Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

unbekannt

Grammatik Adjektiv · attributiv (in Verbindung mit »sein«)
Aussprache 
Worttrennung un-be-kannt
Wortzerlegung un- bekannt
Wortbildung  mit ›unbekannt‹ als Erstglied: unbekannterweise  ·  mit ›unbekannt‹ als Grundform: Unbekannte
eWDG

Bedeutung

von niemandem oder kaum jmdm. gekannt
Beispiele:
ein unbekannter Künstler, Meister
wer ist die Unbekannte?
ein bisher unbekanntes Verfahren
er verreiste mit unbekanntem Ziel
eine unbekannte Gegend, Pflanze
sein Name ist unbekannt
ein Mann seines Namens ist hier unbekannt
unbekannte Ursachen, Gefahren
er erhielt einen Brief von unbekannter Hand
[Vermerk auf Postsendungen:] Empfänger unbekannt
Mathematikeine unbekannte Größe (= meist mit »x« oder »y« bezeichneter Wert, der durch mathematische Berechnungen ermittelt werden soll)
Mathematikdie unbekannte Größe x
Mathematikdie Unbekannte errechnen
Mathematikeine Gleichung mit zwei Unbekannten (rechnen)
Grammatik: indeklinabel
Beispiele:
sie ist als, nach unbekannt verzogen (= niemand weiß, wohin sie verzogen ist)
Juraeine Strafanzeige, Klage, ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt (= gegen den oder die nicht bekannten Täter)
dem eigenen, individuellen Erfahrungsbereich nicht angehörend, dem persönlichen Wissen verborgen
Beispiele:
er ist mir unbekannt
ein mir unbekannter Schriftsteller
diese Zusammenhänge waren mir bisher unbekannt
es ist mir unbekannt, dass …
diese Sache ist mir nicht unbekannt (= ich weiß ganz gut über diese Sache Bescheid)
ich bin hier (völlig) unbekannt (= kenne mich in dieser Gegend nicht aus)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bekannt · Bekannte(r) · unbekannt · bekanntlich · Bekanntschaft · Bekanntmachung
bekannt Part.adj. ‘von vielen, allen gekannt, von jmdm. persönlich gekannt, jmdm. nicht fremd’, oft in der Wendung mit jmdm., etw. bekannt sein ‘jmdn., etw. (näher) kennen’. Das selbständig gewordene Part. Prät. mhd. bekant, bekennet gehört zu mhd. bekennen ‘kennen, erkennen’ (s. bekennen). Diese alte Bedeutung des Verbs hat sich auch in der substantivierten Form Bekannte(r) m. f. ‘wen man gut kennt’ (14. Jh.), in unbekannt Adj. ‘von niemandem oder kaum jmdm. gekannt’, mhd. unbekant, unbekennet, und in bekanntlich Adv. ‘wie jedermann weiß’, mhd. bekantlich, bekentlich ‘erkennbar’, erhalten. Bekanntschaft f. ‘das Bekanntwerden, -sein, Bekanntenkreis’ und Bekanntmachung f. ‘öffentliche Mitteilung, das Bekanntmachen’ (Mitte 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anonym · fremd · unbekannt  ●  (ein) unbeschriebenes Blatt  fig.
Synonymgruppe
apart · exotisch · fremd · fremdartig · fremdländisch · unbekannt
Synonymgruppe
(noch) nicht betreten · (noch) nicht erforscht · (noch) nicht erschlossen · (noch) unentdeckt · (noch) von keines Menschen Fuß betreten · noch nicht entdeckt · noch viel zu entdecken · unbekannt · unbetreten · unerforscht · unerschlossen  ●  Neuland  auch figurativ · unbekanntes Terrain  auch figurativ · weißer Fleck auf der Landkarte  auch figurativ · (dahin hat sich noch) keines Menschen Fuß verirrt  geh. · (eine) Terra incognita  geh., lat.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) unbekannt  ●  (jemandem) neu  ugs. · noch nie gehört  ugs.
Antonyme
  • (jemandem) unbekannt

Typische Verbindungen zu ›unbekannt‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unbekannt‹.

Verwendungsbeispiele für ›unbekannt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit jedem Tag deutlicher schält sich ein unbekanntes Wesen aus der groben Form. [Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 8]
Die Sprache der Deutschen sei ihm unverständlich und deren Literatur unbekannt. [Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 160]
Daß sie zuweilen auch Autoren verliehen wurden, hat mit – noch völlig unbekanntem – Urheberrecht nichts zu tun, auch dabei ging es nur um wirtschaftlichen Schutz. [Wittmann, Reinhard: Geschichte des deutschen Buchhandels. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1991], S. 7567]
Er fühlt um sich ein schwer zu beschreibendes fremdes Leben unbekannter Mächte. [Spengler, Oswald: Der Untergang des Abendlandes, München: Beck 1929 [1918], S. 628]
Wen interessiert es denn, daß ich derzeit anfange, unbekannte junge Maler zu kaufen? [Der Spiegel, 17.08.1992]
Zitationshilfe
„unbekannt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unbekannt>.

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