unerquicklich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung un-er-quick-lich
Wortbildung  mit ›unerquicklich‹ als Erstglied: ↗Unerquicklichkeit
eWDG

Bedeutung

Unbehagen bereitend, unangenehm, unerfreulich
Beispiele:
ein unerquickliches Gespräch, Thema
eine unerquickliche Debatte, Diskussion, Auseinandersetzung
diese Situation war für sie recht unerquicklich
diese Geschichte ist höchst unerquicklich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

queck · quick · quecken · quicken · erquicken · erquicklich · unerquicklich · Quecksilber · Quickborn · quicklebendig
queck, quick Adj. ‘lebendig, rege, munter’, ahd. (8. Jh.), mhd. quec, mnd. nd. quick ‘lebendig, frisch’, nhd. bewahrt im Westd. und Nordd., sonst abgelöst von der Anlautsvariante ↗keck (s. d.; daselbst auch Weiteres zu Herkunft und Verwandtschaft). Vom Adjektiv abgeleitet quecken, quicken Vb. ‘lebendig machen, beleben’, ahd. quicken (9. Jh.), mhd. quicken, quecken, mnd. quecken; nhd. quicken ‘beleben’ nur noch dichterisch (vereinzelt bis Anfang 19. Jh.), doch bewahrt in erquicken Vb. ‘neu beleben, laben, erfrischen’, ahd. irquicken ‘lebendig machen, beleben’ (um 800), mhd. erquicken, mnd. erquicken, erquecken. erquicklich Adj. ‘erfreulich, belebend’ (Ende 15. Jh.); unerquicklich Adj. ‘unerfreulich, unangenehm’ (17. Jh.). Quecksilber n. silberfarbenes, bei Normaltemperaturen flüssiges Metall, das in schnellbewegliche Kügelchen zerfällt, ahd. quecsil(a)bar (um 800), mhd. quec-, kecsilber, mnd. quiksulver, mnl. quicsilver, quecsilver, nl. kwikzilver, aengl. cwicseolfor, engl. quicksilver, schwed. (aus dem Mnd.) kvicksilver. Übersetzung von lat. argentum vīvum, eigentlich ‘lebendiges Silber’. Zu den Kompositionsgliedern s. ↗keck und ↗Silber. Quickborn m. ‘Jungbrunnen’, eigentlich ‘lebendiger, sprudelnder Brunnen, Quelle’, aus dem Nd. (19. Jh.), ahd. quecbrunno, mhd. quecbrunnr, nhd. Queckbrunnen, daneben auch frühnhd. keck brunn. quicklebendig Adj. ‘sehr lebhaft, beweglich, temperamentvoll’ (19. Jh.), Kompositum aus mnd. nd. quick ‘lebendig, frisch’ (s. oben) und ↗lebendig (s. d.), dessen gleichbedeutende Glieder eine Verstärkung zum Ausdruck bringen.

Thesaurus

Synonymgruppe
unerquicklich · wenig erbaulich
Synonymgruppe
leidig · ↗lästig · ↗misslich · ↗missliebig · nicht erwünscht · nicht wünschen · nicht wünschenswert · ↗schlecht · ↗schlimm · ↗schrecklich · störend · ↗unangenehm · ↗unbequem · ↗unerfreulich · unerquicklich · ↗unerwünscht · ↗ungeliebt · ↗ungut · ↗unliebsam · ↗unschön · ↗unwillkommen · wenig beneidenswert · ↗widrig · ↗ärgerlich  ●  ↗blöd (ärgerlich)  ugs. · ↗böse (Überraschung, Erwachen ...)  ugs. · ↗dumm (ärgerlich)  ugs. · etwas Dummes  ugs. · ↗unkomfortabel  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›unerquicklich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unerquicklich‹.

Verwendungsbeispiele für ›unerquicklich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er will etwas von uns, der unerquickliche Gast, aber was?
Süddeutsche Zeitung, 02.11.1999
Das haben wir jahrelang versucht, es war absolut unergiebig und unerquicklich.
Der Spiegel, 05.12.1983
Muß es aber immer wieder zu unerquicklichen Auseinandersetzungen zwischen den Generationen kommen?
Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 143
Die unerquickliche Szene mit Lilith jedoch hat der junge Künstler mit feinem Takt weggelassen.
Penzoldt, Ernst: Die Powenzbande, Darmstadt: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1960 [1930], S. 73
Und für einige unerquickliche Wochen war er hier sogar als Akademiesekretär angestellt.
Bruyn, Günter de: Unter den Linden, Berlin: Siedler 2002, S. 103
Zitationshilfe
„unerquicklich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unerquicklich>, abgerufen am 07.03.2021.

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