unbescholten

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung un-be-schol-ten
formal verwandt mit schelten
Wortbildung  mit ›unbescholten‹ als Erstglied: Unbescholtenheit
eWDG

Bedeutung

aufgrund seines einwandfreien Verhaltens von der Allgemeinheit als untadelig beurteilt
Beispiele:
ein unbescholtener Mensch
sie galten als unbescholtene Leute
er führte einen unbescholtenen Lebenswandel
der Angeklagte war bisher unbescholten (= war nicht straffällig geworden)
veraltetein unbescholtenes Mädchen
veraltetweil Slava ... sich stets brav geführt und nun unbescholten an den Altar treten konnte [ Ebner-Eschenb.Gemeindekind5,288]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schelten · Schelte · unbescholten
schelten Vb. ‘(be)schimpfen, ausschimpfen, tadeln, Vorwürfe machen’, ahd. skeltan (8. Jh.), mhd. schelten, schelden ‘schmähen, tadeln, beschimpfen’, anfrk. skeldan, mnd. schelden, mnl. scelden, nl. schelden, afries. skelda (westgerm. *skeldan). Herkunft ungewiß. Vielleicht anzuschließen an eine Dentalerweiterung von ie. *skel- (s. Schall und Schelle1), das als eine s-Variante der Wurzel ie. *kel(ə)- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ (s. hell) angesehen werden kann. Schelte f. ‘laut geäußerter Tadel, Rüge’, ahd. skelta (9. Jh.), mhd. schelte ‘Schmähung, Tadel’. unbescholten Part.adj. ‘frei von öffentlich entehrendem Tadel’, mhd. unbescholten, verneintes Part. Prät. zu mhd. beschelten ‘durch Tadel oder Schmähung herabsetzen, verkleinern, rügen’, ahd. biskeltan (9. Jh.).

Thesaurus

Assoziationen
Synonymgruppe
(Mann) von Ehre · (noch) nicht mit dem Gesetz in Konflikt gekommen · anständig · ehrbar · ehrenhaft · makellos · nicht vorbestraft · redlich · unbescholten · untadelig  ●  (ein) unbeschriebenes Blatt  fig. · ehrsam  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
makellos (Lebenslauf, Karriere) · unbescholten (sein)  ●  (eine) reine Weste haben  fig. · (eine) weiße Weste haben  fig., Hauptform · (eine) saubere Weste haben  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›unbescholten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unbescholten‹.

Verwendungsbeispiele für ›unbescholten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dies müsse man wohl im Kampf eingehen, unbescholtenen Bürgern aber solle man es nicht zumuten.
Die Zeit, 11.06.2007, Nr. 24
Daten unbescholtener Bürger darf niemand speichern, nur Daten von Tätern.
Der Tagesspiegel, 16.04.1998
Eingestellt werden nur gesunde, unbescholtene, gebildete weibliche Personen im Alter von 20 - 30 Jahren.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 09.03.1920
Bekommt man selbst das Dichten, so bekämpfe man es, um unbescholten zu bleiben.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 9980
Der Angeklagte ist bisher unbescholten, sein Stand legt ihm Pflichten auf, die er bisher nie verletzt hat.
Friedländer, Hugo: Ein Dompropst vor Gericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 24515
Zitationshilfe
„unbescholten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unbescholten>, abgerufen am 24.09.2021.

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