchzen, lachen
ich habe mich unbändig gefreut
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bändigen · unbändig
bändigen Vb. ‘zähmen, gehorsam machen’. Das Mitte des 16. Jhs. von frühnhd. bendig Adj. ‘gefügig, zahm’, mhd. bendec ‘festgebunden’ abgeleitete Verb (eigentlich ‘an einem Band halten’) gehört mit Band3 n. zu binden (s. d.). Das Adjektiv ist heute nur noch in unbändig Adj. ‘wild, ungebärdig, überaus’, mhd. unbendec ‘durch kein Band gehalten’ (von Tieren) bewahrt.

Thesaurus

Synonymgruppe
enthemmt · hemmungslos · unbändig · ungebärdig · ungehemmt · ungezügelt
Assoziationen
Synonymgruppe
schwer zu bändigen · stürmisch · unbändig · ungezügelt · voller Elan · wild · übermütig · überschwänglich  ●  ausgelassen  Hauptform · überschäumend  fig. · (ganz) aus dem Häuschen  ugs. · als ob es kein Morgen gäbe  geh., Redensart · aufgekratzt  ugs. · außer Rand und Band  ugs. · mit Überschwang  geh. · ungestüm  geh. · vogelwild  ugs., süddt.
Assoziationen
Synonymgruppe
frenetisch · heftig · inbrünstig · stürmisch · unbändig · ungestüm  ●  vehement  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›unbändig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unbändig‹.

Verwendungsbeispiele für ›unbändig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie bekam auf einmal eine unbändige Lust, das Meer zu sehen. [Pausewang, Gudrun: Die Wolke, Ravensburg: Maier 1989 [1987], S. 91]
In meinem Herzen aber glühte nicht besonders viel mehr als eine unbändige Lust am Leben. [Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 189]
Auch dies kann eine unbändige kollektive Wut hochschaukeln, auch dies kann die Täter treiben. [Der Spiegel, 05.11.1990]
Mein Mann hat eine unbändige Energie, noch mehr als ich. [Die Zeit, 01.02.2010, Nr. 05]
Reckt sich dieses fleischige Kinn der Welt nicht mit unbändigem Trotz entgegen? [Die Zeit, 05.03.2001, Nr. 10]
Zitationshilfe
„unbändig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unb%C3%A4ndig>.

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