ungeschlacht

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-ge-schlacht
Wortbildung mit ›ungeschlacht‹ als Grundform: ↗Ungeschlachtheit
eWDG, 1976

Bedeutung

abwertend
1.
von mächtigem, massigem, grobem, oft plumpem Körperbau
Beispiele:
ein ungeschlachter Mann
er hat ungeschlachte Hände, Glieder
ein ungeschlachtes Tier
ein großer ungeschlachter Bär
der ungeschlachte Riese Goliath [E. T. A. Hoffm.Elixiere2,314]
von riesiger, massiger, klobiger Form
Beispiele:
der ungefüge Holzbau mit dem ungeschlachten sechseckigen Turm [St. ZweigAmok332]
[die] ungeschlachten, hohen Reliefs an den Giebeln [KlepperSchatten492]
2.
grob, roh, derb
Beispiele:
ein ungeschlachtes Benehmen, Gebaren
sein Auftreten ist etwas ungeschlacht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ungeschlacht Adj. ‘klobig, plump, grob, unhöflich’, ahd. ungislaht ‘entartet’ (Hs. 12. Jh.), mhd. ungeslaht ‘nicht von derselben Familie, demselben Geschlecht, übel geartet, unartig, bösartig, roh, knorrig, abgestanden, verdorben’, neben dem im Nhd. ausgestorbenen Adjektiv ahd. gislaht ‘(von Natur aus) eigen, naturgemäß, entsprechend’ (9. Jh.), mhd. geslaht ‘geartet, edel, artig, fein, schön, von Natur und Art eigen, natürlich’, Possessivkompositum zu ahd. slahta ‘Geschlecht, Stamm, Abstammung’ (9. Jh.) bzw. slaht ‘Geschlecht, Stamm’ (9. Jh.), mhd. slaht(e) ‘Geschlecht, Herkunft, Stamm, Gattung, Art’, das wie ↗Geschlecht (s. d.) zu dem unter ↗schlagen in der Bedeutung ‘jmds. Art haben, nacharten’ (s. d.) behandelten Verb gehört.

Thesaurus

Synonymgruppe
grob · ↗grobschlächtig · ↗klobig · ↗vierschrötig  ●  ungeschlacht  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauer Kerl Körper Riese Wesen grob riesig roh wirken wirkend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ungeschlacht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ist riesengroß, hat ein gewaltiges Maul und wirkt ungeschlacht.
Die Zeit, 20.11.2000, Nr. 47
Und der Bauer, als er diesen Ungeschlacht gewahrte, fuhr erschrocken zurück.
Ganghofer, Ludwig: Der Dorfapostel, Stuttgart: Adolf Bonz 1917 [1900], S. 261
Sogar als der ungeschlachte Nazi, in den er immer wieder hineinschlüpfen musste, wirkte er witzig.
Der Tagesspiegel, 21.06.2001
Ihre ungeschlachte Art und wilde Kampfeslust reizten sie zu ständigen Überfällen auf ihre Nachbarn; vor allem die reichen griechischen Städte hatten unter ihnen zu leiden.
Bleicken, Jochen: Rom und Italien. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8749
Für einen Wurm ist dieses riesige, ungeschlachte Fabeltier zu groß.
Krämer, Walter / Sauer, Wolfgang, Lexikon der populären Sprachirrtümer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 100
Zitationshilfe
„ungeschlacht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ungeschlacht>, abgerufen am 11.12.2018.

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