unbescholten

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-be-schol-ten (computergeneriert)
formal verwandt mitschelten
Wortbildung mit ›unbescholten‹ als Grundform: ↗Unbescholtenheit
eWDG, 1976

Bedeutung

aufgrund seines einwandfreien Verhaltens von der Allgemeinheit als untadelig beurteilt
Beispiele:
ein unbescholtener Mensch
sie galten als unbescholtene Leute
er führte einen unbescholtenen Lebenswandel
der Angeklagte war bisher unbescholten (= war nicht straffällig geworden)
veraltet ein unbescholtenes Mädchen
veraltet weil Slava ... sich stets brav geführt und nun unbescholten an den Altar treten konnte [Ebner-Eschenb.Gemeindekind5,288]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schelten · Schelte · unbescholten
schelten Vb. ‘(be)schimpfen, ausschimpfen, tadeln, Vorwürfe machen’, ahd. skeltan (8. Jh.), mhd. schelten, schelden ‘schmähen, tadeln, beschimpfen’, anfrk. skeldan, mnd. schelden, mnl. scelden, nl. schelden, afries. skelda (westgerm. *skeldan). Herkunft ungewiß. Vielleicht anzuschließen an eine Dentalerweiterung von ie. *skel- (s. ↗Schall und ↗Schelle), das als eine s-Variante der Wurzel ie. *kel(ə)- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ (s. ↗hell) angesehen werden kann. Schelte f. ‘laut geäußerter Tadel, Rüge’, ahd. skelta (9. Jh.), mhd. schelte ‘Schmähung, Tadel’. unbescholten Part.adj. ‘frei von öffentlich entehrendem Tadel’, mhd. unbescholten, verneintes Part. Prät. zu mhd. beschelten ‘durch Tadel oder Schmähung herabsetzen, verkleinern, rügen’, ahd. biskeltan (9. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anständig · ↗jungfräulich · ↗keusch · ↗mädchenhaft · ↗rein · ↗sittsam · ↗unbefleckt (bibl.) · ↗unberührt · unbescholten · ↗unschuldig · ↗unverdorben · ↗züchtig
Assoziationen
Synonymgruppe
(Mann) von Ehre · (noch) nicht mit dem Gesetz in Konflikt gekommen · ↗anständig · ↗ehrbar · ↗ehrenhaft · ↗makellos · nicht vorbestraft · ↗redlich · unbescholten · ↗untadelig  ●  (ein) unbeschriebenes Blatt  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angeklagte Ausländer Autofahrer Bankkunde Braut Bundesbürger Bürger Bürgerin Ehepaar Familienvater Hausfrau Jungfrau Lebenswandel Mitbürger Passant Reisende Rentner Staatsbürger Verlobte ansonsten anständig arbeitsam bisher bislang brav dahin dato geltend rechtschaffen völlig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unbescholten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dies müsse man wohl im Kampf eingehen, unbescholtenen Bürgern aber solle man es nicht zumuten.
Die Zeit, 11.06.2007, Nr. 24
Daten unbescholtener Bürger darf niemand speichern, nur Daten von Tätern.
Der Tagesspiegel, 16.04.1998
Eingestellt werden nur gesunde, unbescholtene, gebildete weibliche Personen im Alter von 20 - 30 Jahren.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 09.03.1920
Bekommt man selbst das Dichten, so bekämpfe man es, um unbescholten zu bleiben.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 9980
Der Angeklagte ist bisher unbescholten, sein Stand legt ihm Pflichten auf, die er bisher nie verletzt hat.
Friedländer, Hugo: Ein Dompropst vor Gericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 24515
Zitationshilfe
„unbescholten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unbescholten>, abgerufen am 11.12.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
unbeschichtet
Unbescheidenheit
unbescheiden
unbeschalt
unbeschäftigt
Unbescholtenheit
Unbescholtenheitszeugnis
unbeschränkt
Unbeschränktheit
unbeschreiblich