unberührt

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung un-be-rührt
formal verwandt mit berühren
Wortbildung  mit ›unberührt‹ als Erstglied: ↗Unberührtheit
eWDG

Bedeutungen

1.
nicht berührt, ohne zu berühren
a)
Beispiele:
einen Gegenstand unberührt liegenlassen
die Vase stand unberührt in einer Ecke
die Tasse, Serviette ist unberührt (= noch nicht benutzt)
das Bett war unberührt
er ließ die Speisen unberührt (stehen, liegen) (= aß nichts von den Speisen)
b)
im Naturzustand
Beispiele:
ein Stück unberührte Natur
eine unberührte Landschaft, Wildnis
c)
veraltend jungfräulich
Beispiele:
ein unberührtes Mädchen
Mary ist aber unberührt in die Ehe mit ihrem Oskar getreten [ DodererStrudlhofstiege10]
2.
durch etw. innerlich nicht beeindruckt, nicht bewegt
Beispiel:
unberührt von ihrem Klagen wandte er sich ab
Grammatik: oft mit »bleiben«, »lassen«
Beispiele:
er blieb (von ihren Bitten) unberührt
etw. lässt jmdn. unberührt
etw. berührt jmdn. nicht
Beispiel:
die Nachricht, ihr Blick ließ ihn unberührt

Thesaurus

Synonymgruppe
makellos · ↗unangetastet · unberührt · ↗unverändert · ↗ursprünglich  ●  ↗jungfräulich  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
frisch auf den Tisch · frisch aus (der/dem - z.B. Druckerei) · ganz neu · sehr neu · ↗taufrisch · ↗unbenutzt · unberührt  ●  ↗brandneu  ugs. · flammneu  ugs. · flatschneu  ugs., ruhrdt. · ↗funkelnagelneu  ugs. · ↗jungfräulich  ugs., fig. · ↗nagelneu  ugs. · ↗nigelnagelneu  ugs. · noch ganz warm  ugs. · ↗ofenfrisch  ugs. · ↗ofenwarm  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • OVP · noch in Folie eingeschweißt · noch nicht ausgepackt  ●  (noch) originalverpackt  Hauptform
Assoziationen
Synonymgruppe
naiv · unberührt · ↗unerfahren · ↗unschuldig  ●  ↗unverbildet  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
anständig · ↗jungfräulich · ↗keusch · ↗mädchenhaft · ↗rein · ↗sittsam · ↗unbefleckt (bibl.) · unberührt · ↗unbescholten · ↗unschuldig · ↗unverdorben · ↗züchtig
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›unberührt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unberührt‹.

Verwendungsbeispiele für ›unberührt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Plötzlich herrsche nicht nur auf ehemals fast unberührten Flecken reger Betrieb.
Der Tagesspiegel, 11.01.1999
Denn in der schaurigen Atmosphäre dieser Räume kann man nicht unberührt bleiben.
Süddeutsche Zeitung, 22.10.1997
Solange er drinnen ist, bleibt er unberührt von der Wut des Winters.
Baus, Karl: Die Reichskirche nach Konstantin dem Großen. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1973], S. 28921
Von der nachsokratischen Philosophie ist nicht eben viel von ihm unberührt geblieben.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3835
Im anderen Fall sei man stark und lasse ihn unberührt vorüber.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 19403
Zitationshilfe
„unberührt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unber%C3%BChrt>, abgerufen am 01.03.2021.

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