unbeirrt

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung un-be-irrt
formal verwandt mit irren
eWDG

Bedeutungen

1.
sich nicht von seinem Vorsatz, seiner Überzeugung abbringen lassend
Beispiele:
ein unbeirrter Sozialist, Kämpfer
er blieb durch alles unbeirrt, was auch immer geschah
unbeirrt seine Pflicht tun, sein Ziel verfolgen, für etw. kämpfen
Bertolt Brecht ... der unbeirrt seinen Weg mit der kämpfenden Arbeiterklasse gegangen war [ Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung14,107]
2.
Beispiele:
unbeirrt (= ohne von etw. abgelenkt zu werden) weitersprechen
das Gespräch unbeirrt fortsetzen
jmdn. unbeirrt (= beständig, unverwandt) ansehen
er blickte unbeirrt geradeaus

Thesaurus

Synonymgruppe
ausdauernd · ↗beharrlich · ↗hartnäckig · ↗konstant · ↗standhaft · steif und fest (behaupten) · ↗unablässig · unbeirrt · ↗unentwegt · ↗unermüdlich · ↗unverdrossen
Assoziationen
Synonymgruppe
beharrlich · ↗konsequent · ↗standfest · ↗standhaft · ↗unbeirrbar · unbeirrt · ↗unbeugsam · ↗unerschütterlich · ↗unnachgiebig · ↗unverrückbar  ●  (wie ein) Fels in der Brandung  fig. · ↗eisern  fig. · ↗straight  engl.
Assoziationen
  • (der) tragende Grund  fig. · (die) tragenden Säulen  fig. · ↗Eckpfeiler  fig. · ↗Fundament  fig. · ↗Grundfeste  fig. · ↗tragen(d sein)  fig.
  • unbekehrbar · ↗unbelehrbar · ↗verbissen · ↗verbohrt · ↗vernagelt  ●  bis zum Starrsinn  ugs., übertreibend
  • (sich) halten (an) · bleiben bei · festhalten an · nicht abgehen von · nicht aufgeben  ●  (sich) leiten lassen von  geh.
  • (Ritter) ohne Furcht und Tadel · ↗charakterfest · ↗charakterstark · ↗geradlinig · ↗gradlinig · ↗unbeirrbar · ↗unerschütterlich
  • (sich) (selbst) treu bleiben · bei seinen Überzeugungen bleiben · der bleiben, der man ist · nicht einknicken · seinen Überzeugungen treu bleiben · standhaft bleiben · zu seinen Überzeugungen stehen  ●  (sich) nicht verbiegen (lassen)  fig. · Rückgrat beweisen  fig. · Rückgrat haben  fig., variabel · Rückgrat zeigen  fig. · ↗standfest (sein)  fig. · aufrechter Gang  geh., fig., variabel
  • (etwas) unbeirrt fortsetzen · (jemanden) nicht anfechten · (sich) nicht abbringen lassen (von) · (sich) nicht beirren lassen · (unbeirrt) weitermachen wie bisher · ↗aufrechterhalten · bleiben bei · dabei bleiben · fest im Blick behalten · festhalten an · nicht abgehen von · nicht ablassen von · nicht aus den Augen verlieren · seiner Linie treu bleiben · standhaft bleiben  ●  (sich) nicht aus dem Konzept bringen lassen  fig. · Kurs halten  fig.
  • (an etwas) dranbleiben · (sich) nicht erschüttern lassen · ↗durchhalten · hart bleiben · nicht nachgeben · stoisch sein  ●  (die) Arschbacken zusammenkneifen  derb, Spruch, fig. · (die) Zähne zusammenbeißen  ugs., fig.
  • ausdauernd · ↗beharrlich · ↗hartnäckig · ↗konstant · ↗standhaft · steif und fest (behaupten) · ↗unablässig · unbeirrt · ↗unentwegt · ↗unermüdlich · ↗unverdrossen
  • (sich) nicht nervös machen lassen · Nerven wie Drahtseile (haben) · ↗nervenstark (sein) · starke Nerven (haben)  ●  keine Nerven zeigen  fig.
  • auf seinem Standpunkt beharren · bei seiner Entscheidung bleiben · keinen Fuß breit nachgeben · nicht nachgeben  ●  (sich) nicht erweichen lassen  fig. · hart bleiben  Hauptform, fig.
  • prinzipienfest  ●  mit Rückgrat  fig. · ↗prinzipientreu  Hauptform · gesinnungsfest  geh.
  • sehr fest · ↗unerschütterlich  ●  ↗eisern  fig. · ↗felsenfest (Überzeugung)  fig. · ↗ehern  geh., altertümelnd, fig.
  • (sich) gerade halten  auch figurativ · Haltung bewahren  auch figurativ

Typische Verbindungen zu ›unbeirrt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unbeirrt‹.

Verwendungsbeispiele für ›unbeirrt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich möchte dieses Hohe Haus ermutigen, den eingeschlagenen Kurs der letzten Jahre unbeirrt fortzusetzen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]
Aber unbeirrt durch diese Erfahrungen geht nun auch Bayern diesen risikoreichen Weg.
Die Zeit, 16.07.1976, Nr. 30
Trotzdem führte die Hierarchie den Kampf um die freie Schule unbeirrt weiter.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 9971
Hier lebte er in seinen letzten Jahren in dürftigen Verhältnissen, doch unbeirrt seinem Schaffen ergeben.
Stephenson, Kurt: Boccherini. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 7732
Gerade die von uns, die im Felde Krieg erlebt haben, fühlen sich doppelt verpflichtet, ihren Weg unbeirrt zu gehen.
Toller, Ernst: Eine Jugend in Deutschland, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1985 [1933], S. 54
Zitationshilfe
„unbeirrt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unbeirrt>, abgerufen am 17.04.2021.

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