ungemütlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-ge-müt-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›ungemütlich‹ als Erstglied: ↗Ungemütlichkeit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
das Wohlbehagen stark beeinträchtigend, nicht gemütlich
a)
nicht behaglich, nicht anheimelnd
Beispiele:
ein ungemütliches Zimmer
eine ungemütlich eingerichtete Wohnung
der Raum wirkt ungemütlich
bei dir ist es kalt und ungemütlich
in diesem Restaurant sitzt man recht ungemütlich
b)
unangenehm
Beispiele:
er befand sich in einer ungemütlichen Lage, Situation
eine ungemütliche (= gereizte) Atmosphäre, Stimmung
jmdn. beschleicht ein ungemütliches Gefühl
jmdm. wird es (allmählich) ungemütlich
2.
umgangssprachlich ungemütlich werdenaus Ärger über etw. unfreundlich, grob werden
Beispiele:
er kann sehr ungemütlich werden
Jetzt hau aber ab, sonst werd ich ungemütlich [M. WalserHalbzeit488]

Thesaurus

Synonymgruppe
mulmig · nicht ganz geheuer · ↗unbehaglich · ungemütlich · ↗unwohl
Assoziationen
  • (eine) Nase haben für · (etwas) sagt jemandem sein Bauchgefühl · Lunte riechen · ↗spüren · ↗wittern  ●  den Braten riechen  fig. · im Urin haben  fig.
Antonyme
Synonymgruppe
bärbeißig · ↗grantig · ↗griesgrämig · ↗knurrig · ↗launisch · ↗missgelaunt · ↗missgestimmt · ↗misslaunig · ↗missmutig · ↗missvergnügt · mit sich im Hader · mit sich und der Welt im Unreinen · ↗mürrisch · nicht zu Späßen aufgelegt · ↗unausstehlich · ↗unleidlich · ↗unwillig · ↗unwirsch · ↗unzufrieden · ↗verdrießlich · ↗verdrossen · ↗übellaunig  ●  ↗schlecht gelaunt  Hauptform · (Gesicht) wie sieben Tage Regenwetter  ugs. · (sich selbst) nicht leiden können  ugs., scherzhaft-ironisch, fig. · ↗brummig  ugs. · ↗dysphorisch  fachspr., medizinisch · ↗gereizt  ugs. · grummelig  ugs. · kann sich selbst nicht leiden  ugs. · ↗miesepetrig  ugs. · ↗muffelig  ugs. · ↗sauertöpfisch  ugs. · schlecht drauf  ugs. · schlechte Stimmung verbreitend  ugs. · ungemütlich  ugs. · ↗ungenießbar  ugs. · ↗ungnädig  ugs., ironisch
Assoziationen
Synonymgruppe
auf Zweckmäßigkeit getrimmt · auf die Funktion reduziert · ↗funktional · ↗kahl · ↗klinisch · ↗kühl · ↗schmucklos · ↗steril · ungemütlich · ↗unpersönlich · ↗unwohnlich · ↗zweckbetont
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Empfang Jahreszeit Klima Kälte Lage Nieselregen Pflaster Situation Temperatur Weihnachten Wetter Wintermonat Winterwetter Witterung draußen eher feucht hektisch häßlich höchst kalt kühl nass nasskalt rauh stürmisch unübersichtlich ziemlich zugig äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ungemütlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch überm Watt ist das klare Licht einem milchigen Grau gewichen, und es wird ungemütlich kalt.
Der Tagesspiegel, 26.03.1999
Sie hat mir oft gesagt, sie fände die Gewölbe ungemütlich.
Die Zeit, 29.01.1951, Nr. 05
Versteht man seine undeutlich gemurmelten Worte nicht gleich, so wird er ungemütlich.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22807
Er wurde beinahe blaß. und aufgeregt, es war ihm überaus ungemütlich.
Schleich, Carl Ludwig: Besonnte Vergangenheit, Lebenserinnerungen (1859-1919). In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 31483
Jeder hatte den seinem Status entsprechenden mehr oder weniger ungemütlichen Raum.
Knef, Hildegard: Der geschenkte Gaul, Berlin: Ullstein 1999 [1970], S. 218
Zitationshilfe
„ungemütlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ungemütlich>, abgerufen am 16.02.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
ungemindert
ungemessen
ungemein
ungemäß
ungemahlen
Ungemütlichkeit
ungenannt
ungenau
Ungenauigkeit
ungeneckt