Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ungenießbar

Grammatik Adjektiv · häufig attributiv (in Verbindung mit »sein«)
Aussprache 
Worttrennung un-ge-nieß-bar
Wortzerlegung un- genießbar
Wortbildung  mit ›ungenießbar‹ als Erstglied: Ungenießbarkeit

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. nicht genießbar, für die menschliche Ernährung nicht geeignet
    1. [bildlich] ...
  2. 2. [umgangssprachlich, scherzhaft, übertragen] unerträglich, unausstehlich
eWDG

Bedeutungen

1.
nicht genießbar, für die menschliche Ernährung nicht geeignet
Beispiele:
ungenießbare Pilze, Beeren, Früchte
die Wurst ist ungenießbar
das Bier, der Wein ist ungenießbar geworden (= ist verdorben)
Das ist bitteres, ungenießbares Zeug [ G. Hauptm.SonnenuntergangII]
bildlich
Beispiele:
dieser Film ist ungenießbar
Gewisse klassische Stücke … sind für unsere Epoche ungenießbar [ BrechtSchriften z. Theater1,97]
2.
umgangssprachlich, scherzhaft, übertragen unerträglich, unausstehlich
Beispiele:
du bist wieder einmal ungenießbar!
Der Kollege Bernhard … war heute ja wieder ganz ungenießbar! [ NollHolt2,43]

Thesaurus

Synonymgruppe
bärbeißig · gnatzig · grantig · griesgrämig · knurrig · missgelaunt · missgestimmt · misslaunig · missmutig · missvergnügt · mürrisch · nicht zu Späßen aufgelegt · nicht zu(m) Scherzen aufgelegt · unausstehlich · unfroh · unleidlich · unwillig · verdrießlich · verdrossen · übellaunig  ●  (jemandem) hat es die Petersilie verhagelt  fig., sprichwörtlich · grämlich  dichterisch · hässig  schweiz. · mit sich im Hader  dichterisch · schlecht gelaunt  Hauptform · (sich selbst) nicht leiden können  ugs., scherzhaft-ironisch, fig. · brummig  ugs. · dysphorisch  fachspr., medizinisch · ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter machen  ugs. · gereizt  ugs. · grummelig  ugs. · miesepetrig  ugs. · motzig  ugs. · muffelig  ugs. · sauertöpfisch  ugs. · schlecht drauf  ugs. · sich selbst nicht leiden können  ugs. · ungenießbar  ugs. · unleidig  geh., veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›ungenießbar‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ungenießbar‹.

Verwendungsbeispiele für ›ungenießbar‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Zeug ist ungenießbar, aber es ist auch kein Genuß, es zu machen. [Müller, Heiner: Ich wünsche mir Brecht in der Peep-Show. In: “Zur Lage der Nation“, Berlin: Rotbuch-Verl. 1990 [1988], S. 55]
Das Drama selbst ist für uns so ungenießbar wie die Wielandsche Oper. [Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 02.03.1912]
Bücher über Wein dagegen werden bereits nach wenigen Jahren ungenießbar. [Die Zeit, 07.10.1999, Nr. 41]
Ungenießbar werden Texte dagegen in ihrer angestrebten Arbeit am Namen des Autors. [konkret, 1993]
Ich wusste, wenn du nicht arbeitest, wirst du zu Hause ungenießbar. [Die Zeit, 13.04.2009, Nr. 15]
Zitationshilfe
„ungenießbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ungenie%C3%9Fbar>.

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