unbekannt

GrammatikAdjektiv · attributiv (in Verbindung mit »sein«)
Aussprache
Worttrennungun-be-kannt (computergeneriert)
Wortzerlegungun-bekannt
Wortbildung mit ›unbekannt‹ als Erstglied: ↗unbekannterweise  ·  mit ›unbekannt‹ als Grundform: ↗Unbekannte
eWDG, 1976

Bedeutung

von niemandem oder kaum jmdm. gekannt
Beispiele:
ein unbekannter Künstler, Meister
wer ist die Unbekannte?
ein bisher unbekanntes Verfahren
er verreiste mit unbekanntem Ziel
eine unbekannte Gegend, Pflanze
sein Name ist unbekannt
ein Mann seines Namens ist hier unbekannt
unbekannte Ursachen, Gefahren
er erhielt einen Brief von unbekannter Hand
[Vermerk auf Postsendungen:] Empfänger unbekannt
Mathematik eine unbekannte Größe (= meist mit »x« oder »y« bezeichneter Wert, der durch mathematische Berechnungen ermittelt werden soll)
Mathematik die unbekannte Größe x
Mathematik die Unbekannte errechnen
Mathematik eine Gleichung mit zwei Unbekannten (rechnen)
Beispiele:
sie ist als, nach unbekannt verzogen (= niemand weiß, wohin sie verzogen ist)
Jura eine Strafanzeige, Klage, ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt (= gegen den oder die nicht bekannten Täter)
dem eigenen, individuellen Erfahrungsbereich nicht angehörend, dem persönlichen Wissen verborgen
Beispiele:
er ist mir unbekannt
ein mir unbekannter Schriftsteller
diese Zusammenhänge waren mir bisher unbekannt
es ist mir unbekannt, dass ...
diese Sache ist mir nicht unbekannt (= ich weiß ganz gut über diese Sache Bescheid)
ich bin hier (völlig) unbekannt (= kenne mich in dieser Gegend nicht aus)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bekannt · Bekannte(r) · unbekannt · bekanntlich · Bekanntschaft · Bekanntmachung
bekannt Part.adj. ‘von vielen, allen gekannt, von jmdm. persönlich gekannt, jmdm. nicht fremd’, oft in der Wendung mit jmdm., etw. bekannt sein ‘jmdn., etw. (näher) kennen’. Das selbständig gewordene Part. Prät. mhd. bekant, bekennet gehört zu mhd. bekennen ‘kennen, erkennen’ (s. ↗bekennen). Diese alte Bedeutung des Verbs hat sich auch in der substantivierten Form Bekannte(r) m. f. ‘wen man gut kennt’ (14. Jh.), in unbekannt Adj. ‘von niemandem oder kaum jmdm. gekannt’, mhd. unbekant, unbekennet, und in bekanntlich Adv. ‘wie jedermann weiß’, mhd. bekantlich, bekentlich ‘erkennbar’, erhalten. Bekanntschaft f. ‘das Bekanntwerden, -sein, Bekanntenkreis’ und Bekanntmachung f. ‘öffentliche Mitteilung, das Bekanntmachen’ (Mitte 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anonym · ↗fremd · unbekannt  ●  (ein) unbeschriebenes Blatt  fig.
Antonyme
  • unbekannt
Synonymgruppe
apart · ↗exotisch · ↗fremd · ↗fremdartig · ↗fremdländisch · unbekannt
Assoziationen
Synonymgruppe
(noch) nicht betreten · (noch) nicht erforscht · (noch) nicht erschlossen · ↗(noch) unentdeckt · (noch) von keines Menschen Fuß betreten · noch nicht entdeckt · noch viel zu entdecken · unbekannt · unbetreten · ↗unerforscht · ↗unerschlossen  ●  ↗Neuland  auch figurativ · unbekanntes Terrain  auch figurativ · weißer Fleck auf der Landkarte  auch figurativ · (dahin hat sich noch) keines Menschen Fuß verirrt  geh. · ↗(eine) Terra incognita  geh., lat.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) unbekannt  ●  ↗(jemandem) neu  ugs. · noch nie gehört  ugs.
Antonyme
  • (jemandem) unbekannt

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufenthaltsort Ausmaß Autor Dieb Einbrecher Flugobjekt Größe Herkunft Künstler Ort Soldat Terrain Täter Ursache Wesen bisher bislang dahin eher fast geblieben gänzlich hierzulande nahezu noch relativ völlig weitgehend weithin ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unbekannt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am Montag soll er sein Hotel mit unbekanntem Ziel verlassen haben.
Die Zeit, 11.06.2013 (online)
Wie genau geprüft werden soll und wer das tut, sei aber noch unbekannt.
Die Welt, 18.07.2005
Mit jedem Tag deutlicher schält sich ein unbekanntes Wesen aus der groben Form.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 8
Wo die Christen damals ihre Toten beigesetzt haben, ist bis heute unbekannt.
Galling, K.: Katakomben. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 31163
Doch ist ein Musiker solchen Namens aus jener Zeit unbekannt.
Arbatsky, Yury: Arnold. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 24702
Zitationshilfe
„unbekannt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unbekannt>, abgerufen am 21.02.2019.

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