unfreiwillig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung un-frei-wil-lig
Wortzerlegung un-freiwillig
eWDG

Bedeutungen

1.
gegen den eigenen Willen, gezwungen
Gegenwort zu freiwillig
Beispiele:
etw. unfreiwillig tun
unfreiwillig auf etw. verzichten
ein unfreiwilliger Aufenthalt
wenn [sie] ... Italien nicht oder doch nur unfreiwillig verlassen haben [ MommsenReden465]
2.
aus Versehen, unabsichtlich, ohne Absicht, nicht gewollt
Beispiele:
einen unfreiwilligen Witz machen
eine unfreiwillige Komik
scherzhafter hat ein unfreiwilliges Bad genommen (= ist aus Versehen ins Wasser gefallen)
in einem Anflug unfreiwilligen Humors [ HagelstangeSpielball31]

Thesaurus

Synonymgruppe
trotzig · unfreiwillig · ↗ungern · ↗widerwillig  ●  ↗schweren Herzens  ugs.
Assoziationen
  • gezwungenermaßen · ↗notgedrungen · ob jemand will oder nicht · unfreiwillig · wider Willen · ↗widerwillig · wohl oder übel · ↗zwangsläufig · ↗zwangsweise  ●  (auch) gegen ihren Willen  weibl. · (auch) gegen seinen Willen  männl. · ↗schweren Herzens  fig. · (eine / diese) Kröte schlucken (müssen)  ugs., fig. · (eine / diese) bittere Pille schlucken (müssen)  ugs., fig. · der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe (geflügeltes Wort)  geh. · in den sauren Apfel beißen (müssen und)  ugs., fig. · ↗nolens volens  geh., lat. · ↗zähneknirschend  ugs., fig.
Synonymgruppe
gezwungenermaßen · ↗notgedrungen · ob jemand will oder nicht · unfreiwillig · wider Willen · ↗widerwillig · wohl oder übel · ↗zwangsläufig · ↗zwangsweise  ●  (auch) gegen ihren Willen  weibl. · (auch) gegen seinen Willen  männl. · ↗schweren Herzens  fig. · (eine / diese) Kröte schlucken (müssen)  ugs., fig. · (eine / diese) bittere Pille schlucken (müssen)  ugs., fig. · der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe (geflügeltes Wort)  geh. · in den sauren Apfel beißen (müssen und)  ugs., fig. · ↗nolens volens  geh., lat. · ↗zähneknirschend  ugs., fig.
Assoziationen
  • trotzig · unfreiwillig · ↗ungern · ↗widerwillig  ●  ↗schweren Herzens  ugs.
  • (klaglos) über sich ergehen lassen · (sich) (notgedrungen) arrangieren mit · (sich) abfinden (mit) · (sich) bescheiden (mit) · (sich) ergeben in · (sich) fügen (in) · (sich) in sein Schicksal ergeben · (sich) kleiner setzen · ↗ertragen · ↗hinnehmen  ●  (sich) schicken (in)  veraltet · (sich) d(a)reinfinden  geh., veraltet · (sich) dreinschicken (in)  geh., veraltend · keinen Aufstand machen  ugs. · ↗schlucken  ugs.
  • Akt der Verzweiflung · ↗Verzweiflungstat · aus der Not geboren (sein) · verzweifelter Versuch
  • (etwas) zu tun haben · (sich) genötigt sehen · (sich) gezwungen sehen · (sich) veranlasst sehen · genötigt sein · gezwungen sein · ↗müssen · nicht anders können, als... · nicht umhinkommen (zu) · nicht umhinkönnen (zu) · tun müssen  ●  (sich) bemüßigt fühlen (zu)  geh. · (sich) bemüßigt sehen (zu)  geh.
  • (es gibt) keine andere Möglichkeit · (es gibt) keinen anderen Ausweg · (sich) nicht vermeiden lassen · als einzige Möglichkeit (bleiben) · ↗alternativlos (sein) · das einzige sein, was geht · es gibt keine Alternative (zu) · es muss sein · keine andere Möglichkeit sehen · keinen (anderen) Ausweg finden · nicht anders können (und) · nicht umhinkommen (zu) · nicht umhinkönnen (um) · nichts anderes tun können (als) · unvermeidbar sein  ●  (an etwas) führt kein Weg vorbei  fig. · (an etwas) geht kein Weg vorbei.  fig. · (etwas) geht nicht anders  Hauptform · In der Not frisst der Teufel Fliegen.  Sprichwort · die einzige Möglichkeit sein  Hauptform · es sich nicht (immer) aussuchen können  Spruch · Es muss (einfach).  ugs., Spruch · Wat mutt, dat mutt.  ugs., Sprichwort, norddeutsch · anders geht's (nun mal) nicht  ugs. · nicht d(a)rum herumkommen  ugs.
  • (seinen) Widerstand aufgeben · ↗(sich) abfinden · keine (weiteren) Einwände erheben  ●  (zu allem) Ja und Amen sagen  ugs.
  • notgedrungen · ↗notwendigerweise · ↗unbedingt · ↗unvermeidlich · wohl oder übel · ↗zwangsläufig · ↗zwingend  ●  ↗nolens volens  geh., lat.
  • Beugemann · ↗Bückling · ↗Ergebenheitsbekundung · ↗Kniefall · ↗Kotau · ↗Kratzfuß · ↗Selbsterniedrigung · ↗Unterwerfung  ●  ↗Unterwerfungsgeste  Hauptform · ↗Proskynese  geh., veraltet, historisch
  • durch Anwendung von Gewalt · ↗gewaltsam · unter Anwendung von Gewalt · ↗zwangsweise  ●  (durch / unter) Anwendung unmittelbaren Zwangs  fachspr., juristisch · (durch / unter) Anwendung von unmittelbarem Zwang  fachspr., juristisch · durch unmittelbaren Zwang  fachspr., juristisch

Typische Verbindungen zu ›unfreiwillig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unfreiwillig‹.

Verwendungsbeispiele für ›unfreiwillig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das dauernde Lavieren unserer Regierung unterliegt zusehends einer unfreiwilligen Logik postmoderner Politik.
Die Welt, 30.08.1999
Das ist allenfalls unfreiwillig komisch; dem Film bekommt es nicht.
Der Tagesspiegel, 01.04.1998
Wenn das nicht der Fall gewesen wäre, dann wären sie unfreiwillig gekommen.
o. A.: Einhundertdreiundvierzigster Tag. Freitag, 31. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 25839
Dem Inhaber des Lokals wurde befohlen, für die unfreiwilligen Gäste den Tisch möglichst reich zu decken.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 207
Und jeder, der auf einem Bilde freiwillig oder unfreiwillig mit aufgenommen ist, bekommt einen Abzug in sein Album geklebt.
Keller, Paul: Ferien vom Ich, München: Bergstadtverl. Korn 1963 [1915], S. 208
Zitationshilfe
„unfreiwillig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unfreiwillig>, abgerufen am 09.04.2021.

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