ungleich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung un-gleich
Wortzerlegung un-gleich1
Wortbildung  mit ›ungleich‹ als Erstglied: ↗Ungleichbehandlung · ↗Ungleichverteilung · ↗ungleichartig · ↗ungleicherbig · ↗ungleichförmig · ↗ungleichgeschlechtig · ↗ungleichnamig
 ·  mit ›ungleich‹ als Grundform: ↗Ungleiche
eWDG

Bedeutungen

1.
unterschiedlich, verschiedenartig, ohne Übereinstimmung
a)
im Äußeren, in den Maßen
Beispiele:
ungleiche Schuhe, Strümpfe
die Bretter sind von ungleicher Länge, Stärke
zwei ungleiche Gestalten
die Geschwister sind äußerlich ungleich, ungleich groß
b)
im Wesen, in der Art und Weise
Beispiel:
ungleiche Charaktere
c)
nicht zu gleichen Teilen
Beispiele:
etw. ist ungleich verteilt
[die Bildwerke] waren aus einem harten, aber porösen Kalk, den die Zeit ungleich (= ungleichmäßig) verfärbte [ GaiserNascondo58]
2.
ohne gleiche Voraussetzungen, wobei eine Seite gegenüber der anderen im Vorteil ist, das Übergewicht hat
Beispiele:
das war ein ungleicher Kampf
ein ungleiches Spiel
mit ungleichen Mitteln, Waffen kämpfen
3.
dient als Verstärkung   unvergleichlich, viel, bedeutend
Grammatik: adverbiell, in Verbindung mit einem Komparativ
Beispiele:
die neuen Methoden sind ungleich besser als die alten
das Bild ist ungleich größer, schöner als die Vorlage
daß die Aufgabe seitdem ungleich schwieriger geworden ist [ PlanckWeltbild8]
4.
gehoben im Unterschied zu
Grammatik: mit Dativ, im Übergang zur Präposition, dem Nomen vorgestellt
Beispiele:
Da zog Dunin, der, ungleich seinem Kameraden Lasarew, sehr wohl Blut sehen konnte, den Revolver [ Lernet-HoleniaMaltravers72]
da Michael, ungleich Judas Ischariot das Ideal nicht verraten hatte [ L. Frank6,397]

Thesaurus

Synonymgruppe
gemischt · ↗heterogen · ↗inhomogen · nicht gleichartig · ↗uneinheitlich · ungleich · ↗ungleichartig
Assoziationen
Antonyme
  • ungleich
Synonymgruppe
mit zweierlei Maß · ungleich
Synonymgruppe
anders · ↗andersartig · differierend · ↗divergent · in anderer Weise · sich unterscheiden(d) · ungleich · ↗ungleichartig · ↗unterschiedlich · ↗verschieden · ↗verschiedenartig · voneinander abweichen(d)  ●  ↗disparat  fachspr. · ↗inegal  geh. · ↗inkomparabel  geh., lat. · ↗inäqual  fachspr. · ↗unegal  ugs., salopp · ↗zwei (verschiedene) Paar Schuhe (sein)  ugs., fig. · ↗zwei (verschiedene) Paar Stiefel (sein)  ugs., fig.
Assoziationen
  • (dazu) könnte man (jetzt) viel sagen · (ein) Fall für sich · (ein) eigenes Ding (sein) (mit / um) · (es) gäbe (da) einiges zu erzählen  ●  (ein) eigenes Kapitel  fig. · (ein) Kapitel für sich  ugs., fig.
  • (sich) (voneinander) unterscheiden · geteilt (z.B. Meinung) · ↗variieren · voneinander abweichen  ●  unterschiedlich sein  Hauptform
  • (einander) unähnlich · sich nicht ähneln(d)
  • (sehr) großer Unterschied · deutlicher Unterschied · himmelweiter Unterschied · riesengroßer Unterschied · schlagender Unterschied  ●  ↗Unterschied wie Tag und Nacht  ugs. · kein Vergleich (sein)  ugs.
  • (ein) Unterschied wie Tag und Nacht · (eine) ganz andere Sache sein · (es) liegen Welten dazwischen · (es) liegen Welten zwischen (... und ...) · etwas ganz anderes · etwas völlig anderes · ganz anders · ↗grundverschieden · in keiner Weise vergleichbar · nicht vergleichbar · nicht zu vergleichen  ●  auf einem anderen Blatt stehen  fig. · etwas anderes  Hauptform · sehr viel angenehmer  variabel · (das ist) kein Vergleich  ugs. · (ein) anderes Paar Schuhe (sein)  ugs., fig. · (eine) andere Geschichte  ugs. · (überhaupt) nicht zu vergleichen (sein)  ugs. · ganz was anderes  ugs. · ganz was anderes (sein)  ugs. · was anderes  ugs. · was ganz anderes  ugs. · weitaus besser  geh., variabel
  • nicht zusammenpassend · ↗unverträglich  ●  ↗inkompatibel  IT-Technik · ↗unvereinbar  Hauptform · ↗divergent  geh. · ↗inkonsistent  geh.
  • (irgendwie) anders · ↗anderswie · auf andere Art · auf andere Weise

Typische Verbindungen zu ›ungleich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ungleich‹.

Verwendungsbeispiele für ›ungleich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch glaube ich, die Zahl der Toten ist ungleich größer.
Die Zeit, 29.01.2001, Nr. 05
Da wird man zwar genauso behandelt wie beim Theater, aber ungleich besser bezahlt.
Süddeutsche Zeitung, 10.01.2000
Für die ungleich teurere Installation im Dom gewann der Designer rasch Förderer.
Der Tagesspiegel, 14.10.1999
Wegen der verwechselten Städte wurden sie so ungleich wie die Finger an der Hand.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 157
Aber ich habe in diesem Fall hier ungleich mehr Recht als er damals in meinem.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1950. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1950], S. 33
Zitationshilfe
„ungleich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ungleich>, abgerufen am 12.04.2021.

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