unbeliebt

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-be-liebt (computergeneriert)
Wortbildung mit ›unbeliebt‹ als Grundform: ↗Unbeliebtheit
eWDG, 1976

Bedeutung

nicht beliebt, allgemein nicht geschätzt
Beispiel:
er war (in der ganzen Klasse, bei seinen Kollegen) unbeliebt
sich (mit, durch etw.) unbeliebt machenmit, durch etw. allgemein Missfallen erregen
Beispiel:
Damit [mit der Wahrheit] machen Sie sich nur unbeliebt [Borchert172]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

belieben · beliebt · unbeliebt · Beliebtheit · Belieben · beliebig
belieben Vb. ‘wünschen, geneigt sein’ und unpersönlich mit Dativ ‘jmdm. gefallen’. Das frühnhd. im 15. Jh. vereinzelt, im 16. Jh. allgemein vorkommende Verb (vgl. entsprechendes mnd. belēven, mnl. nl. believen) ist ursprünglich intensivierende Präfixbildung zu ↗lieben (s. d.). Auf dem Wege über ‘Gefallen finden’ entwickelt sich im Frühnhd. wie im Mnd. die bis ins 19. Jh. nachweisbare Bedeutung ‘gutheißen, billigen, beschließen’. Vom 17. Jh. an wird das präfigierte Verb vor allem im Sinne von ‘willig, geneigt sein, geruhen’, auch unpersönlich ‘jmdm. recht sein, gefallen’ (vgl. frz. s’il vous plaît), in höflicher Ausdrucksweise als Bestandteil häufig formelhaft erstarrender Umschreibungen gebräuchlich. beliebt Part.adj. ‘allgemein geschätzt’, mnd. belēvet ‘beliebt, wert’. Im Hd. verselbständigt sich das Part. Prät. des Verbs belieben im 17. Jh. als ‘erwünscht, angenehm’, namentlich in attributivem Gebrauch und in der Fügung sich beliebt machen ‘Wertschätzung erlangen’. Dazu unbeliebt Part.adj. ‘unerwünscht, unangenehm, nicht geschätzt’ (17. Jh.), oft in sich unbeliebt machen ‘Mißfallen erregen’, sowie als jüngere Ableitung Beliebtheit f. ‘allgemeine Wertschätzung’ (Anfang 18. Jh.). Belieben n. ‘Neigung, Wille, Wunsch’ (Anfang 15. Jh.), in Fügungen wie nach Belieben, etw. in jmds. Belieben stellen auch ‘Ermessen, Gutdünken’; substantivierter Infinitv von belieben. beliebig Adj. ‘willkürlich ausgewählt’, Ableitung des 17. Jhs. zunächst in der Bedeutung ‘erwünscht, angenehm, passend’; über jmdm. beliebig ‘ganz nach jmds. Wunsch’ kommt es im 18. Jh. (in Anlehnung an das Substantiv Belieben) zur heutigen Verwendung.

Thesaurus

Synonymgruppe
auf wenig Gegenliebe stoßen · ↗missliebig · nicht gern gesehen · unbeliebt · ↗unpopulär · ↗verhasst
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dialekt Fach Gesundheitsreform Mitte-Rechts-Regierung Niederländer Politiker Politikerin Spitzenpolitiker Sportler Vorgänger allseits beliebt besonders derart deswegen eher genauso gleichermaßen gleichmachen höchst lächerlich machen oftmals ohnehin unbequem verhaßt weithin ziemlich äußerst überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unbeliebt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kritik von dort ist nicht willkommen, die Nachbarn sind unbeliebt.
Der Tagesspiegel, 03.01.2003
Das macht sie bei Forschern, die gerne alles kategorisieren, unbeliebt.
Süddeutsche Zeitung, 31.12.1996
Oder man versteht doch etwas davon, dann macht man sich unbeliebt.
Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 59
Er fürchtet, sich unbeliebt zu machen, wenn er dabei gewesen ist.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 178
Als sie dann wieder erschien, brachte sie unter anderem auch mancherlei Aufsätze über die Frage, warum der Deutsche in der Welt so unbeliebt sei.
Diederichs, Eugen: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 23386
Zitationshilfe
„unbeliebt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unbeliebt>, abgerufen am 24.04.2019.

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