Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ungeschickt

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung un-ge-schickt
Wortbildung  mit ›ungeschickt‹ als Grundform: Ungeschicktheit
eWDG

Bedeutungen

1.
in seinem Verhalten, besonders bei manueller Tätigkeit, nicht geschickt, nicht gewandt
Beispiele:
jmd. ist ein ungeschickter Mensch
jmd. ist ungeschickt in der praktischen Arbeit, bei der handwerklichen Tätigkeit
sich ungeschickt anstellen
wie kann man nur so ungeschickt sein!
bist du aber ungeschickt!
etw. ungeschickt anfassen
ungeschickte (= ungelenke) Hände, Finger haben
sich ungeschickt (= linkisch) verbeugen
ungewandt in der sprachlichen Ausdrucksweise
Beispiele:
sich ungeschickt ausdrücken
etw. ungeschickt formulieren
ungewandt anderen gegenüber
Beispiel:
du hast dich ziemlich ungeschickt benommen
2.
unpassend, zu einem ungünstigen Zeitpunkt
Beispiele:
Überdies kommt diese Ankündigung noch im ungeschicktesten Augenblick [ St. ZweigBalzac32]
Der Wiener Familie kam die Abfahrt verwunderlich, doch nicht ungeschickt [ SeghersAusflug41]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

geschickt · ungeschickt
geschickt Part.adj. ‘befähigt, gewandt’, Part. Prät. zu schicken (s. d.), mhd. geschicket ‘gestaltet, geordnet, bereit, fertig, gerüstet, passend’; entsprechend ungeschickt Part.adj. mhd. ungeschicket.

Thesaurus

Synonymgruppe
undiplomatisch · ungeschickt · unglücklich · unsensibel · verunglückt · wenig einfühlsam
Synonymgruppe
linkisch · tapsig · tollpatschig · trampelig · täppisch · unbeholfen · ungelenk · ungeschickt · ungewandt · ungeübt  ●  patschert  österr.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›ungeschickt‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ungeschickt‹.

Verwendungsbeispiele für ›ungeschickt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch ungeschickt angebrachtes künstliches Licht kann die Schrift unleserlich machen. [Schalcher, Traugott: Die Reklame der Straße, Wien: C. Barth 1927, S. 1]
Und dabei lasse ich meine Hand ungeschickt durch seine Haare gleiten. [Merian, Svende: Der Tod des Märchenprinzen, Hamburg: Buntbuch-Verl. 1980 [1980], S. 279]
Die Verteidigung ist nicht ungeschickt damit befaßt, die Verantwortung auf die andern abzuwälzen. [Tucholsky, Kurt: Im Saal. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919], S. 21740]
Da durfte ich nicht hingehen, das war ungeschickt von mir. [Die Zeit, 06.12.2012 (online)]
Aber dann gehe ich selber zum Flügel und fange ungeschickt an, ein paar Töne zusammenzusuchen, im Stehen. [Bachmann, Ingeborg: Malina, Gütersloh: Bertelsmann 1992 [1971], S. 260]
Zitationshilfe
„ungeschickt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ungeschickt>.

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