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unbeschadet

Aussprache 
Worttrennung un-be-scha-det

Bedeutungsübersicht+

  1. I. [gehoben] bezeichnet eine Einräumung; ungeachtet, trotz
  2. II. [veraltend] ohne Schaden zu nehmen
eWDG

Bedeutungen

I.
gehoben bezeichnet eine Einräumung   ungeachtet, trotz
Grammatik: mit Genitiv, präpositional, einem Nomen vorgestellt/einem Nomen nachgestellt
Beispiele:
unbeschadet seiner Verdienste, seiner Verdienste unbeschadet (= ohne seine Verdienste außer Acht zu lassen) hat er schwere Fehler gemacht
unbeschadet seiner Leistungen kann man ihn nicht als Bahnbrecher bezeichnen
unbeschadet des Paragraphen … gilt folgendes
unbeschadet ihres eigenen Anspruchs kann eine solche Person zu Ersatzleistungen herangezogen werden
unbeschadet einiger Mängel ist es doch ein wertvolles Buch
einen alten Herrn, der unbeschadet seines Alters bei der weiblichen Jugend Anschluß suchte [ SchomburgkAfrika373]
II.
veraltend ohne Schaden zu nehmen
Grammatik: adverbiell
Beispiel:
Unbeschadet gelangten sie nach Hamburg [ NollHolt2,240]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaden · Schade · schade · schaden · schädigen · beschädigen · entschädigen · unbeschadet · schadhaft · schädlich · Schädling · Schadenersatz · Schadenfreude · schadenfroh · schadlos
Schaden Schade m. ‘negative, beeinträchtigende Einwirkung und das, was sie an Verlust, Zerstörung oder Nachteil zur Folge hat’, ahd. scado (8. Jh.), mhd. schade ‘Schädigung, Verlust, Nachteil, Verderben, Mühsal, Verwundung’, asächs. skaðo, mnd. schāde, mnl. scāde, nl. schade, afries. skatha, aengl. sceaþa, anord. skaði, schwed. skada, got. skaþis (germ. *skaþa(n), *skaþi-) sind Abstrakta zu einem in aengl. scieþþan und got. skaþjan ‘schaden’ (germ. *skaþjan) belegten starken Verb. Als Nomina agentis gehören dazu ahd. scado und scadāri ‘Schädiger, Räuber, Spießgeselle’ (8. Jh.), mhd. schade, asächs. skaðo, aengl. sceaþa. Falls man außergerm. griech. askēthḗs (ἀσκηθής) ‘unversehrt, wohlbehalten’, eine Bildung mit verneinendem a- (ἀ- privativum), und mir. scīth ‘müde’ vergleichen kann, so ist Rückführung auf eine Wurzel ie. *skēth-, *skəth- ‘beschädigen’ möglich. Die Endung -n der heute vorherrschenden Form Schaden entstammt den obliquen Kasus des schwach flektierten Substantivs. Die Wendung schade sein ‘bedauerlich sein’ (16. Jh.) entwickelt sich aus der prädikativen Stellung des Substantivs, vgl. mhd. schade sīn ‘schädlich sein’. Daraus (elliptisch) schade Adj. und Interjektion ‘bedauerlich, betrüblich’ (18. Jh.). Ferner zu schade für etw. ‘zu wertvoll für etw., so daß durch diese Verwendung ein Schaden entstünde’. schaden Vb. ‘Schaden anrichten, verursachen, verletzen’, ahd. scadōn (8. Jh.), mhd. schaden, asächs. skaðon, mnd. schāden, mnl. scāden, nl. schaden, anord. skaða, schwed. skada, von den oben genannten Abstrakta abgeleitet, dagegen aengl. sceaþian vom Nomen agentis sceaþa (s. oben); vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 73 f. schädigen Vb. ‘Schaden zufügen’, mhd. schad(e)gen, sched(e)gen; vgl. mhd. schadec, schedec ‘schädlich’. beschädigen Vb. ‘schadhaft machen, an etw. Schaden verursachen’, mhd. beschedigen. entschädigen Vb. ‘entstandenen Schaden wiedergutmachen, Ersatz zahlen’, spätmhd. entschadegen. unbeschadet Part.adj. ‘unversehrt’, verneintes Part. Prät. zum Simplex beschaden ‘beschädigen’, mhd. beschaden, seit dem 17. Jh. als Präp. ‘ohne zu schmälern’ geläufig. schadhaft Adj. ‘beschädigt, ramponiert’, ahd. scadohaft ‘schädlich’ (9. Jh.), mhd. schadehaft ‘Schaden, Verlust bringend, schädlich, geschädigt, beschädigt’. schädlich Adj. ‘Schaden, Verlust, Nachteil bringend’, mhd. schedelich; vgl. ahd. unscadolīh ‘unschuldig, schuldlos’ (11. Jh.). Schädling m. ‘wer Schaden verursacht’ (19. Jh.), anfangs nur von schädlichen Tieren (zumal Insekten), bald auch von Pflanzen; die Übertragung auf Menschen ‘zerstörungssüchtige Person’ erfolgt Anfang 20. Jh. Schadenersatz m. ‘Wiedergutmachung für zugefügten Schaden’ (Ende 18. Jh.), aus einen Schaden ersetzen. Schadenfreude f. ‘Freude über den Schaden, der anderen entsteht’ (16. Jh.). schadenfroh Adj. (16. Jh.). schadlos Adj. ‘ohne Schaden’, mhd. schadelōs ‘ohne Schaden, unschädlich, nicht nachteilig’; nur noch in der Fügung sich schadlos halten ‘seinen Nachteil, Schaden (auf Kosten anderer) ersetzen’ (18. Jh.), älter jmdn. schadlos halten ‘vor Schaden bewahren’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
entgegen · trotz · unbenommen · ungeachtet · zum Trotz(e)  ●  unbeschadet  Amtsdeutsch
Assoziationen
Jura
Synonymgruppe
ohne (dadurch ...) zu beeinträchtigen · ohne (dadurch ...) zu schmälern · ohne dadurch auf (...) zu verzichten · unabhängig von  ●  (...) bleiben unberührt  fachspr., juristisch · (...) bleibt unberührt  fachspr., juristisch · unbeschadet (einer Sache)  fachspr., juristisch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›unbeschadet‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unbeschadet‹.

Verwendungsbeispiele für ›unbeschadet‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist für einen christdemokratischen Politiker nicht selbstverständlich, so etwas unbeschadet zu überstehen. [Die Zeit, 20.02.2012, Nr. 08]
Bei einer schnellen Entscheidung könne die «Regierung völlig unbeschadet davon zusammenarbeiten», sagte sie. [Die Zeit, 14.12.2011 (online)]
Ich versuche eigentlich nur, jeden Tag unbeschadet zu überstehen, bis ich mich wieder an sie kuscheln darf. [Die Zeit, 06.07.2009, Nr. 27]
Von einem schweren Schnupfen abgesehen, habe ich die Nacht bei minus 15 Grad unbeschadet überstanden. [Die Zeit, 16.03.2009, Nr. 11]
Durch die Hilfe der freundlichen Mädchen und ihrer Mutter aber kam er unbeschadet über den Winter. [Brumme, Gertrud-Marie: Muttersprache im Kindergarten, Berlin: Volk u. Wissen 1981 [1966], S. 71]
Zitationshilfe
„unbeschadet“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unbeschadet>.

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