ungenießbar

GrammatikAdjektiv · häufig attributiv (in Verbindung mit »sein«)
Aussprache
Worttrennungun-ge-nieß-bar (computergeneriert)
Wortzerlegungun-genießbar
Wortbildung mit ›ungenießbar‹ als Erstglied: ↗Ungenießbarkeit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
nicht genießbar, für die menschliche Ernährung nicht geeignet
Beispiele:
ungenießbare Pilze, Beeren, Früchte
die Wurst ist ungenießbar
das Bier, der Wein ist ungenießbar geworden (= ist verdorben)
Das ist bitteres, ungenießbares Zeug [G. Hauptm.SonnenuntergangII]
bildlich
Beispiele:
dieser Film ist ungenießbar
Gewisse klassische Stücke ... sind für unsere Epoche ungenießbar [BrechtSchriften z. Theater1,97]
2.
umgangssprachlich, scherzhaft, übertragen unerträglich, unausstehlich
Beispiele:
du bist wieder einmal ungenießbar!
Der Kollege Bernhard ... war heute ja wieder ganz ungenießbar! [NollHolt2,43]

Thesaurus

Synonymgruppe
bärbeißig · ↗grantig · ↗griesgrämig · ↗knurrig · ↗launisch · ↗missgelaunt · ↗missgestimmt · ↗misslaunig · ↗missmutig · ↗missvergnügt · mit sich im Hader · mit sich und der Welt im Unreinen · ↗mürrisch · nicht zu Späßen aufgelegt · ↗unausstehlich · ↗unleidlich · ↗unwillig · ↗unwirsch · ↗unzufrieden · ↗verdrießlich · ↗verdrossen · ↗übellaunig  ●  ↗schlecht gelaunt  Hauptform · (Gesicht) wie sieben Tage Regenwetter  ugs. · (sich selbst) nicht leiden können  ugs., scherzhaft-ironisch, fig. · ↗brummig  ugs. · ↗dysphorisch  fachspr., medizinisch · ↗gereizt  ugs. · grummelig  ugs. · kann sich selbst nicht leiden  ugs. · ↗miesepetrig  ugs. · ↗muffelig  ugs. · ↗sauertöpfisch  ugs. · schlecht drauf  ugs. · schlechte Stimmung verbreitend  ugs. · ↗ungemütlich  ugs. · ungenießbar  ugs. · ↗ungnädig  ugs., ironisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brei Brot Brühe Essen Falter Fisch Fleisch Frucht Kaffee Leitungswasser Mischung Nahrung Nahrungsmittel Pflanze Pilz Salat Speis Suppe Trinkwasser Wein Zutat essbar fast geworden giftig meist nahezu ohnehin somit ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ungenießbar‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fortan wusste niemand mehr etwas mit der ungenießbaren Pflanze anzufangen.
Süddeutsche Zeitung, 25.09.2003
Er erstickt röchelnd an den ungenießbaren Brocken seiner unmenschlichen Sprache.
Der Tagesspiegel, 26.07.1999
Das Zeug ist ungenießbar, aber es ist auch kein Genuß, es zu machen.
Müller, Heiner: Ich wünsche mir Brecht in der Peep-Show. In: “Zur Lage der Nation“, Berlin: Rotbuch-Verl. 1990 [1988], S. 55
Es ist ein dickes Buch, über fünfhundert Seiten heutigen Druckes umfassend, für einen modernen Leser ungenießbar.
Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 41
Das Wasser sei nicht nur ungenießbar, sondern auch sehr gefährlich.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 164
Zitationshilfe
„ungenießbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ungenießbar>, abgerufen am 26.03.2019.

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