ungewohnt

GrammatikAdjektiv · häufig attributiv (in Verbindung mit »sein«)
Aussprache
Worttrennungun-ge-wohnt
Wortbildung mit ›ungewohnt‹ als Grundform: ↗Ungewohntheit
eWDG, 1976

Bedeutung

nicht gewohnt
a)
nicht jmds. Gewohnheiten entsprechend
Beispiele:
eine ungewohnte Arbeit, Anstrengung
diese Tätigkeit ist für sie (zu) ungewohnt, ist ihr (noch) ungewohnt
mit ungewohnter Ruhe, Schärfe etw. sagen
ein ungewohntes Vergnügen, Glück
eine ungewohnte Last
die ungewohnte Hitze, Kälte machte uns sehr zu schaffen
er kam zu ungewohnter Stunde heim
eine ungewohnte Erscheinung
ein ungewohnter Anblick
b)
jmdm. nicht vertraut, jmdm. (noch) fremd
Beispiel:
sich in der ungewohnten Umgebung nicht zurechtfinden
gehoben, veraltend jmd. ist einer Sache ungewohntjmd. ist etw. nicht gewohnt
Beispiel:
Das Kind ... schien solcher Freundlichkeit ungewohnt [StormImmensee1,18]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gewohnt · ungewohnt
gewohnt Part.adj. ‘üblich, vertraut’. Das Part. Prät. mhd. gewon(e)t, zum Infinitiv mhd. gewonen ‘gewohnt sein, werden, wohnen, verweilen’, ahd. giwonēn (8. Jh.), verdrängt seit dem 14. Jh. ein altes Adjektiv ahd. giwon (8. Jh.), mhd. gewon, nhd. (bis ins 18. Jh.) gewohn ‘gewohnt, hergebracht, üblich’ (vgl. asächs. giwono, giwuno, aengl. gewuna, mnl. ghewōne, nl. gewoon). gewohn steht im Ablautverhältnis zu den unter ↗gewöhnen (s. d.) genannten Formen; zu ihm gehören die Ableitungen ↗Gewohnheit und ↗gewöhnlich (s. d.). ungewohnt Part.adj. ‘nicht üblich, fremd’, ahd. ungiwonēt (um 800), mhd. ungewont. Vgl. auch ungewohn (bis ins 17. Jh.), ahd. ungiwon (8. Jh.), mhd. ungewon.

Thesaurus

Synonymgruppe
andere(r) · ↗andersartig · ↗fremd · ↗gewöhnungsbedürftig · ungewohnt · ↗ungewöhnlich  ●  ↗neu (ungewohnt)  Hauptform
Assoziationen
Antonyme
  • ungewohnt
Synonymgruppe
eigenwillig · unangepasst · ↗unbequem · ungewohnt · ↗ungewöhnlich · ↗unkonventionell · ↗unorthodox · ↗unvertraut · ↗unüblich · wie man ihn nicht alle Tage trifft  ●  ↗kantig  fig. · mit Ecken und Kanten  fig. · ↗sperrig  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ambiente Anblick Bescheidenheit Blickwinkel Deutlichkeit Einigkeit Einmütigkeit Eintracht Geräusch Harmonie Heftigkeit Härte Klang Kost Kunstrasen Offenheit Oppositionsrolle Perspektiv Perspektive Rolle Schwäche Schärfe Situation Stille Terrain Ton Umgebung Untergrund Zurückhaltung scharf

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ungewohnt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Durchs Fenster höre ich sie auf ungewohnt harte Weise lachen.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 159
Natürlich ist das ungewohnt und es ist zuerst einmal schrecklich.
Die Welt, 25.01.2002
Das "Museum der Dinge", berühmt für seinen scharfen Witz, zeigt sich ungewohnt meditativ.
Der Tagesspiegel, 19.12.2001
Es war allerdings etwas ungewohnt für mich, regelmäßig früh aufzustehen.
Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 36
Es war noch so ungewohnt, ihn namentlich bei den Damen zu sehen.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 1066
Zitationshilfe
„ungewohnt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ungewohnt>, abgerufen am 22.02.2019.

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