unfreiwillig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-frei-wil-lig
Wortzerlegungun-freiwillig
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
gegen den eigenen Willen, gezwungen
Gegenwort zu freiwillig
Beispiele:
etw. unfreiwillig tun
unfreiwillig auf etw. verzichten
ein unfreiwilliger Aufenthalt
wenn [sie] ... Italien nicht oder doch nur unfreiwillig verlassen haben [MommsenReden465]
2.
aus Versehen, unabsichtlich, ohne Absicht, nicht gewollt
Beispiele:
einen unfreiwilligen Witz machen
eine unfreiwillige Komik
scherzhaft er hat ein unfreiwilliges Bad genommen (= ist aus Versehen ins Wasser gefallen)
in einem Anflug unfreiwilligen Humors [HagelstangeSpielball31]

Thesaurus

Synonymgruppe
trotzig · unfreiwillig · ↗ungern · ↗widerwillig  ●  schweren Herzens  ugs.
Assoziationen
  • (auch) gegen ihren Willen · (auch) gegen seinen Willen · ↗gezwungenermaßen · ↗notgedrungen · ob jemand will oder nicht · unfreiwillig · wider Willen · ↗widerwillig · wohl oder übel · ↗zwangsläufig · ↗zwangsweise  ●  schweren Herzens  fig. · (eine / diese) Kröte schlucken (müssen)  ugs., fig. · (eine / diese) bittere Pille schlucken (müssen)  ugs., fig. · der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe (geflügeltes Wort)  geh. · in den sauren Apfel beißen (müssen und)  ugs., fig. · ↗nolens volens  geh., lat. · ↗zähneknirschend  ugs., fig.
Synonymgruppe
(auch) gegen ihren Willen · (auch) gegen seinen Willen · ↗gezwungenermaßen · ↗notgedrungen · ob jemand will oder nicht · unfreiwillig · wider Willen · ↗widerwillig · wohl oder übel · ↗zwangsläufig · ↗zwangsweise  ●  schweren Herzens  fig. · (eine / diese) Kröte schlucken (müssen)  ugs., fig. · (eine / diese) bittere Pille schlucken (müssen)  ugs., fig. · der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe (geflügeltes Wort)  geh. · in den sauren Apfel beißen (müssen und)  ugs., fig. · ↗nolens volens  geh., lat. · ↗zähneknirschend  ugs., fig.
Assoziationen
  • trotzig · unfreiwillig · ↗ungern · ↗widerwillig  ●  schweren Herzens  ugs.
  • (klaglos) über sich ergehen lassen · (sich) (notgedrungen) arrangieren mit · (sich) abfinden (mit) · (sich) bescheiden (mit) · (sich) ergeben in · ↗(sich) fügen · (sich) in sein Schicksal ergeben · (sich) kleiner setzen · ↗ertragen · ↗hinnehmen  ●  (sich) schicken (in)  veraltet · ↗(sich) dareinfinden  geh., veraltet · keinen Aufstand machen  ugs. · ↗schlucken  ugs.
  • Akt der Verzweiflung · ↗Verzweiflungstat · aus der Not geboren (sein) · verzweifelter Versuch
  • (etwas) zu tun haben · (sich) bemüßigt fühlen (zu) · (sich) bemüßigt sehen (zu) · (sich) genötigt sehen · (sich) gezwungen sehen · (sich) veranlasst sehen · genötigt sein · gezwungen sein · ↗müssen · nicht anders können, als... · nicht umhinkommen (zu) · nicht umhinkönnen (zu) · tun müssen
  • (es gibt) keine andere Möglichkeit · (es gibt) keinen anderen Ausweg · (sich) nicht vermeiden lassen · als einzige Möglichkeit (bleiben) · ↗alternativlos (sein) · alternativlos sein · das einzige sein, was geht · die einzige Möglichkeit sein · es gibt keine Alternative (zu) · es gibt keine andere Möglichkeit · es muss sein · keine andere Möglichkeit sehen · keinen (anderen) Ausweg finden · nicht anders können (und) · nicht umhinkommen (zu) · nicht umhinkönnen (um) · nichts anderes tun können (als) · unvermeidbar sein  ●  (an etwas) führt kein Weg vorbei  fig. · (an etwas) geht kein Weg vorbei.  fig. · (etwas) geht nicht anders  Hauptform · In der Not frisst der Teufel Fliegen.  Sprichwort · es sich nicht (immer) aussuchen können  Spruch · Es muss (einfach).  ugs., Spruch · Wat mutt, dat mutt.  ugs., Sprichwort, norddeutsch · anders geht's (nun mal) nicht  ugs. · nicht d(a)rum herumkommen  ugs.
  • (seinen) Widerstand aufgeben · ↗(sich) abfinden · keine (weiteren) Einwände erheben  ●  (zu allem) Ja und Amen sagen  ugs.
  • notgedrungen · ↗notwendigerweise · ↗unbedingt · ↗unvermeidlich · wohl oder übel · ↗zwangsläufig · ↗zwingend  ●  ↗nolens volens  geh., lat.
  • Beugemann · ↗Bückling · ↗Ergebenheitsbekundung · ↗Kniefall · ↗Kotau · ↗Kratzfuß · ↗Selbsterniedrigung · ↗Unterwerfung  ●  ↗Unterwerfungsgeste  Hauptform · ↗Proskynese  geh., veraltet, historisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgang Abschied Aufenthalt Auszeit Bad Demission Eingeständnis Euthanasie Humor Ironie Karikatur Komik Mithilfe Muße Organspender Outing Parodie Pause Pointe Rutschpartie Satire Schützenhilfe Selbstparodie Stopp Voyeur Wahlhelfer Zwischenstopp eher freiwillig komisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unfreiwillig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das dauernde Lavieren unserer Regierung unterliegt zusehends einer unfreiwilligen Logik postmoderner Politik.
Die Welt, 30.08.1999
Das ist allenfalls unfreiwillig komisch; dem Film bekommt es nicht.
Der Tagesspiegel, 01.04.1998
Wenn das nicht der Fall gewesen wäre, dann wären sie unfreiwillig gekommen.
o. A.: Einhundertdreiundvierzigster Tag. Freitag, 31. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 25839
Dem Inhaber des Lokals wurde befohlen, für die unfreiwilligen Gäste den Tisch möglichst reich zu decken.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 207
Und jeder, der auf einem Bilde freiwillig oder unfreiwillig mit aufgenommen ist, bekommt einen Abzug in sein Album geklebt.
Keller, Paul: Ferien vom Ich, München: Bergstadtverl. Korn 1963 [1915], S. 208
Zitationshilfe
„unfreiwillig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unfreiwillig>, abgerufen am 23.07.2019.

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