unbefangen

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-be-fan-gen (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
sich nicht gehemmt fühlend, nicht verlegen
Beispiele:
ein unbefangenes Kind
ein unbefangenes Benehmen, Wesen
in freier, unbefangener Weise mit jmdm. sprechen
sie ist anderen gegenüber ganz unbefangen
sich unbefangen geben, bewegen, verhalten
unbefangen erscheinen, auftreten
er tat völlig unbefangen
er lachte unbefangen
unbefangen sprechen, antworten
unbefangen seine Meinung äußern
2.
ohne Vorurteil, unvoreingenommen
Beispiele:
der unbefangene Leser, Zuschauer kann sich selbst sein Urteil bilden
ein unbefangener Gutachter, Kritiker
unbefangen an eine Sache herangehen
einer neuen Kunstauffassung unbefangen gegenüberstehen
etw. unbefangen prüfen, beurteilen
Jura unparteiisch
Beispiele:
ein unbefangener Richter, Zeuge
eine unbefangene Aussage, Verhandlung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

befangen · unbefangen · Befangenheit · Unbefangenheit
befangen Part.adj. ‘gehemmt, verlegen, voreingenommen’. Das Präfixverb ahd. bifāhan (8. Jh.), mhd. bevāhen ‘umfassen, umfangen, einschließen’ (zur Etymologie s. ↗fangen) entwickelt schon im Mhd. adjektivische Verwendung des Part. Prät. bevangen, bevān ‘ergriffen, erfaßt’, dann ‘nicht frei im Urteil, verlegen’ (18. Jh.). Der verbale Gebrauch wird im 19. Jh. immer seltener. Dazu unbefangen Part.adj. Befangenheit f. Unbefangenheit f. (alle 18. Jh.); doch vgl. einen vereinzelten Frühbeleg ahd. bifanganheit im Sinne von ‘Begrenztsein, Beschränkung’ (Hs. 12. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
objektiv · unbefangen · ↗unparteiisch · ↗unvoreingenommen · ↗vorurteilsfrei · werturteilsfrei
Assoziationen
Synonymgruppe
bedingungslos · ohne Vorbehalt · ohne Weiteres · ohne weiteres · unbefangen · ↗vorbehaltlos

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amtsführung Beobachter Betrachter Betrachtung Beurteiler Heiterkeit Herangehensweise Hörer Leser Natürlichkeit Neugier Umgang Zuhörer aufgeschlossen fröhlich gegenübertreten heiter herangehen naiv neugierig nähern plaudern rangehen umgehen unbelastet unbeteiligt unverkrampft unvoreingenommen urteilen vorurteilsfrei

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unbefangen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Weil sie sich keinesfalls blamieren dürfen, können sie nicht unbefangen denken.
Süddeutsche Zeitung, 08.08.2001
Und je früher sie an die Geräte gelassen werden, desto unbefangener beherrschen sie sie.
Der Tagesspiegel, 11.12.1997
Sie macht mich unbefangener, weil ich einen Teil von mir dahinter verstecken kann.
Der Spiegel, 31.10.1994
Denn wo sonst können sie überhaupt erst einmal lernen, unbefangen mit anderen über individuelle oder gesellschaftlich drängende Probleme zu reden?
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 149
Jedenfalls war sie herzlich und unbefangen, und wir verabredeten mit ihr, wie geplant.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1940. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1940], S. 1
Zitationshilfe
„unbefangen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unbefangen>, abgerufen am 25.04.2019.

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