Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

unberührt

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung un-be-rührt
formal verwandt mitberühren
Wortbildung  mit ›unberührt‹ als Erstglied: Unberührtheit
eWDG

Bedeutungen

1.
nicht berührt, ohne zu berühren
a)
Beispiele:
einen Gegenstand unberührt liegenlassen
die Vase stand unberührt in einer Ecke
die Tasse, Serviette ist unberührt (= noch nicht benutzt)
das Bett war unberührt
er ließ die Speisen unberührt (stehen, liegen) (= aß nichts von den Speisen)
b)
im Naturzustand
Beispiele:
ein Stück unberührte Natur
eine unberührte Landschaft, Wildnis
c)
veraltend jungfräulich
Beispiele:
ein unberührtes Mädchen
Mary ist aber unberührt in die Ehe mit ihrem Oskar getreten [ DodererStrudlhofstiege10]
2.
durch etw. innerlich nicht beeindruckt, nicht bewegt
Beispiel:
unberührt von ihrem Klagen wandte er sich ab
Grammatik: oft mit »bleiben«, »lassen«
Beispiele:
er blieb (von ihren Bitten) unberührt
etw. lässt jmdn. unberührt
etw. berührt jmdn. nicht
Beispiel:
die Nachricht, ihr Blick ließ ihn unberührt

Thesaurus

Synonymgruppe
makellos · unangetastet · unberührt · unverändert · ursprünglich  ●  jungfräulich  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
frisch auf den Tisch · frisch aus (der/dem - z.B. Druckerei) · ganz neu · sehr neu · taufrisch · unbenutzt · unberührt  ●  brandneu  ugs. · flammneu  ugs. · flatschneu  ugs., ruhrdt. · funkelnagelneu  ugs. · jungfräulich  ugs., fig. · nagelneu  ugs. · nigelnagelneu  ugs. · noch ganz warm  ugs. · ofenfrisch  ugs. · ofenwarm  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
naiv · unberührt · unschuldig  ●  prälapsarisch  fachspr., sehr selten · unverbildet  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›unberührt‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unberührt‹.

Verwendungsbeispiele für ›unberührt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Bauer aber geht an dem wunderbaren Tage beinahe unberührten Herzens über seine Felder. [Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 176]
Auch die innere Verfassung des Seminars wird von dem Aufkommen der neuen Organisationen nicht unberührt bleiben. [Pädagogisches Archiv, 1906, Nr. 9, Bd. 48]
Diese Redeweise setzt nicht mehr eine von unserer wissenschaftlichen Tätigkeit unberührte objektive Welt voraus. [Feyerabend, Paul: Wider den Methodenzwang, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1976, S. 386]
Von der nachsokratischen Philosophie ist nicht eben viel von ihm unberührt geblieben. [Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3835]
Keine größere Stadt des Landes sei von den Kämpfen unberührt. [Die Zeit, 17.09.2012 (online)]
Zitationshilfe
„unberührt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unber%C3%BChrt>.

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