ungesühnt

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-ge-sühnt
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben nicht gesühnt, nicht durch Sühne wiedergutgemacht
Beispiel:
die Schuld war, blieb ungesühnt
Grammatik: oft verneint
Beispiel:
das Verbrechen wird nicht ungesühnt bleiben

Thesaurus

Synonymgruppe
straffrei · ↗straflos · ↗ungestraft · ungesühnt
Assoziationen
  • (sich) schuldig gemacht haben · Verbrechen begangen haben · dem Gericht (wohl)bekannt (sein) · ein (langes / umfangreiches / imposantes o.ä.) Vorstrafenregister haben · einschlägig bekannt (wegen ..., für ..., oder mit Kontextangabe, z.B. 'dem Gericht') · immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt gekommen · nicht zum ersten Mal (wegen eines Delikts) vor Gericht stehen  ●  (ein) alter Kunde  ugs., ironisch, fig. · (etwas / einiges) auf dem Kerbholz haben  ugs. · (etwas / so einiges) ausgefressen haben  ugs. · (schon so einige) Dinger gedreht haben  ugs. · (sich) (so) einiges geleistet haben  ugs. · ↗aktenkundig  fachspr. · auf die schiefe Bahn geraten  ugs. · ↗gerichtsnotorisch (sein)  ugs. · kein unbeschriebenes Blatt (sein)  ugs. · mehrfach verurteilt  ugs. · ↗vorbestraft (sein)  ugs.
  • (Mann) von Ehre · (noch) nicht mit dem Gesetz in Konflikt gekommen · ↗anständig · ↗ehrbar · ↗ehrenhaft · ↗makellos · nicht vorbestraft · ↗redlich · ↗unbescholten · ↗untadelig  ●  (ein) unbeschriebenes Blatt  fig. · ↗ehrsam  geh.
  • Impunität · ↗Straffreiheit · ↗Straflosigkeit

Typische Verbindungen zu ›ungesühnt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kriegsverbrechen Massaker Massenverbrechen Mord Nazijustiz Schuld Tat Unrecht Verbrechen bis bisher bislang bleiben heute meist unaufgeklärt unbereut vorerst wohl

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ungesühnt‹.

Verwendungsbeispiele für ›ungesühnt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Verbrechen an dem sechs Monate alten Mädchen bleibt damit ungesühnt, weil die Tat inzwischen verjährt ist.
Süddeutsche Zeitung, 20.09.2000
Trotzdem bleibt der Mord an dem Teenager wahrscheinlich nicht ungesühnt.
Der Spiegel, 05.10.1987
Er ersuche nochmals die Herren Geschworenen, die Ruchlosigkeit des vorliegenden Verbrechens nicht ungesühnt zu lassen.
Friedländer, Hugo: Der Brand der Neustettiner Synagoge vor den Schwurgerichten zu Köslin und Konitz. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 28996
Doch schon älteste Texte lassen erkennen, daß ein mit einem ungesühnten Vergehen Behafteter der Rezitation nicht beiwohnen darf.
Edsman, C.-M.: Buddhismus. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 8375
Die polizeilichen Stützen des christlichen Staates ließen gern ein Vergehen ungesühnt, wenn sie dafür einen politischen Verrat eintauschen konnten.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 7937
Zitationshilfe
„ungesühnt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unges%C3%BChnt>, abgerufen am 24.01.2020.

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