unbeschadet

Aussprache
Worttrennungun-be-scha-det (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutungen

I.
präpositional, mit Gen. einem Nomen vorgestellt; einem Nomen nachgestellt
gehoben bezeichnet eine Einräumung   ungeachtet, trotz
Beispiele:
unbeschadet seiner Verdienste, seiner Verdienste unbeschadet (= ohne seine Verdienste außer Acht zu lassen) hat er schwere Fehler gemacht
unbeschadet seiner Leistungen kann man ihn nicht als Bahnbrecher bezeichnen
unbeschadet des Paragraphen ... gilt folgendes
unbeschadet ihres eigenen Anspruchs kann eine solche Person zu Ersatzleistungen herangezogen werden
unbeschadet einiger Mängel ist es doch ein wertvolles Buch
einen alten Herrn, der unbeschadet seines Alters bei der weiblichen Jugend Anschluß suchte [SchomburgkAfrika373]
II.
adverbiell
veraltend ohne Schaden zu nehmen
Beispiel:
Unbeschadet gelangten sie nach Hamburg [NollHolt2,240]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaden · Schade · schade · schaden · schädigen · beschädigen · entschädigen · unbeschadet · schadhaft · schädlich · Schädling · Schadenersatz · Schadenfreude · schadenfroh · schadlos
Schaden Schade m. ‘negative, beeinträchtigende Einwirkung und das, was sie an Verlust, Zerstörung oder Nachteil zur Folge hat’, ahd. scado (8. Jh.), mhd. schade ‘Schädigung, Verlust, Nachteil, Verderben, Mühsal, Verwundung’, asächs. skaðo, mnd. schāde, mnl. scāde, nl. schade, afries. skatha, aengl. sceaþa, anord. skaði, schwed. skada, got. skaþis (germ. *skaþa(n), *skaþi-) sind Abstrakta zu einem in aengl. scieþþan und got. skaþjan ‘schaden’ (germ. *skaþjan) belegten starken Verb. Als Nomina agentis gehören dazu ahd. scado und scadāri ‘Schädiger, Räuber, Spießgeselle’ (8. Jh.), mhd. schade, asächs. skaðo, aengl. sceaþa. Falls man außergerm. griech. askēthḗs (ἀσκηθής) ‘unversehrt, wohlbehalten’, eine Bildung mit verneinendem a- (ἀ- privativum), und mir. scīth ‘müde’ vergleichen kann, so ist Rückführung auf eine Wurzel ie. *skēth-, *skəth- ‘beschädigen’ möglich. Die Endung -n der heute vorherrschenden Form Schaden entstammt den obliquen Kasus des schwach flektierten Substantivs. Die Wendung schade sein ‘bedauerlich sein’ (16. Jh.) entwickelt sich aus der prädikativen Stellung des Substantivs, vgl. mhd. schade sīn ‘schädlich sein’. Daraus (elliptisch) schade Adj. und Interjektion ‘bedauerlich, betrüblich’ (18. Jh.). Ferner zu schade für etw. ‘zu wertvoll für etw., so daß durch diese Verwendung ein Schaden entstünde’. schaden Vb. ‘Schaden anrichten, verursachen, verletzen’, ahd. scadōn (8. Jh.), mhd. schaden, asächs. skaðon, mnd. schāden, mnl. scāden, nl. schaden, anord. skaða, schwed. skada, von den oben genannten Abstrakta abgeleitet, dagegen aengl. sceaþian vom Nomen agentis sceaþa (s. oben); vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 73 f. schädigen Vb. ‘Schaden zufügen’, mhd. schad(e)gen, sched(e)gen; vgl. mhd. schadec, schedec ‘schädlich’. beschädigen Vb. ‘schadhaft machen, an etw. Schaden verursachen’, mhd. beschedigen. entschädigen Vb. ‘entstandenen Schaden wiedergutmachen, Ersatz zahlen’, spätmhd. entschadegen. unbeschadet Part.adj. ‘unversehrt’, verneintes Part. Prät. zum Simplex beschaden ‘beschädigen’, mhd. beschaden, seit dem 17. Jh. als Präp. ‘ohne zu schmälern’ geläufig. schadhaft Adj. ‘beschädigt, ramponiert’, ahd. scadohaft ‘schädlich’ (9. Jh.), mhd. schadehaft ‘Schaden, Verlust bringend, schädlich, geschädigt, beschädigt’. schädlich Adj. ‘Schaden, Verlust, Nachteil bringend’, mhd. schedelich; vgl. ahd. unscadolīh ‘unschuldig, schuldlos’ (11. Jh.). Schädling m. ‘wer Schaden verursacht’ (19. Jh.), anfangs nur von schädlichen Tieren (zumal Insekten), bald auch von Pflanzen; die Übertragung auf Menschen ‘zerstörungssüchtige Person’ erfolgt Anfang 20. Jh. Schadenersatz m. ‘Wiedergutmachung für zugefügten Schaden’ (Ende 18. Jh.), aus einen Schaden ersetzen. Schadenfreude f. ‘Freude über den Schaden, der anderen entsteht’ (16. Jh.). schadenfroh Adj. (16. Jh.). schadlos Adj. ‘ohne Schaden’, mhd. schadelōs ‘ohne Schaden, unschädlich, nicht nachteilig’; nur noch in der Fügung sich schadlos halten ‘seinen Nachteil, Schaden (auf Kosten anderer) ersetzen’ (18. Jh.), älter jmdn. schadlos halten ‘vor Schaden bewahren’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
entgegen · ↗trotz · ↗unbenommen · ↗ungeachtet · zum Trotz(e)  ●  unbeschadet  Amtsdeutsch
Assoziationen
Jura
Synonymgruppe
ohne (dadurch ...) zu beeinträchtigen · ohne (dadurch ...) zu schmälern · ohne dadurch auf (...) zu verzichten · unabhängig von  ●  (...) bleiben unberührt  fachspr., juristisch · (...) bleibt unberührt  fachspr., juristisch · unbeschadet (einer Sache)  fachspr., juristisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

aushalten beinahe bisher bislang davon davonkommen durchkommen durchlaufen durchstehen einigermaßen entkommen fast gelangen halbwegs herauskommen hervorgehen keineswegs möglichst nahezu rauskommen steuern transportieren vergleichsweise verhältnismäßig verkraften ziemlich überdauern überleben überqueren überstehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unbeschadet‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist für einen christdemokratischen Politiker nicht selbstverständlich, so etwas unbeschadet zu überstehen.
Die Zeit, 20.02.2012, Nr. 08
Spannung liegt in der Luft - werden wir es unbeschadet schaffen?
Der Tagesspiegel, 30.12.1998
Durch die Hilfe der freundlichen Mädchen und ihrer Mutter aber kam er unbeschadet über den Winter.
Brumme, Gertrud-Marie: Muttersprache im Kindergarten, Berlin: Volk u. Wissen 1981 [1966], S. 71
Und da er niemandem im Wege war, überstand er unbeschadet die ständig geforderte Selbstkritik.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 117
In Rom selber ging das Leben unbeschadet aller Umwälzungen weiter.
Pflaum, Hans-Georg: Das römische Kaiserreich. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 28342
Zitationshilfe
„unbeschadet“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unbeschadet>, abgerufen am 16.11.2018.

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