unentgeltlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-ent-gelt-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›unentgeltlich‹ als Erstglied: ↗Unentgeltlichkeit
eWDG, 1976

Bedeutung

ohne Entgelt, kostenlos
Beispiele:
eine unentgeltliche (Dienst)leistung, Reparatur
sie hat diese Arbeit unentgeltlich (= ohne etw. dafür zu erhalten) ausgeführt
unentgeltlich arbeiten
etw. unentgeltlich tun
umgangssprachlich etw. unentgeltlich machen
alle Auskünfte sind unentgeltlich (= brauchen nicht bezahlt zu werden)
der Unterricht ist für die Schüler unentgeltlich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gelten · Gült · Gülte · gültig · Gültigkeit · entgelten · Entgelt · unentgeltlich · vergelten · Vergeltung · gelt1 · gell(e)
gelten Vb. ‘wert sein, einen bestimmten Wert haben, gültig sein, Gültigkeit haben, angesehen, gehalten werden (für), bestimmt sein (für)’, ahd. geltan ‘(zurück)zahlen, entschädigen, opfern, wert sein’ (8. Jh.), mhd. gelten (auch ‘Einkünfte bringen’), asächs. geldan, mnd. gelden, mnl. ghelden ‘zahlen, lohnen, vergelten’, nl. gelden, afries. gelda, aengl. gieldan ‘(be)zahlen, verehren, opfern, strafen’, engl. to yield ‘als Ertrag geben, hervorbringen, ergeben, einbringen’, anord. gjalda ‘bezahlen, vergelten’, got. fragildan, usgildan ‘vergelten, erstatten’ führen auf germ. *geldan ‘erstatten, entrichten’ (zuerst auf Opferhandlungen bezogen). Diesem entsprechen aslaw. žlědǫ, žladǫ ‘zahle ab, vergelte’, aruss. želedu ‘zahle, büße’. Falls die slaw. Formen nicht aus dem Germ. entlehnt sind (was Vasmer 1, 415 für unwahrscheinlich hält), läßt sich ein nicht weiter verfolgbarer Ansatz ie. *gheldh- rechtfertigen. Mit gelten sind verwandt ↗Geld, ↗Gilde (s. d.) sowie (ablautend) Gült, Gülte f. südd. ‘Abgabe, Zins, Grundstücksertrag, Grundschuld’, schweiz. ‘Grundschuldverschreibung’, mhd. gülte ‘Schuld, Zahlung, Einkommen, Rente, Zins, Wert, Preis’, und davon abgeleitet (semantisch zunehmend von gelten beeinflußt) gültig Adj. ‘geltend, in Gebrauch befindlich, amtlich anerkannt, wirksam’, mhd. gültic ‘im Preis stehend, teuer, zu zahlen verpflichtet’, Gültigkeit f. (15. Jh.). entgelten Vb. ‘bezahlen, vergüten, entschädigen, büßen’, ahd. in(t)geltan (9. Jh.), mhd. en(t)gelten ‘für etw. zahlen, büßen’, dazu Entgelt n. ‘Lohn, Bezahlung, Vergütung für eine Arbeit oder für aufgewandte Mühe’ (15. Jh.) und unentgeltlich Adj. ‘ohne Entgelt, kostenlos, umsonst’ (um 1500). vergelten Vb. ‘vergüten, entgelten, lohnen, heimzahlen’, ahd. firgeltan (um 800), mhd. vergelten ‘zurückzahlen, zurückerstatten, heimzahlen’; Vergeltung f. ‘das Vergelten, Rache, Strafe’, ahd. firgeltunga ‘Geldzahlung für erwiesene Dienste’ (Hs. 12. Jh.), mnd. vergeldinge (1507; mhd. nicht nachgewiesen). gelt1, auch gell(e), Interjektion eine besonders im Südd., Südwestd. und Md. übliche formelhafte Äußerung, mit der man sich der Zustimmung eines anderen vergewissern will, im Sinne von ‘nicht wahr?, ja?’, spätmhd. gelte ‘es möge gelten’, eigentlich 3. Pers. Sing. Konj. Präs. von gelten, möglicherweise zuerst als Bekräftigung bei Wett- und Vertragsabschlüssen.

Thesaurus

Synonymgruppe
gebührenfrei · ↗gratis · ↗kostenfrei · ↗kostenlos · nicht berechnet werden · unentgeltlich · ↗vergütungsfrei · zum Nulltarif  ●  für Gottes Lohn  ironisch · ↗umsonst  Hauptform · für Nüsse  ugs. · für lau  ugs. · für noppes  ugs. · für umme  ugs. · für umsonst  ugs. · umme  ugs.
Assoziationen
  • Vergünstigung · unentgeltliche Zuwendung  ●  Wohltaten (journal.)  politisch, fig.
  • ohne Bezahlung · ↗unbezahlt · undotiert
  • aus (christlicher) Nächstenliebe · aus reiner Menschenfreundlichkeit · ↗ehrenamtlich · ↗freiwillig · ↗karitativ · ohne Bezahlung · unentgeltlich  ●  einfach so  ugs., salopp · für Gotteslohn  geh. · um Gotteslohn  geh.
  • auf Kosten anderer (Leute) · auf anderer Leute Kosten · ohne (selbst) einen Cent dafür bezahlt zu haben · ohne Eigenbeitrag  ●  auf ander' Leuts Kosten  ugs., regional
Synonymgruppe
aus (christlicher) Nächstenliebe · aus reiner Menschenfreundlichkeit · ↗ehrenamtlich · ↗freiwillig · ↗karitativ · ohne Bezahlung · unentgeltlich  ●  einfach so  ugs., salopp · für Gotteslohn  geh. · um Gotteslohn  geh.
Assoziationen
  • für geringen Lohn · gegen ein geringes Entgelt
  • gebührenfrei · ↗gratis · ↗kostenfrei · ↗kostenlos · nicht berechnet werden · unentgeltlich · ↗vergütungsfrei · zum Nulltarif  ●  für Gottes Lohn  ironisch · ↗umsonst  Hauptform · für Nüsse  ugs. · für lau  ugs. · für noppes  ugs. · für umme  ugs. · für umsonst  ugs. · umme  ugs.
  • ohne Bezahlung · ↗unbezahlt · undotiert
  • Dumping-Lohn · ↗Dumpinglohn · ↗Niedriglohn · extrem niedriger Lohn · schlechte Bezahlung · sehr geringes Gehalt  ●  ↗Hungerlohn  ugs. · miese Bezahlung  ugs.
  • der Allgemeinheit dienend · pro bono · zum Wohle der Öffentlichkeit

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitseinsatz Arbeitsvermittelungnsdienst Beförderung Benutzung Berufstätigkeit Betreutung Ehrenamt Kurzberichterstattung Mehrarbeit Nießbrauch Nutzungsrecht Ortsgespräch Rechtsberatung Rechtsrat Rückgabe Schulunterricht Vermögensübertragung Weitergabe Wohnrecht Zuwendung ehrenamtlich entgeltlich erbracht freiwillig geleistet unbefristet verbilligt Überlassung Überstunde Übertragung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unentgeltlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir haben alle beteiligten Unternehmen gebeten, ihre Leistungen unentgeltlich zu erbringen.
Der Tagesspiegel, 06.11.2000
Der gutgläubige Empfänger einer unentgeltlichen Leistung hat dieselbe nur soweit zurückzugewähren, als er durch sie bereichert ist.
o. A.: Konkursordnung. In: Schönfelder: Deutsche Gesetze : Sammlung des Zivil-, Straf- und Verfahrensrechts (Ergänzungslieferung), München: Beck 1997
Überdies ist an eine - allerdings nicht unentgeltliche - Beratung für Gründer gedacht.
Süddeutsche Zeitung, 06.09.1994
Und die Professoren hatten ihrerseits der Industrie oft zu danken für unentgeltliche Hilfe, die ihnen für ihre Forschungen von dort geleistet wurde.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Einen Monat lernte ich unentgeltlich, dann gab es monatlich drei Taler.
Baader, Ottilie: Ein steiniger Weg, Lebenserinnerungen einer Sozialistin. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 22592
Zitationshilfe
„unentgeltlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unentgeltlich>, abgerufen am 24.06.2019.

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